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Nexia Ebner Stolz

Verlustbescheinigung bis 15.12.2012 bei der Bank beantragen!

Erzielt ein Anle­ger inn­er­halb eines Jah­res bei einer Bank sowohl Ver­luste als auch Erträge auf den Kon­ten und im Depot der Bank, gleicht die Bank die Ver­luste und Erträge mit­ein­an­der aus und führt nur auf den posi­ti­ven Saldo Kapi­ta­l­er­trag­steuer an das Finanz­amt ab. Über­wie­gen hin­ge­gen die Ver­luste und ver­b­leibt am Jah­re­s­ende ein Ver­lust­be­trag, wird die­ser auf das nächste Jahr über­tra­gen und dort mit Erträ­gen ver­rech­net. 

Hat der Anle­ger nicht nur bei einer Bank Kon­ten und Depots und möchte er den Ver­lust, der bei einer Bank am Jah­re­s­ende noch unge­nutzt ist, mit den Erträ­gen aus Kon­ten und Depots einer ande­ren Bank ver­rech­nen, kann er dies nur durch ent­sp­re­chende Anga­ben in der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung errei­chen. Zusätz­li­che Vor­aus­set­zung: Bei der Bank, bei der Ver­luste am Jah­re­s­ende ver­b­lei­ben, ist eine Ver­lust­be­schei­ni­gung zu bean­tra­gen und dem Finanz­amt vor­zu­le­gen. Die Bank, wel­che die Beschei­ni­gung erteilt, darf dann diese Ver­luste im Fol­ge­jahr beim Anle­ger nicht mehr berück­sich­ti­gen.

Der Antrag auf Ertei­lung einer Ver­lust­be­schei­ni­gung für 2012 ist bis spä­tes­tens 15.12.2012 bei der Bank zu stel­len. „Aber bitte nicht ohne Prü­fung der steu­er­li­chen Fol­gen“, rät Rechts­an­walt und Steu­er­be­ra­ter Vol­ker Sch­midt von Ebner Stolz Mön­ning Bachem in Stutt­gart. „Denn der Antrag ist unwi­der­ruf­lich, soll hei­ßen, ein­mal ges­tellt, tritt die Wir­kung ein, auch wenn sich her­aus­s­tel­len sollte, dass ein Ver­lust­über­trag bei der Bank auf das nächste Jahr steu­er­lich vor­teil­haf­ter wäre.“

Typi­scher Fall, in dem von der Antrag­stel­lung abzu­se­hen ist: Die Kapi­tal­an­la­gen bei ande­ren Ban­ken haben in 2012 nur Kapi­ta­l­er­träge bis zur Höhe des Spa­rer-Pausch­be­trags von 801 Euro bzw. 1602 Euro bei zusam­men zur Ein­kom­men­steuer ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten abge­wor­fen. Eine Steuer hier­auf fällt nicht an, so dass der Ver­lust bes­ser dazu genutzt wer­den kann, im Fol­ge­jahr mit Erträ­gen ver­rech­net zu wer­den.

Knif­f­li­ger wird es, wenn man die per­sön­li­che Ein­kom­mens­ent­wick­lung und damit ein­her­ge­hend die Ent­wick­lung des indi­vi­du­el­len Ein­kom­men­steu­er­sat­zes berück­sich­tigt. „Denn“, so Vol­ker Sch­midt, „Kapi­ta­l­ein­künfte unter­lie­gen zwar grund­sätz­lich dem Abgel­tung­steu­er­satz von 25 %, ist jedoch der indi­vi­du­elle Ein­kom­men­steu­er­satz gerin­ger, sind auch die Kapi­ta­l­ein­künfte mit die­sem gerin­ge­ren Steu­er­satz zu bele­gen. So kann der auto­ma­ti­sche Über­trag des Ver­lus­tes auf das Fol­ge­jahr güns­ti­ger sein, wenn ins­ge­s­amt mit einer posi­ti­ven per­sön­li­chen Ein­kom­mens­ent­wick­lung und auch mit posi­ti­ven Kapi­ta­l­ein­künf­ten min­des­tens in Höhe des Ver­lust­über­trags plus Spa­rer-Pausch­be­trag zu rech­nen ist.“

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