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Das neue Zuwendungsempfängerregister

Be­reits mit dem Jah­res­steu­er­ge­setz 2020 wurde durch Auf­nahme von § 60b AO n. F. die Einführung des sog. Zu­wen­dungs­empfänger­re­gis­ters be­schlos­sen. Zum 01.01.2024 wird die­ses beim Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern geführte Re­gis­ter „scharf­ge­schal­tet“.

Auf Grund­lage des neuen § 60b Abs. 2 AO i. V. m § 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 47 FVG n. F. spei­chert das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern fol­gende Da­ten ei­ner steu­er­begüns­tig­ten Zwecken die­nen­den Körper­schaft:

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  1. Wirt­schafts-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer,
  2. Name,
  3. An­schrift,
  4. steu­er­begüns­tigte Zwecke,
  5. das für die Fest­set­zung der Körper­schaft­steuer zuständige Fi­nanz­amt,
  6. Da­tum der Er­tei­lung des letz­ten Frei­stel­lungs­be­schei­des oder Fest­stel­lungs­be­schei­des nach § 60a AO.

Die er­for­der­li­chen An­ga­ben sol­len von dem für die Fest­set­zung der Körper­schaft­steuer zuständi­gen Fi­nanz­amt an das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern über­mit­telt wer­den und über das dort geführte Zu­wen­dungs­empfänger­re­gis­ter öff­ent­lich ein­seh­bar sein. Das Steu­er­ge­heim­nis (§ 30 AO) ist in­so­weit auf­ge­ho­ben.

Ent­spre­chend der Ge­set­zes­begründung soll das Re­gis­ter Rechts­si­cher­heit und Trans­pa­renz schaf­fen so­wie Bürgern und in­sti­tu­tio­nel­len Zu­wen­den­den da­bei hel­fen, die Or­ga­ni­sa­tio­nen zu iden­ti­fi­zie­ren, bei de­nen sie sich kon­kret fi­nan­zi­ell oder per­so­nell en­ga­gie­ren möch­ten. Des Wei­te­ren stellt es einen ers­ten Schritt in Rich­tung der di­gi­ta­len Zu­wen­dungs­bestäti­gung dar. Darüber hin­aus ver­spricht sich die Fi­nanz­ver­wal­tung da­von einen ge­rin­ge­ren Ver­wal­tungs­auf­wand. So soll z. B. der Ab­gleich der im Zu­wen­dungs­empfänger­re­gis­ter auf­geführ­ten Körper­schaf­ten mit den Ver­fas­sungs­schutz­be­rich­ten des Bun­des und der Länder zukünf­tig zen­tral durch das Bun­des­zen­tral­amt für Steuer vor­ge­nom­men wer­den. Das Er­geb­nis der Prüfung wird dann an die zuständige Lan­des­fi­nanz­behörde wei­ter­ge­lei­tet.

Auch ausländi­sche Körper­schaf­ten mit Sitz in einem EU-Mit­glied­staat oder dem EWR-Raum, die nach­weis­lich Zu­wen­dun­gen von Spen­dern mit Wohn­sitz, Auf­ent­halt oder Sitz in Deutsch­land er­hal­ten ha­ben, sol­len in das Zu­wen­dungs­empfänger­re­gis­ter auf­ge­nom­men wer­den, so­fern sie die Vor­aus­set­zun­gen der §§ 51 bis 68 AO erfüllen.

Auf An­trag können auch ju­ris­ti­schen Per­so­nen des öff­ent­li­chen Rechts und öff­ent­li­che Dienst­stel­len, die in der EU oder dem EWR be­le­gen sind, so­wie ebenso dort be­le­gene Körper­schaf­ten, Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen oder Vermögens­mas­sen, die steu­er­begüns­tigte Zwecke ver­fol­gen, in das Re­gis­ter auf­ge­nom­men wer­den. Vor­aus­set­zung ist, dass die Körper­schaft un­mit­tel­bar steu­er­begüns­tigte Zwecke im Sinne der §§ 52 bis 54 AO ver­wirk­licht und ein sog. struk­tu­rel­ler In­lands­be­zug ge­ge­ben ist. Die Prüfung wird zukünf­tig zen­tral durch das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern vor­ge­nom­men und nicht wie bis­lang durch das ört­lich zuständige Fi­nanz­amt.

Al­ler­dings stel­len sich im Zu­sam­men­hang mit ju­ris­ti­schen Per­so­nen des öff­ent­li­chen Rechts noch ei­nige Fra­gen, bspw. wel­che steu­er­begüns­tig­ten Zwecke an­ge­ge­ben wer­den und ob steu­er­begüns­tigte Be­triebe ge­werb­li­cher Art eben­falls in das Re­gis­ter auf­ge­nom­men wer­den müssen.

Hin­weis: Grundsätz­lich be­steht für steu­er­begüns­tigte Körper­schaf­ten kein Hand­lungs­be­darf, da die er­for­der­li­chen Da­ten au­to­ma­ti­siert vom Fi­nanz­amt an das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern über­mit­telt wer­den. Spätes­tens bis Jah­res­ende sollte je­doch überprüft wer­den, ob die oben ge­nann­ten Da­ten dem zuständi­gen Fi­nanz­amt in ak­tu­el­ler Form vor­lie­gen. Die Veröff­ent­li­chung um Zu­wen­dungs­empfänger­re­gis­ter sollte dann eben­falls auf Rich­tig­keit überprüft wer­den.

Lisa Ma­ria Ro­eder

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