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Unterbeteiligungsgesellschaft zwischen Familienangehörigen: Schädliche Befristung der Gesellschaft

Schleswig-Holsteinisches FG 17.12.2015, 5 K 58/12

Die steu­er­recht­li­che An­er­ken­nung ei­ner zwi­schen Mut­ter und Kin­dern ver­ein­bar­ten Un­ter­be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft kann daran schei­tern, dass die Ge­sell­schaft von vorn­her­ein so be­fris­tet ver­ein­bart wird, dass die schenk­weise be­dach­ten Kin­der bei Be­en­di­gung der Un­ter­be­tei­li­gung noch min­derjährig sind und zu­dem der Ver­trag hin­sicht­lich der Er­stel­lung ei­ner Aus­ein­an­der­set­zungs­bi­lanz nicht voll­zo­gen wird.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläge­rin ist seit 1995 an ei­ner GbR be­tei­ligt, die eine Wind­kraft­an­lage be­treibt. Mit no­ta­ri­el­lem Ver­trag über eine Un­ter­be­tei­li­gung räumte die Kläge­rin ih­ren drei min­derjähri­gen Kin­dern (geb. 1995, 1997 und 1999), eben­falls Kläger in die­sem Ver­fah­ren, ab Ja­nuar 2004 eine Un­ter­be­tei­li­gung an der Haupt­ge­sell­schaft ein. Diese war so ge­stal­tet, dass die Kin­der zu glei­chen Tei­len an dem durch ihre Mut­ter an­tei­lig er­ziel­ten Be­triebs­er­geb­nis der Haupt­ge­sell­schaft be­tei­ligt wa­ren. Die Un­ter­be­tei­lig­ten hat­ten das Recht, über die ih­nen zu­fließen­den Ge­winne frei zu verfügen. Die Über­tra­gung der Un­ter­be­tei­li­gung er­folgte un­ent­gelt­lich. Die Be­tei­li­gung der Un­ter­be­tei­lig­ten en­dete Ende 2012, ohne dass es der Kündi­gung ei­nes Ver­trags­part­ners be­durfte.

Die Un­ter­be­tei­li­gung X-GbR gab für die Jahre seit 2004 Fest­stel­lungs­erklärun­gen ab, in de­nen der je­wei­lige Ge­winn­an­teil der Kläge­rin aus der Be­tei­li­gung an der GbR zu glei­chen Tei­len auf ihre Kin­der ver­teilt wurde. Das Fi­nanz­amt stellte die Einkünfte zunächst erklärungs­gemäß fest. Im Jahre 2011 führte das Fi­nanz­amt bei der Un­ter­be­tei­li­gung X GbR eine Be­triebsprüfung durch und er­kannte die Mit­un­ter­neh­mer­schaft der min­derjähri­gen Kin­der steu­er­lich nicht an, da das Ge­sell­schafts­verhält­nis bis kurz vor Voll­en­dung des 18. Le­bens­jah­res des ältes­ten Kin­des be­fris­tet war.

Die Fest­stel­lungs­be­scheide für 2006 und 2009 änderte das Fi­nanz­amt da­hin­ge­hend, dass Einkünfte aus Ge­wer­be­be­trieb von 0 € berück­sich­tigt wur­den, da die Steu­er­pflich­ti­gen im Fest­stel­lungs­zeit­raum nicht mehr be­tei­ligt ge­we­sen seien. Hier­ge­gen wen­den sich die Kläger mit ih­rer Klage. Der Ver­trag über die Un­ter­be­tei­li­gung X-GbR halte einem Fremd­ver­gleich stand. Die un­ter­be­tei­lig­ten Kin­der seien Mit­un­ter­neh­mer.

Das FG gab der Klage statt. Die Re­vi­sion des Fi­nanz­amts wird beim BFH un­ter dem Az. IV R 10/16 geführt.

Die Gründe:
Die Un­ter­be­tei­li­gun­gen der min­derjähri­gen Kin­der sind steu­er­recht­lich nicht an­zu­er­ken­nen.

Nach den Grundsätze des BFH-Ur­teils vom 29.1.1976 (IV R 73/73) war eine Mit­un­ter­neh­mer­schaft der min­derjähri­gen Kin­der im Hin­blick auf die Be­fris­tung der Ge­sell­schaf­ter­stel­lung zu ver­nei­nen. Die Ge­sell­schaf­ter­stel­lung nach dem Un­ter­be­tei­li­gungs­ver­trag war von vorn­her­ein so be­fris­tet, dass die Kin­der im Zeit­punkt ih­res Aus­schei­dens und der Be­en­di­gung der Un­ter­be­tei­li­gung X-GbR im Al­ter von 17, 15 und 13 Jah­ren und da­mit noch min­derjährig wa­ren. Die Be­fris­tung war da­bei so aus­ge­stal­tet, dass die Kin­der noch un­ter­halts­bedürf­tig wa­ren und im Hin­blick auf ihre Min­derjährig­keit eine persönli­che Ak­ti­vität als Ge­sell­schaf­ter kaum zu er­war­ten war.

Zu­dem konn­ten die kla­gen­den Kin­der ihre Rechte, wie z.B. das Kündi­gungs­recht nach § 13 des Ge­sell­schafts­ver­tra­ges, aber auch ihre wei­te­ren Rechte nicht ohne den Wil­len ih­rer El­tern als ge­setz­li­che Ver­tre­ter, also der Kläge­rin und des eben­falls an der X-GbR be­tei­lig­ten Va­ters, ausüben. Denn ein Ergänzungs­pfle­ger zur Wahr­neh­mung der Rechte der min­derjähri­gen Ge­sell­schaf­ter nach Er­rich­tung der Un­ter­be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft ist nicht be­stellt wor­den.

Zum an­de­ren war der Un­ter­be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft die steu­er­recht­li­che Berück­sich­ti­gung zu ver­sa­gen, weil der Ver­trag zwar form­wirk­sam ab­ge­schlos­sen, aber nicht wie un­ter frem­den Drit­ten voll­zo­gen wor­den ist. Die nach § 14 Abs. 2 des Un­ter­be­tei­li­gungs­ver­trags zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung der Un­ter­be­tei­li­gung auf­zu­stel­lende Aus­ein­an­der­set­zungs­bi­lanz ist nicht er­stellt wor­den.

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