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BFH: Erleichterte steuerneutrale Generationennachfolge bei Personengesellschaften

Urteil des BFH vom 02.08.12 - IV R 41/11

Der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft kann sei­nen Gesell­schaft­s­an­teil steu­er­neu­tral auf ein Kind über­tra­gen, obwohl er ein ihm allein gehö­ren­des und von der Gesell­schaft genutz­tes Grund­stück zeit­g­leich und eben­falls steu­er­neu­tral auf eine zweite Per­so­nen­ge­sell­schaft über­trägt. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 2. August 2011 IV R 41/11 ent­schie­den und damit der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung wider­spro­chen.

Im ent­schie­de­nen Fall war der Vater allei­ni­ger Kom­man­di­tist einer Spe­di­tion in der Rechts­form einer GmbH & Co. KG gewe­sen und hatte der KG das in sei­nem Eigen­tum ste­hende Betriebs­grund­stück ver­mie­tet. Im Oktober 2002 schenkte der Vater sei­ner Toch­ter zunächst 80 % sei­ner Anteile an der KG sowie die gesam­ten Anteile an der GmbH. Ansch­lie­ßend grün­dete der Vater eine zweite GmbH & Co. KG, auf die er dann im Dezem­ber 2002 das Betriebs­grund­stück über­trug. Zeit­g­leich wur­den auch die rest­li­chen KG-Anteile auf die Toch­ter über­tra­gen.

Nach Mei­nung des Vaters konn­ten alle Über­tra­gun­gen zum Buch­wert und damit steu­er­neu­tral vor­ge­nom­men wer­den. Das Finanz­amt stimmte dem nur in Bezug auf die Über­tra­gung des Grund­stücks zu. Wegen des­sen Aus­g­lie­de­rung seien aber alle stille Reser­ven im Gesamt­hands­ver­mö­gen der KG (hier ein Geschäfts­wert von 100.000 €) auf­ge­deckt wor­den.

Nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz fin­den alle hier vor­ge­nom­me­nen Über­tra­gun­gen für sich genom­men zum Buch­wert statt. Streit besteht nur über die Frage, ob sich daran etwas ändert, wenn meh­rere Über­tra­gun­gen in einem engen zeit­li­chen Zusam­men­hang vor­ge­nom­men wer­den. Die Finanz­ver­wal­tung hat in einer Ver­wal­tungs­an­wei­sung die Auf­fas­sung ver­t­re­ten, die Aus­g­lie­de­rung von Wirt­schafts­gü­tern des sog. Son­der­be­triebs­ver­mö­gens (hier das Grund­stück) in ein ande­res Betriebs­ver­mö­gen bewirke, dass der Gesell­schaft­s­an­teil mit dem evtl. ver­b­lie­be­nen wei­te­ren Son­der­be­triebs­ver­mö­gen nicht mehr zum Buch­wert über­tra­gen wer­den könne. Dem ist der BFH mit dem Urteil vom 2. August 2012 ent­ge­gen­ge­t­re­ten, weil das Gesetz beide Buch­wert­über­tra­gun­gen gestatte und kei­ner der bei­den Rege­lun­gen ein Vor­rang ein­ge­räumt wor­den sei.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 71/2012 vom 17.10.2012

 

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