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BMF zur Umsatzbesteuerung von E-Book- und E-Paper-Bundles

Die Um­satz­be­steue­rung von sog. Bund­les, bei de­nen z. B. bei Kauf des ge­druck­ten Buchs auch der Zu­gang zur On­line-Ver­sion des Buchs ein­geräumt wird, be­rei­tet seit den Ver­laut­ba­run­gen der Fi­nanz­ver­wal­tung im Juni 2014 große prak­ti­sche Pro­bleme. Das BMF rea­giert hier noch­mals mit ei­ner verlänger­ten Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung.

Mit Schrei­ben vom 2.6.2014 (Az. IV D 2 - S-7200/13/10005, siehe gleich­lau­tende Verfügung des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Steu­ern vom 12.6.2014, Az. S 7200.1.1-21/4 St33) erläuterte das BMF, wie im Falle der Ab­gabe ei­nes ge­druck­ten Buchs oder ei­ner ge­druck­ten Zei­tung zu­sam­men mit der Einräum­ung des Zu­gangs zum E-Book oder zum E-Pa­per (sog. Bund­les) der da­bei er­zielte Um­satz in einen dem ermäßig­ten Um­satz­steu­er­satz von 7 % und in einen dem Re­gel­steu­er­satz von 19 % un­ter­lie­gen­den An­teil auf­zu­tei­len ist. 

Be­schränkt auf die Ab­gabe ei­nes ge­druck­ten Buchs und ei­nes E-Books zu einem Ge­samt­ver­kaufs­preis verlängert das BMF nun die zunächst bis 30.6.2014 gewährte Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung (BMF-Schrei­ben vom 7.11.2014 an die re­le­van­ten Bran­chen­verbände, Az. IV D 2 - S 7200/13/10005). Da­nach wird es nicht be­an­stan­det, wenn für vor dem 1.1.2016 aus­geführte Umsätze die Ab­gabe ei­nes ge­druck­ten Buchs und ei­nes E-Books zu einem Ge­samt­ver­kaufs­preis als ein­heit­li­che Leis­tung an­ge­se­hen wird, die ins­ge­samt dem ermäßig­ten Steu­er­satz un­ter­liegt. Da­mit soll den Buch­ver­la­gen und dem Buch­han­del aus­rei­chend Ge­le­gen­heit ge­ge­ben wer­den, ihre Ab­rech­nungs- und Kas­sen­sys­teme an die be­ste­hen­den steu­er­li­chen Re­ge­lun­gen an­zu­pas­sen. Eine Aus­deh­nung der Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung auf ge­druckte Zei­tun­gen/Zeit­schrif­ten mit Zu­gang zum ent­spre­chen­den E-Pa­per wird hin­ge­gen ex­pli­zit ab­ge­lehnt. Umsätze aus dem Ver­kauf von ge­druck­ten Zei­tun­gen/Zeit­schrif­ten zu­sam­men mit der Einräum­ung des Zu­gangs zum E-Pa­per sind da­her nach der­zei­ti­ger Ver­wal­tungs­auf­fas­sung spätes­tens seit dem 1.7.2014 auf­zu­tei­len.

Hinweis

Mit dem BMF-Schrei­ben vom 7.11.2014 wird zu­min­dest den rei­nen Buch­ver­la­gen und Buchhänd­lern ein länge­rer Überg­angs­zeit­raum gewährt, um ihre Preis­ge­stal­tung, ihre Kas­sen­sys­teme und ihre buch­hal­te­ri­schen Abläufe an die Vor­ga­ben der Fi­nanz­ver­wal­tung zur Auf­tei­lung der Umsätze für Bund­les an­zu­pas­sen. Be­dau­erns­wer­ter­weise sind Zei­tungs­ver­lage und -händ­ler da­von aus­ge­nom­men. 

