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Bar- oder Sachlohn bei Beiträgen zu Zusatzkrankenversicherungen?

Erhält ein Arbeitnehmer Sachlohn, kommt die Anwendung der monatlichen Freigrenze von 44 Euro in Betracht. Der BFH befasste sich deshalb in zwei Entscheidungen mit der Unterscheidung zwischen Sach- und Barlohn.

Wird einem Arbeit­neh­mer Sach­lohn gewährt, bleibt die­ser steu­er­f­rei, sofern die Frei­g­renze von monat­lich 44 Euro nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG nicht über­schrit­ten wird. Bei Bar­lohn kommt diese Frei­g­renze nicht zur Anwen­dung. Der BFH kommt in zwei Streit­fäl­len zur Qua­li­fi­zie­rung von Bei­trags­zah­lun­gen zuguns­ten einer Zusatz­kran­ken­ver­si­che­rung zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen.

Kann der Arbeit­neh­mer auf­grund der arbeits­ver­trag­li­chen Rege­lung von sei­nem Arbeit­ge­ber aus­sch­ließ­lich Ver­si­che­rungs­schutz und nicht auch eine Geld­zah­lung ver­lan­gen, stellt die Gewäh­rung von Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz in Höhe der geleis­te­ten Bei­träge Sach­lohn dar (BFH-Urteil vom 7.6.2018, Az. VIR 13/16). Im Streit­fall wurde die monat­li­che Frei­g­renze nicht über­schrit­ten, so dass die Bei­trags­zah­lun­gen steu­er­f­rei sind.

Bie­tet hin­ge­gen der Arbeit­ge­ber eine Zusatz­kran­ken­ver­si­che­rung über eine pri­vate Kran­ken­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft an und zahlt an Mit­ar­bei­ter, die die­ses Ange­bot anneh­men und mit der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft einen ent­sp­re­chen­den Ver­trag ein­ge­hen, monat­li­che Zuschüsse in Höhe der Ver­si­che­rungs­bei­träge, liegt Bar­lohn vor (BFH-Urteil vom 4.7.2018, Az. VIR 16/17). Der Arbeit­ge­ber habe hier nur die Mög­lich­keit zum Abschluss einer Ver­si­che­rung ver­schafft und bei Abschluss eines ent­sp­re­chen­den Ver­si­che­rungs­ver­trags einen Geld­zu­schuss ver­spro­chen. Anders als im ers­ten Fall werde damit kein betrieb­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rungs­schutz gewährt.



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