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Distressed M&A: Experten rechnen mittel- bis langfristig mit deutlichem Anstieg von Insolvenz- und Krisenfällen

  • Schwäche ein­zel­ner Bran­chen setzt sich fort, Er­ho­lung be­stimm­ter Sek­to­ren be­ginnt
  • Stra­te­gi­sche In­ves­to­ren nut­zen zu­neh­mend Ge­le­gen­hei­ten für Zukäufe
  • Prüfung von Al­ter­na­ti­ven: „Dual-Track“-Ver­fah­ren und „Opi­ni­ons“ wer­den wich­ti­ger
  • StaRUG er­wei­tert die Möglich­kei­ten zur frühzei­ti­gen Re­struk­tu­rie­rung

Stutt­gart, 31. Mai 2021. – Die Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Eb­ner Stolz Ma­nage­ment Con­sul­tants GmbH hat im April 2021 deutsch­land­weit rund 270 In­sol­venz­ver­wal­ter, Sa­nie­rungs­be­ra­ter und Ban­ker der Sa­nie­rungs­ab­tei­lun­gen zu den ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen und Her­aus­for­de­run­gen bei Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen in Kri­sen- und In­sol­venz­si­tua­tio­nen be­fragt.

Die Corona-Pan­de­mie hält die Welt auch 2021 in Atem. Zahl­rei­che Un­ter­neh­men ste­hen vor großen Her­aus­for­de­run­gen, viele sind mitt­ler­weile in ih­rer Exis­tenz gefähr­det. Ne­ben zusätz­li­chen Be­las­tun­gen, wie der Um­set­zung von Hy­gie­nemaßnah­men oder auch der Or­ga­ni­sa­tion von Home-Of­fice-Lösun­gen, sind es je­doch die dras­ti­schen Um­satzrückgänge in vie­len Bran­chen, die Un­ter­neh­men in wirt­schaft­li­che Schief­la­gen ge­bracht ha­ben.

Staat­li­che Un­terstützungsmaßnah­men von his­to­ri­schem Ausmaß - Li­qui­ditäts- und Überbrückungs­hil­fen, So­fort­hil­fen, Bun­desbürg­schaf­ten und ein neu auf­ge­leg­ter Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds mit einem Vo­lu­men von rund EUR 100 Mrd. - sol­len den Fort­be­stand vie­ler Un­ter­neh­men ebenso si­chern wie das am 30. April 2021 aus­ge­lau­fene Mo­ra­to­rium über die Aus­set­zung der In­sol­venz­an­trags­pflicht.

Doch wir­ken diese Maßnah­men nach­hal­tig oder ist in na­her Zu­kunft mit mehr In­sol­ven­zen oder so­gar ei­ner Plei­te­welle zu rech­nen? Die ak­tu­elle Um­frage von Eb­ner Stolz zeigt, dass eine Mehr­heit (60%) der In­sol­venz­ver­wal­ter und in­sol­venz­na­hen Be­ra­ter kurz­fris­tig nicht mit ei­ner Verände­rung des In­sol­venz­ge­sche­hens rech­net, je­doch mit­tel- bis lang­fris­tig von ei­ner stei­gen­den Zahl an Kri­sen- und In­sol­venzfällen aus­geht (68%).

Gegensätzliche Entwicklung einzelner Branchen setzt sich fort

Wie be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr er­war­tet eine Mehr­heit der Be­frag­ten die stärks­ten Aus­wir­kun­gen der Corona-Krise auf die Bran­chen Tou­ris­mus, Han­del und Tex­til­wirt­schaft. Da­ge­gen rech­nen die Teil­neh­mer der Um­frage mit ei­ner Ent­span­nung im An­la­gen- und Ma­schi­nen­bau und vor al­lem im Be­reich Au­to­mo­tive. Als kri­sen­fest er­weist sich vor al­lem die Nah­rungs- und Ge­nuss­mit­tel­bran­che, die auf­grund ih­rer di­ver­si­fi­zier­ten Ge­schäfts­mo­delle deut­lich bes­ser ein­ge­stuft wird als im Jahr 2021 bei der ers­ten Be­fra­gung von Eb­ner Stolz.

Anstieg bei M&A Prozessen erwartet

Im ver­gan­ge­nen Jahr rech­nete eine Mehr­heit (52%) der be­frag­ten Ex­per­ten mit kurz­fris­tig sto­cken­den M&A-Pro­zes­sen un­ter an­de­rem auf­grund von Rei­se­be­schränkun­gen durch CO­VID-19 und den vorüber­ge­hen­den Rück­zug stra­te­gi­scher In­ves­to­ren. Knapp zwei Drit­tel (65%) der Be­frag­ten ge­hen da­von aus, dass sich dies auch nach Wie­der­ein­set­zung der In­sol­venz­an­trags­pflicht am 1. Mai 2021 zunächst nicht ändern wird. Al­ler­dings er­war­tet knapp die Hälfte (49%) der Ex­per­ten vor al­lem ab 2022 eine spürbare Zu­nahme der In­ves­to­ren­pro­zesse in In­sol­venz­ver­fah­ren.

Strategische Investoren kehren zurück

Einen Grund hierfür se­hen die Um­fra­ge­teil­neh­mer in der un­verändert ho­hen Li­qui­dität im Markt, durch den sich ins­be­son­dere Fi­nanz­in­ves­to­ren nach wie vor einem star­ken An­lage- und Hand­lungs­druck aus­ge­setzt se­hen. Da­her ist es we­nig über­ra­schend, dass je­weils mehr als zwei Drit­tel der In­sol­venz­ver­wal­ter und -be­ra­ter so­wohl kurz­fris­tig (69%) also auch mit­tel- und lang­fris­tig (70%) von einem un­verändert ho­hen bzw. wei­ter stei­gen­den En­ga­ge­ment von Fi­nanz­in­ves­to­ren aus­geht.