Der Wort­laut des Schrei­bens des BMF so­wie die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die An­frage ei­nes Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten las­sen dar­auf schließen, dass das BMF und die Bun­des­re­gie­rung auch die bis­he­rige, zum 1.7.2014 ab­ge­lau­fene Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung zur Ab­gabe von E-Bund­les, die so­wohl für Bund­les mit E-Books als auch für Bund­les mit E-Pa­pers galt, so ver­stan­den ha­ben, dass das E-Bundle als ein­heit­li­che Leis­tung an­ge­se­hen wurde, die zu einem Ge­samt­ver­kaufs­preis er­bracht wurde. Dem wird al­ler­dings nach un­se­rer Er­fah­rung in lau­fen­den Be­triebsprüfun­gen of­fen­bar noch nicht Rech­nung ge­tra­gen.

Da­her ha­ben die re­le­van­ten Bran­chen­verbände dem BMF mit einem Ant­wort­schrei­ben zum BMF-Schrei­ben vom 7.11.2014 deut­lich ge­macht, dass eine Gleich­stel­lung von E-Pa­per- und E-Book-Bund­les hin­sicht­lich der Er­stre­ckung der Nicht­be­an­stan­dungs­frist sach­lich zwin­gend ge­bo­ten sei. Da­ne­ben wird eine Ent­schei­dung des BMF an­ge­mahnt, wie die zum 1.7.2014 ab­ge­lau­fene Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung hin­sicht­lich der Be­hand­lung von E-Pa­per-Bund­les zu in­ter­pre­tie­ren ist.

Das BMF hat be­reits an­gekündigt, dass es noch ein wei­te­res Schrei­ben an die re­le­van­ten Bran­chen­verbände ge­ben soll, in dem wei­tere Ein­zel­hei­ten aus den zu­grunde lie­gen­den Bund-Länder-Ab­stim­mun­gen veröff­ent­licht wer­den.

Hinweis

Mit BMF-Schrei­ben vom 1.12.2014 (Az. IV D 2 - S 7225/07/10002) wur­den zu­dem An­wen­dungs­erläute­run­gen zur Einführung des ermäßig­ten Steu­er­sat­zes auf Hörbücher veröff­ent­licht. In die­sem Zuge hat das BMF zu den auf elek­tro­ni­schem Weg er­brach­ten sons­ti­gen Leis­tun­gen (z. B. das Her­un­ter­la­den von Hörbüchern aus dem In­ter­net) mit­ge­teilt, dass, so­fern der Un­ter­neh­mer ge­gen Zah­lung ei­nes Ge­samt­ver­kaufs­prei­ses ein ge­druck­tes Buch im Sinne der Nr. 49 Buch­stabe a der An­lage 2 zum UStG ab­gibt und gleich­zei­tig den elek­tro­ni­schen Zu­gang zum Hörbuch einräumt, der Ge­samt­ver­kaufs­preis nach Maßgabe von Ab­schnitt 10.1 Ab­satz 11 UStAE auf­zu­tei­len sei. Für vor dem 1.1.2016 aus­geführte Umsätze wird es al­ler­dings nicht be­an­stan­det, wenn der Un­ter­neh­mer diese Vorgänge als ein­heit­li­che Leis­tung be­han­delt, die ins­ge­samt dem ermäßig­ten Steu­er­satz un­ter­liegt. In­so­weit geht diese Aus­sage kon­form mit den oben dar­ge­stell­ten Aus­sa­gen im Schrei­ben des BMF an die Bran­chen­verbände vom 7.11.2014.

Ob von der so ver­stan­de­nen Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung auch noch an­dere tech­ni­sche Pro­dukt­va­ri­an­ten (Apps, Da­ten­ban­ken, Down­loads, Lo­se­blatt­werke mit di­gi­ta­len Up­dates) um­fasst sind, kann der­zeit auf­grund der nicht ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen des BMF nicht ab­schließend be­ur­teilt wer­den.

Es er­scheint darüber hin­aus frag­lich, ob die Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lun­gen des BMF vor Ge­richt Be­stand ha­ben wer­den, da diese in Wi­der­spruch zum BFH-Be­schluss vom 3.4.2013 (Az. V B 125/12, BStBl. 2013 II, S. 973) ste­hen.

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