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Ukraine-Ticker: EU-Sanktionen gegenüber Russland

Als Re­ak­tion auf die Zu­spit­zung des Kon­flikts zwi­schen der Ukraine und Russ­land, der nun in einem von Russ­land in­iti­ier­ten Krieg mündete, be­schloss die EU be­reits am 23.02.2022 Sank­tio­nen. Diese wur­den wei­ter ver­schärft und dürf­ten mit dem Fort­gang der krie­ge­ri­schen Hand­lun­gen noch wei­ter ge­fasst wer­den.

Im Vor­der­grund der Sank­tio­nen der EU ste­hen Aus­fuhr­be­schränkun­gen so­wie Be­schränkun­gen im Zah­lungs­ver­kehr mit Russ­land.

Mit un­se­rem Ukraine-Ti­cker ge­ben wir Un­ter­neh­men mit Wirt­schafts­be­zie­hun­gen nach Russ­land einen Über­blick über diese Ent­wick­lun­gen.

Hin­weis: Auf­grund der bei­nahe tägli­chen Ak­tua­li­sie­run­gen und Er­wei­te­rung der Aus­fuhr­be­schränkun­gen soll­ten Un­ter­neh­men fort­lau­fend prüfen, in­wie­weit sie be­trof­fen sind und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen sie ihre Ge­schäftstätig­kei­ten wei­ter­hin ausführen können.  

27.06.2022

Nachträgli­che Ver­schärfung des sechs­ten EU-Sank­ti­ons­pa­kets

Seit dem 25.06.2022 gilt das Ver­bot zur Ver­brei­tung von In­hal­ten be­stimm­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen (über Ka­bel, Sa­tel­lit, In­ter­net-Vi­deo-Sha­ring-Platt­for­men, In­ter­net­an­wen­dun­gen, etc.) auch für alle Or­ga­ni­sa­tio­nen, die im An­hang VI der im Zuge des sechs­ten EU-Sank­ti­ons­pa­kets veröff­ent­lich­ten Ver­ord­nung (EU) 2022/879 auf­geführt sind.

Die An­pas­sung der oben­ste­hen­den Ver­ord­nung ist mit Veröff­ent­li­chung vom 24.06.2022 im Amts­blatt der Eu­ropäischen Union am 25.06.2022 in Kraft ge­tre­ten.

Mit die­ser Maßnahme soll die Ver­brei­tung rus­si­scher Me­dien so­wie Wer­bemöglich­kei­ten für rus­si­sche Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen wei­ter ein­ge­schränkt wer­den. Be­trof­fen sind da­mit vor al­lem Me­di­en­an­bie­ter.

Hin­weis: Wei­tere An­pas­sun­gen so­wie neue Sank­tio­nen können in An­be­tracht der ak­tu­el­len Si­tua­tion nach wie vor er­fol­gen.

Um Verstöße ge­gen die Sank­tio­nen vor­zu­beu­gen, ist be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men wei­ter­hin zu ra­ten, sich über den neu­es­ten Rechts­stand zu in­for­mie­ren.

 

08.06.2022

Sechs­tes EU-Sank­ti­ons­pa­ket ver­ab­schie­det: wei­tere Sank­tio­nen ge­gen Russ­land und Bela­rus

Im Zuge des sechs­ten Sank­ti­ons­pa­kets sind durch Veröff­ent­li­chung im Amts­blatt der EU am 03.06.2022 die neuen Ver­ord­nun­gen ge­gen Russ­land und Bela­rus in Kraft ge­tre­ten und seit­dem wirk­sam. Ziel ist es, die rus­si­sche Föde­ra­tion noch stärker wirt­schaft­lich un­ter Druck zu set­zen, um de­ren Möglich­kei­ten, ge­gen die Ukraine Krieg zu führen zu un­ter­mi­nie­ren.

