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BVerwG: Rechtmäßigkeit der Lkw-Mautsätze weiter offen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig (BVerwG) hat den Rechts­st­reit um die Recht­mä­ß­ig­keit der Lkw-Maut­sätze nach der vom 1. Juli 2003 bis zum 31. August 2007 gel­ten­den Ver­ord­nung zur Fest­set­zung der Höhe der Auto­bahn­maut (Maut­höhe­ver­ord­nung) erneut an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­r­hein-West­fa­len in Müns­ter zurück­ver­wie­sen.

Mit Urteil vom 4. August 2010 - BVerwG 9 C 6.09 - war die Rechts­sa­che vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt schon ein­mal an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen wor­den. Dies war damals zur Klär­ung der Frage gesche­hen, ob bei der Fest­set­zung der Maut­sätze für die bei­den in der Maut­höhe­ver­ord­nung bestimm­ten Achs­klas­sen (mautpf­lich­tige Lkw mit bis zu drei Ach­sen einer­seits und ab vier Ach­sen ande­rer­seits) die von der Achs­zahl abhän­gi­gen Wege­kos­ten sach­ge­recht ermit­telt und zuge­ord­net wor­den waren (vgl. Pres­se­mit­tei­lung Nr. 69/2010).

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat dar­auf­hin mit Urteil vom 25. Oktober 2012 die beklagte Bun­des­re­pu­b­lik Deut­sch­land zur Erstat­tung der Maut an den Klä­ger ver­ur­teilt. Tra­gen­der Grund hier­für war aller­dings nicht die Annahme einer feh­ler­haf­ten Ver­tei­lung der achs­zahl­be­zo­ge­nen Wege­kos­ten auf die bei­den oben genann­ten Achs­klas­sen. Viel­mehr ist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt davon aus­ge­gan­gen, dass die zwei- und drei­ach­si­gen Lkw über­haupt nicht in einer Achs­klasse mit dem­sel­ben Maut­satz hät­ten zusam­men­ge­fasst wer­den dür­fen, weil die Drei­ach­ser in höhe­rem Maße Wege­kos­ten ver­ur­sach­ten als die Zwei­ach­ser. Schon aus die­sem Grund sei die Maut­höhe­ver­ord­nung unwirk­sam.

Die beklagte Bun­des­re­pu­b­lik Deut­sch­land hat gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­sion in dem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Beschwerde zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erho­ben. Sie rech­net, wie in der Presse berich­tet wurde, aus Anlass des ange­grif­fe­nen Urteils mit zahl­rei­chen Rücker­stat­tungs­for­de­run­gen ande­rer Spe­diteure.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun­mehr fest­ge­s­tellt, dass sich dem Vor­brin­gen der Bun­des­re­pu­b­lik und ihrer Gut­ach­ter vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ver­schie­dene Anhalts­punkte dafür ent­neh­men las­sen, dass die Zusam­men­fas­sung der zwei- und drei­ach­si­gen Lkw in einer Achs­klasse trotz unter­schied­li­cher Kos­ten­ver­ant­wort­lich­keit durch hin­rei­chend gewich­tige Gründe - ins­be­son­dere sol­che der Ver­wal­tung­s­prak­ti­ka­bi­li­tät - gerecht­fer­tigt sein könnte. Die damit zusam­men­hän­gen­den tat­säch­li­chen Fra­gen sind in der Beru­fungs­in­stanz nicht aus­rei­chend unter­sucht wor­den. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt muss daher die­sen - für die Wirk­sam­keit der Maut­höhe­ver­ord­nung maß­geb­li­chen - Aspekt näher auf­klä­ren.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BVerwG Nr. 30/2013 vom 30.05.2013

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