Ein wei­te­rer Grund liegt in der Rück­kehr stra­te­gi­scher In­ves­to­ren. De­ren kurz­fris­tig zwar noch re­la­tiv ge­rin­ges En­ga­ge­ment im Um­feld von Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen wird sich nach An­sicht von 44% der be­frag­ten In­sol­venz­ver­wal­ter und Sa­nie­rungs­be­ra­ter mit­tel- bis lang­fris­tig deut­lich stei­gern. Denn für Un­ter­neh­men, die kaum von der Krise be­trof­fen sind bzw. diese gut über­stan­den ha­ben, wer­den sich mit­tel- bis lang­fris­tig zahl­rei­che Op­por­tu­nitäten für Zukäufe eröff­nen.

„Dual-Track“-Verfahren und „Opinions“ auf dem Vormarsch

Auffällig ist, dass ein zwei­glei­si­ges Vor­ge­hen im Rah­men ei­nes In­sol­venz­plan­ver­fah­rens im Ver­gleich zum Vor­jahr noch höher ge­schätzt wird. Knapp zwei Drit­tel der Be­frag­ten (65%) sieht ein „Dual-Track“-Ver­fah­ren, das so­wohl die Möglich­keit ei­nes Ver­kaufs, als auch die Ei­gen­sa­nie­rung eröff­net, als zwin­gend er­for­der­lich an.

Darüber hin­aus wurde zu­letzt an Stelle der Durchführung ei­nes vollständi­gen M&A-Pro­zes­ses oft­mals nur ein Markt­test in Form ei­ner „Opi­nion“ ein­ge­holt, um die Er­folgs­aus­sich­ten ei­nes Ver­kaufs­pro­zes­ses zu prüfen und eine Wer­tein­schätzung des Un­ter­neh­mens vor­zu­neh­men. Diese Be­ob­ach­tung bestätig­ten 56% der be­frag­ten Ex­per­ten. Da­bei han­delt es sich um eine Kon­se­quenz aus den ak­tu­ell im­mer noch nied­ri­gen Kauf­prei­sen für Un­ter­neh­men im Distres­sed-Seg­ment, für die sich kurz­fris­tig keine Verände­rung ab­zeich­net.

Neue Möglichkeiten durch StaRUG?

Mit dem seit 1. Ja­nuar 2021 gel­ten­den StaRUG hat der Ge­setz­ge­ber ein In­stru­ment für die präven­tive Re­struk­tu­rie­rung ge­schaf­fen, das bei Un­ter­neh­men An­reize schaf­fen soll, frühzei­tig Maßnah­men zur Über­win­dung wirt­schaft­li­cher Schwie­rig­kei­ten um­zu­set­zen. Hier herrscht un­ter den be­frag­ten Ex­per­ten aber noch Un­si­cher­heit vor, da bis­lang kaum Er­fah­rungs­werte (82%) aus der Pra­xis vor­lie­gen. Eine deut­li­che Mehr­heit (73%) rech­net nicht mit ei­ner Zu­nahme der Fall­zah­len, da der StaRUG kei­nen Ein­griff in Ar­beit­neh­mer­rechte er­laubt und ein Per­so­nal­ab­bau da­mit als we­sent­li­ches Re­struk­tu­rie­rungs­in­stru­ment aus­schei­det.

Die de­tail­lier­ten Er­geb­nisse der Um­frage „Ak­tu­elle Her­aus­for­de­run­gen bei Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen in Kri­sen- und In­sol­venz­si­tua­tio­nen“ sind auf An­frage erhält­lich.

Unternehmenskontakt

Mi­chael Eu­ch­ner
Eb­ner Stolz Ma­nage­ment Con­sul­tants
Kro­nen­straße 30
70174 Stutt­gart
Tel. +49 711 2049-1268
[Link auf mi­chael.eu­ch­ner@eb­ner­stolz.de]mi­chael.eu­ch­ner@eb­ner­stolz.de

Pressekontakt

Hen­ning Mar­bur­ger
Eb­ner Stolz Ma­nage­ment Con­sul­tants
Holz­markt 1
50676 Köln
Tel. +49 221 20643-628
hen­ning.mar­bur­ger@eb­ner­stolz.de

Über Ebner Stolz

Eb­ner Stolz ist eine der größten un­abhängi­gen mit­telständi­schen Prüfungs- und Be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land und gehört zu den Top Ten der Bran­che. Das Un­ter­neh­men verfügt über jahr­zehn­te­lange fun­dierte Er­fah­rung in Wirt­schaftsprüfung, Steu­er­be­ra­tung, Rechts­be­ra­tung und Un­ter­neh­mens­be­ra­tung. Die­ses breite Spek­trum bie­ten 1.800 Mit­ar­bei­ter in dem für sie ty­pi­schen mul­ti­dis­zi­plinären An­satz in al­len we­sent­li­chen deut­schen Großstädten und Wirt­schafts­zen­tren an. Als Marktführer im Mit­tel­stand be­treut das Un­ter­neh­men über­wie­gend mit­telständi­sche In­dus­trie-, Han­dels- und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men al­ler Bran­chen und Größenord­nun­gen.

Länderüberg­rei­fende Prüfungs- und Be­ra­tungs­aufträge führt Eb­ner Stolz zu­sam­men mit Part­nern von Ne­xia In­ter­na­tio­nal durch, welt­weit ei­nes der zehn größten Netz­werke von Be­ra­tungs- und Wirt­schaftsprüfungs­un­ter­neh­men. Eb­ner Stolz ist über Ne­xia in über 120 Ländern mit mehr als 720 Büros ver­tre­ten.

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