Die Sank­tio­nen wur­den durch die fol­gen­den Ver­ord­nun­gen (VO) um­ge­setzt:

Russ­land:

  • (EU) 2022/878 zur Ände­rung der VO (EU) Nr. 269/2014 (per­so­nen­be­zo­gene Re­strik­tio­nen - Auf­nahme wei­te­rer Per­so­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen)
  • (EU) 2022/879 zur Ände­rung der VO (EU) Nr. 833/2014 (wa­ren­be­zo­gene Re­strik­tio­nen - u. a. Öler­zeug­nisse, Dienst­leis­tun­gen für den Öl-Trans­port, Be­ra­tungs­dienst­leis­tun­gen, Güter und Tech­no­lo­gien zur Ver­bes­se­rung des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs- und Si­cher­heits­sek­tors, Che­mi­ka­lien zur Her­stel­lung che­mi­scher Waf­fen; Aus­set­zung von Sen­detätig­kei­ten rus­si­scher Me­dien; Re­strik­tio­nen ge­gen rus­si­sche Kre­dit­in­sti­tute - u. a. wei­tere SWIFT-Aus­schlüsse)
  • (EU) 2022/880 zur Ände­rung der VO (EU) Nr. 269/2014 (re­strik­tive Maßnah­men ge­gen Russ­land)

Bela­rus:

  • (EU) 2022/876 zur Ände­rung der VO (EG) Nr. 765/2006 (per­so­nen­be­zo­gene Re­strik­tio­nen - Auf­nahme wei­te­rer natürli­cher und ju­ris­ti­scher Per­so­nen)
  • (EU) 2022/877 zur Ände­rung der VO (EG) Nr. 765/2006 (Auf­nahme wei­ter Per­so­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Un­ter­neh­men bzgl. des Ver­bots der Er­brin­gung spe­zia­li­sier­ter Nach­rich­tenüber­mitt­lungs­dienste für den Aus­tausch von Fi­nanz­da­ten im Zah­lungs­ver­kehr)

Be­son­ders her­vor­zu­he­ben ist das sog. Öl-Em­bargo, das durch Ein­fuhr­be­schränkun­gen einen schritt­wei­sen Aus­stieg aus dem Be­zug von rus­si­schen Rohöl vor­sieht. Da­mit ein­her geht das vollständige Ein­fuhr­ver­bot von rus­si­schen Öler­zeug­nis­sen auf dem See­weg.

Für die Um­set­zung der neuen Re­ge­lun­gen sind in den Ver­ord­nun­gen un­ter­schied­li­che Maßnah­men und Überg­angs­zeiträume vor­ge­se­hen, so dass bei­spiels­weise ge­schlos­sene Alt­verträge un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen noch erfüllt wer­den können.

Hin­weis: Durch die um­fang­rei­chen An­pas­sun­gen und Ergänzun­gen im Zuge des sechs­ten Sank­ti­ons­pa­kets müssen nun zahl­rei­che wei­tere Ein- und Aus­fuhr­be­schränkun­gen be­ach­tet wer­den. Des­halb ist nach wie vor al­len be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men zu ra­ten, ihre wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten mit Russ­land und Bela­rus, vor al­lem in Be­zug auf ihr Wa­ren­port­fo­lio und die in­vol­vier­ten Ge­schäfts­part­ner, auf Ein­hal­tung der ak­tu­el­len Sank­tio­nen zu überprüfen.

 

24.05.2022

Fahrlässige Verstöße ge­gen neue Russ­land-Sank­tio­nen können nun mit Bußgel­dern ge­ahn­det wer­den

Mit der 18. Ver­ord­nung zur Ände­rung der Außen­wirt­schafts­ver­ord­nung vom 25.04.2022 wurde der Stra­fen­ka­ta­log in § 82 AWV er­wei­tert. In­folge die­ser am 03.05.2022 in Kraft ge­tre­te­nen Ände­rung können fahrlässige Verstöße ge­gen die neuen Sank­tio­nen der EU ge­genüber Russ­land und Bela­rus ein Bußgeld nach sich zie­hen.

Mehr dazu le­sen Sie hier.

 

10.05.2022

Russ­land: Strei­chung aus den Lis­ten der Be­stim­mungs­ziele be­stimm­ter eu­ropäischer all­ge­mei­ner Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen

Auf­grund der Be­dro­hung des Frie­dens und der Si­cher­heit Eu­ro­pas in­folge der Ukraine-Krise hat die Eu­ropäische Union wei­tere Be­schränkun­gen ge­gen Russ­land be­schlos­sen. Diese be­tref­fen die Aus­fuhr von Gütern und Tech­no­lo­gien mit dop­pel­tem Ver­wen­dungs­zweck so­wie die Er­brin­gung da­mit ver­bun­de­ner Dienst­leis­tun­gen. Dazu wurde Russ­land als begüns­tig­tes Be­stim­mungs­ziel aus dem Gel­tungs­be­reich ver­schie­de­ner all­ge­mei­ner Ge­neh­mi­gun­gen (AGG) der EU mit der de­le­gier­ten Ver­ord­nung (EU) 2022/699 vom 03.05.2022 zur Ände­rung der Ver­ord­nung (EU) 2021/821 ge­stri­chen.

