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VG Köln: E-Zigarette ist kein Arzneimittel

Urteil des VG Köln - 7 K 3169/11

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln (VG Köln) hat in einem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den, dass die so­ge­nannte „E-Zi­ga­rette“ auch dann kein zu­las­sungs­bedürf­ti­ges Arz­nei­mit­tel ist, wenn die ent­hal­te­nen Li­quid-De­pots Ni­ko­tin ent­hal­ten.

Ge­klagt hatte ein Her­stel­ler so­wie ein Ver­triebs­un­ter­neh­mer, de­ren Pro­dukte in Form und Farbe ei­ner herkömm­li­chen Zi­ga­rette ähneln. Diese be­ste­hen aus ei­ner Hülle, einem elek­tro­ni­sch ge­steu­er­ten Ver­damp­fer mit Akku so­wie einem Pa­pier­fil­ter mit dem in­te­grier­ten Li­quid-De­pot. Die „E-Zi­ga­rette“ wird nach dem Zu­sam­men­bau wie eine Zi­ga­rette ge­braucht, wo­bei die durch den Akku er­zeugte Wärme die im De­pot be­find­li­che Flüssig­keit ver­dampft. Der Be­nut­zer at­met beim In­ha­lie­ren einen Ae­ro­sol­dampf ein, der Ta­baka­ro­men und Ni­ko­tin enthält.

Das Bun­des­in­sti­tut für Arz­nei­mit­tel und Me­di­zin­pro­dukte in Bonn als für die Arz­nei­mit­tel­zu­las­sung zuständige Bun­des­behörde hatte in einem ver­gleich­ba­ren Fall ver­bind­lich fest­ge­stellt, dass es sich bei ni­ko­tin­hal­ti­gen „E-Zi­ga­ret­ten“ um Arz­nei­mit­tel han­dele und diese Auf­fas­sung in einem Schrei­ben an die Kläger bekräftigt. In­folge des­sen kam es zu straf­recht­li­chen Er­mitt­lun­gen und Warn­schrei­ben von Über­wa­chungs­behörden der Länder.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt führt in sei­nem Ur­teil aus, Ni­ko­tin könne zwar auch ein Arz­nei­stoff sein und als sol­cher auch zu me­di­zi­ni­schen Zwecken ein­ge­setzt wer­den. In der An­wen­dungs­form der „E-Zi­ga­rette“ fehle es dem Stoff je­doch an der für ein Arz­nei­mit­tel er­for­der­li­chen the­ra­peu­ti­schen oder pro­phy­lak­ti­schen Zweck­be­stim­mung. Es gehe viel­mehr darum, das Ver­lan­gen des Ver­wen­ders nach Ni­ko­tin zu be­frie­di­gen. In die­sem Sinne han­dele es sich um ein Ge­nuss­mit­tel. Den er­for­der­li­chen Be­leg ei­ner the­ra­peu­ti­schen Eig­nung habe die Behörde nicht er­bracht. Die mit dem Ge­nuss von Ni­ko­tin und an­de­rer In­halts­stoffe mögli­cher­weise ver­bun­de­nen Ge­sund­heits­ge­fah­ren al­lein recht­fer­tig­ten nicht die Ein­ord­nung als Arz­nei­mit­tel.

Ge­gen das Ur­teil kann in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach des­sen Zu­stel­lung Be­ru­fung beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter ein­ge­legt wer­den

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des VG Köln vom 02.04.2012

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