deen
Nexia Ebner Stolz

Umsatzsteuervorauszahlungen für das Vorjahr

Unternehmen, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln, können Umsatzsteuervorauszahlungen für das Vorjahr, die bis 10.1. des Folgejahres gezahlt werden, trotzdem im Vorjahr berücksichtigen.

Im Falle der Ein­künf­te­er­mitt­lung nach dem Zufluss- und Abflus­s­prin­zip kön­nen abwei­chend davon regel­mä­ßig wie­der­keh­rende Ein­nah­men bzw. Aus­ga­ben im Jahr der wirt­schaft­li­chen Ver­ur­sa­chung berück­sich­tigt wer­den, wenn sie inn­er­halb kur­zer Zeit vor Beginn oder nach Been­di­gung des Kalen­der­jahrs zu- bzw. abf­lie­ßen (§ 11 EStG). Als kurze Zeit wird nach stän­di­ger BFH-Recht­sp­re­chung ein Zei­traum von bis zu 10 Tagen ange­se­hen.

Laut Urteil des BFH vom 27.6.2018 (Az. XR 44/16 ) ist eine Umsatz­steu­er­vor­aus­zah­lung bei Leis­tung bis zum 10.1. des Fol­ge­jah­res auch dann im Vor­jahr steu­er­lich abzieh­bar, wenn der 10.1. des Fol­ge­jah­res auf einen Sonn­a­bend oder Sonn­tag fällt. Dabei lässt es der BFH dahin­ste­hen, ob neben der Zah­lung inn­er­halb des Zehn-Tages-Zei­traums zudem auch die Fäl­lig­keit inn­er­halb die­ses Zei­traums erfor­der­lich ist (so u. a. die Finanz­ver­wal­tung, H 11 EStR Stich­wort All­ge­mei­nes, „Kurze Zeit“). Denn nach § 18 Abs. 1 Satz 4 UStG sei jeden­falls die Fäl­lig­keit der Umsatz­steu­er­vor­aus­zah­lung zum 10.1. gege­ben, auch wenn die Frist gemäß § 108 Abs. 3 AO bis zum nächs­ten Werk­tag ver­län­gert wird.

Hin­weis:

Damit bejaht der BFH ent­ge­gen der res­trik­ti­ve­ren Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung die Berück­sich­ti­gung einer bis zum 10.1. des Fol­ge­jah­res geleis­te­ten Umsatz­steu­er­vor­aus­zah­lung bereits im Vor­jahr, auch wenn der 10.1. ein Sonn­a­bend oder Sonn­tag ist. 



nach oben