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EuGH-Vorlage im "StreamOn"-Verfahren der Telekom

VG Köln v. 20.1.2020 - 9 K 4632/18

Das Ge­richt möchte vom EuGH vor­nehm­lich wis­sen, ob Ver­ein­ba­run­gen i.S.d. Art. 3 Abs. 2 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 zwi­schen An­bie­tern von In­ter­net­zu­gangs­diens­ten und End­nut­zern na­ment­lich über Merk­male von In­ter­net­zu­gangs­diens­ten wie Preis, Da­ten­vo­lu­mina oder Ge­schwin­dig­keit den An­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 und dem dort ge­re­gel­ten Gleich­be­hand­lungs­grund­satz genügen müssen.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläge­rin ist die Te­le­kom Deutsch­land GmbH. Sie hat mit "Strea­mOn" eine (in un­ter­schied­li­chen Aus­ge­stal­tung buch­bare) kos­ten­lose Zu­buch­op­tion zu Mo­bil­funk­ta­ri­fen ent­wi­ckelt, bei de­ren Bu­chung das auf Au­dio- und Vi­deo­st­rea­ming sog. Con­tent­part­ner ent­fal­lende Da­ten­vo­lu­men nicht auf das mit dem je­wei­li­gen Mo­bil­funk­ta­rif ver­trag­lich ver­ein­barte In­klu­siv­da­ten­vo­lu­men für die Nut­zung der per Mo­bil­funk be­reit­ge­stell­ten In­ter­net­ver­bin­dung an­ge­rech­net wird (sog. Zero-Ra­ting).

Im Fall von "Strea­mOn Mu­sic&Vi­deo" wil­ligt der End­kunde al­ler­dings in eine grundsätz­li­che Band­brei­ten­li­mi­tie­rung auf max. 1,7 Mbit/s für Vi­deo­st­rea­ming ein. Der End­kunde kann die Zu­buch­op­tion und dem­zu­folge auch die Band­brei­ten­li­mi­tie­rung je­der­zeit de­ak­ti­vie­ren und re­ak­ti­vie­ren, um un­ter An­rech­nung auf sein In­klu­siv­da­ten­vo­lu­men wie­der eine max. Über­tra­gungs­qua­lität auch für Vi­deo­st­rea­ming zu ermögli­chen. Er­folgt in­ner­halb von 24 Stun­den keine Re­ak­ti­vie­rung durch den Kun­den, stellt die Kläge­rin au­to­ma­ti­siert die Stan­dard­ein­stel­lun­gen (Nichtan­rech­nung auf das In­klu­siv­da­ten­vo­lu­men und Band­brei­ten­li­mi­tie­rung) wie­der her.

Die Bun­des­netz­agen­tur hatte mit Be­scheid vom 15.12.2017 der Kläge­rin un­ter­sagt, ins­be­son­dere in der Zu­buch­op­tion "Strea­mOn" die Da­tenüber­tra­gungs­rate für Vi­deo­st­rea­ming auf bis zu 1,7 Mbit/s zu re­du­zie­ren. Den durch die Kläge­rin ge­gen die­sen Be­scheid ein­ge­leg­ten Wi­der­spruch wies die Bun­des­netz­agen­tur am 8.6.2018 als un­begründet zurück. Am 22.6.2018 hat die Kläge­rin schließlich Klage er­ho­ben, mit der sie die Auf­he­bung des Be­scheids er­strebte. Nach­dem im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren Ent­schei­dun­gen des VG Köln (1 L 253/18) so­wie des OVG NRW (13 B 1734/18) er­gan­gen sind, hat das VG das Haupt­sa­che­ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem EuGH Fra­gen zur Aus­le­gung der Ver­ord­nung (EU) 2015/2120 und den darin ent­hal­te­nen Vor­schrif­ten über die sog. Netz­neu­tra­lität vor­ge­legt.

Die Gründe:
Das Ge­richt möchte vom EuGH vor­nehm­lich wis­sen, ob Ver­ein­ba­run­gen i.S.d. Art. 3 Abs. 2 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 zwi­schen An­bie­tern von In­ter­net­zu­gangs­diens­ten und End­nut­zern na­ment­lich über Merk­male von In­ter­net­zu­gangs­diens­ten wie Preis, Da­ten­vo­lu­mina oder Ge­schwin­dig­keit den An­for­de­run­gen des Art. 3 Abs. 3 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 und dem dort ge­re­gel­ten Gleich­be­hand­lungs­grund­satz genügen müssen. Des Wei­te­ren hat es dem EuGH ver­schie­dene Fra­gen im Hin­blick auf die Reich­weite von Art. 3 Abs. 3 Uabs. 2 und 3 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 vor­ge­legt, wo­nach in un­ter­schied­li­chem Ausmaß sog. Ver­kehrs­ma­nage­mentmaßnah­men zulässig sein können. Da­mit möchte das Ge­richt geklärt wis­sen, ob die Band­brei­ten­re­du­zie­rung im Fall von "Strea­mOn" als eine zulässige Ver­kehrs­ma­nage­mentmaßnahme ein­ge­stuft wer­den kann.

Ab­schließend hat das Ge­richt dem EuGH die Frage vor­ge­legt, ob Art. 3 Abs. 1 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 da­hin­ge­hend aus­zu­le­gen ist, dass die Band­brei­ten­re­du­zie­rung im Fall von "Strea­mOn" das Recht der End­nut­zer i.S.d. Art. 3 Abs. 1 der Ver­ord­nung (EU) Nr. 2015/2120 ein­schränkt.
 

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