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OLG Köln: Kein Schadensersatz für Immobilienfonds-Anleger

Urteil des OLG Köln vom 30.8.2012 - 18 U 42/11 u.a.

Das OLG Köln hat die Kla­gen von ins­ge­samt 16 An­le­gern zurück­ge­wie­sen, die eine Fonds- und eine Treu­hand­ge­sell­schaft so­wie den All­ge­mei­nen Wirt­schaft­dienst AWD auf Scha­dens­er­satz in ei­ner Ge­samthöhe von rd. 750.000 € An­spruch ge­nom­men hat­ten. Die An­le­ger hat­ten Pro­spekt­feh­ler so­wie überhöhte Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen gel­ten ge­macht.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläger, ins­ge­samt 16 An­le­ger, er­war­ben An­fang bis Mitte der 90er Jahre An­teile an einem Im­mo­bi­li­en­fonds, der ein Wohn- und Ge­schäfts­gebäude in Ber­lin er­rich­tete und be­trieb; die AWD GmbH hatte den Ver­kauf ver­mit­telt. Nach­dem die Ren­di­ten nicht den Vor­stel­lun­gen der Kläger ent­spro­chen hat­ten, nah­men sie die die Fonds- und Treu­hand­ge­sell­schaft so­wie den AWD auf Rück­zah­lung der Ein­la­gen i.H.v. rd. 750.000 € ge­gen Rück­gabe der Fonds­an­teile in An­spruch.

Die Kläger wer­fen den Be­klag­ten vor, der Pro­spekt sei in meh­re­ren Punk­ten feh­ler­haft ge­we­sen. So sei nicht aus­rei­chend dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass die Fonds­an­teile nur ein­ge­schränkt han­del­bar seien; die Ren­dite-Pro­gno­se­rech­nung sei un­rea­lis­ti­sch überhöht ge­we­sen. Zu­dem sei das Verhält­nis zwi­schen dem An­teil des Ka­pi­tals, der tatsäch­lich für Er­rich­tung und Be­trieb des Gebäudes ver­wen­det wurde und dem An­teil für Be­ra­tungs- und sons­tige Ne­ben­kos­ten un­klar und feh­ler­haft dar­ge­stellt wor­den.

Das LG wies die Kla­gen ab. Die An­sprüche seien je­den­falls verjährt. Im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ha­ben die Kläger auch eine überhöhte Pro­vi­si­ons­zah­lung an den AWD be­haup­tet: es seien ent­ge­gen den An­ga­ben im Pro­spekt min­des­tens 15 Pro­zent Pro­vi­sion ge­zahlt wor­den, worüber hätte auf­geklärt wer­den müssen. Das OLG wies die Be­ru­fung der Kläger zurück. Die Re­vi­sion zum BGH wurde nicht zu­ge­las­sen.

Die Gründe:
Das LG hat zu Recht eine Verjährung der An­sprüche fest­ge­stellt. Der Nach­weis der Zah­lung ei­ner Pro­vi­sion von 15 Pro­zent oder mehr an den AWD konnte zu­dem nicht geführt wer­den.

Es wur­den zur Frage der Höhe der ge­zahl­ten Pro­vi­sio­nen meh­rere Zeu­gen ver­nom­men, dar­un­ter auch der frühere Vor­stands­vor­sit­zende der AWD Hol­ding AG, Cars­ten Maschmeyer. Kei­ner der Zeu­gen konnte je­doch die Zah­lung ei­ner Pro­vi­sion von 15 Pro­zent oder mehr an den AWD bestäti­gen. Die Be­weis­last für die Zah­lung ei­ner aufklärungs­bedürf­ti­gen Pro­vi­sion liegt bei den Klägern, das ne­ga­tive Be­wei­ser­geb­nis geht da­her zu de­ren Las­ten. Hin­sicht­lich der übri­gen Vorwürfe war fest­zu­stel­len, dass das LG zu Recht von ei­ner Verjährung der An­sprüche aus­ge­gan­gen ist. Zu­dem war der Pro­spekt nicht feh­ler­haft; die An­ga­ben wa­ren hin­rei­chend nach­voll­zieh­bar.

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