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Erweiterte gewerbesteuerliche Grundstückskürzung

Der Große Senat des BFH bejaht in bestimmten Fällen die Anwendung der erweiterten gewerbesteuerlichen Grundstückskürzung trotz Beteiligung einer grundstücksverwaltenden Personengesellschaft an einer Personengesellschaft.

Die erwei­terte Kür­zung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG ist einer grund­stücks­ver­wal­ten­den, gewerb­lich gepräg­ten Per­so­nen­ge­sell­schaft auch dann zu gewäh­ren, wenn sie an einer rein grund­stücks­ver­wal­ten­den, nicht gewerb­lich gepräg­ten Per­so­nen­ge­sell­schaft betei­ligt ist. Dies hat der Große Senat des BFH mit Beschluss vom 25.9.2018 (Az. GrS2/16) klar­ge­s­tellt und damit im Sinne des vor­le­gen­den IV. BFH-Senats (Vor­la­ge­be­schluss vom 21.6.2016, Az. IV R 26/14) ent­schie­den.

Hin­ter­grund waren Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen dem I. und IV. BFH-Senat zur Aus­le­gung des Aus­sch­ließ­lich­keits­kri­te­ri­ums in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG. Denn nur sofern die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit aus­sch­ließ­lich in der Ver­wal­tung eige­nen Grund- und Kapi­tal­ver­mö­gens besteht, ist der dar­aus erzielte Gewinn für Zwe­cke der Gewer­be­steuer zu kür­zen und unter­liegt nicht der Gewer­be­steuer. Das „Hal­ten eines Anteils“ an einer grund­stücks­ver­wal­ten­den Per­so­nen­ge­sell­schaft ist dabei nach Auf­fas­sung des Gro­ßen Senats keine kür­zungs­schäd­li­che Tätig­keit, da den Gesell­schaf­tern der Grund­be­sitz der ver­mö­gens­ver­wal­ten­den Per­so­nen­ge­sell­schaft nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO antei­lig als „eige­ner Grund­be­sitz“ zuzu­rech­nen ist. Inso­fern ver­wal­ten die Gesell­schaf­ter auch im Hin­blick auf die Betei­li­gung an der grund­stücks­ver­wal­ten­den Per­so­nen­ge­sell­schaft aus­sch­ließ­lich eige­nen Grund­be­sitz.

Hin­weis

Die zuguns­ten der Steu­erpf­lich­ti­gen ergan­gene Ent­schei­dung des Gro­ßen Senats ist für den Immo­bi­li­en­be­reich von gro­ßer Bedeu­tung und schafft Rechts­si­cher­heit für Betei­li­gungs­struk­tu­ren in Form von sog. „Zebra­ge­sell­schaf­ten“.

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