Kon­kret be­trifft dies die fol­gen­den AGGs:

  • EU003: Wie­der­aus­fuhr von Gütern nach In­stand­set­zung oder Er­satz in der EU
  • EU004: Aus­fuhr von Gütern für Mes­sen oder Aus­stel­lun­gen
  • EU005: Aus­fuhr von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen

So­mit ist eine Aus­fuhr mit dem Be­stim­mungs­ziel Russ­land seit dem 04.05.2022 un­ter Nut­zung der AGGs der Union EU003, EU004 und EU005 nicht mehr zulässig.

All­ge­meine In­for­ma­tio­nen zur Nut­zung von AGGs fin­den sie in un­se­rem Bei­trag vom 25.04.2022.

 

20.04.2022

An­ge­sichts der hu­ma­nitären Krise in der Ukraine hat die Eu­ropäische Union (EU) Aus­nah­men von be­stimm­ten Re­strik­tio­nen der Ver­ord­nun­gen (EU) 269/2014 und (EU) 2022/263 be­schlos­sen.

Das Be­reit­stel­len von wirt­schaft­li­chen Res­sour­cen bzw. Gel­dern soll dem­nach nicht von den Ver­bo­ten des Art. 2 VO (EU) 269/2014 er­fasst bzw. ge­neh­mi­gungsfähig sein, so­fern dies aus­schließlich für hu­ma­nitäre Zwecke in der Ukraine er­for­der­lich ist.

In Be­zug auf die Ge­biete Lu­hansk und Do­nezk wer­den Lie­fe­run­gen von Gütern und Tech­no­lo­gien des An­hang II VO (EU) 2022/263 er­laubt. Vor­aus­set­zung ist, dass diese aus­schließlich für hu­ma­nitäre Zwecke in Lu­hansk oder Do­nezk benötigt wer­den. Die Aus­nahme gilt wei­ter für be­stimmte Hand­lun­gen (tech­ni­sche Hilfe, Ver­mitt­lungs­dienste, Be­reit­stel­lung von Fi­nanz­mit­teln) im Zu­sam­men­hang mit den in An­hang II VO (EU) 2022/263 ge­lis­te­ten Gütern (Art. 4a und 5a VO (EU) 2022/263).

Hin­weis: Per­so­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Un­ter­neh­men, die Lie­fe­run­gen in die Ukraine or­ga­ni­sie­ren oder durchführen wol­len, soll­ten prüfen, ob die be­schlos­se­nen Aus­nah­men für sie gel­ten.

 

13.04.2022

Die EU hat ein fünf­tes Sank­ti­ons­pa­ket mit re­strik­ti­ven Maßnah­men ge­genüber Russ­land bzw. Bela­rus er­las­sen. Die Maßnah­men sind dar­auf aus­ge­rich­tet, vor al­lem die rus­si­sche Wirt­schaft um­fas­send ein­zu­schränken und be­stimmte Schlüssel­in­dus­trien zu tref­fen.

Die Sank­tio­nen wur­den mit fol­gen­den Ver­ord­nun­gen (VO) um­ge­setzt:

  • (EU) 2022/576 zur Ände­rung der VO (EU) 833/2014 (wa­ren­be­zo­gene Re­strik­tio­nen ge­genüber Russ­land)
  • (EU) 2022/577 zur Ände­rung der VO (EG) 765/2006 (re­strik­tive Maßnah­men ge­genüber Bela­rus)
  • (EU) 2022/580 zur Ände­rung der VO (EU) 269/2014 (per­so­nen­be­zo­gene Re­strik­tio­nen)

Ins­be­son­dere sind die fol­gen­den Be­rei­che be­trof­fen:

  • Zusätz­li­che Ein­fuhr­be­schränkun­gen für be­stimmte Güter aus Russ­land oder rus­si­schen Ur­sprungs (u.a. Ka­viar, Ze­ment, Holz), ins­be­son­dere Ver­bote für Kohle und an­dere feste fos­sile Brenn­stoffe
  • Aus­fuhr­ver­bot für Flug­tur­bi­nen­kraft­stoffe und Ad­di­tive
  • Beförde­rungs­ver­bote für rus­si­sche und bela­rus­si­sche Spe­di­tio­nen auf Straßen in der Union
  • Kein Zu­gang für in Russ­land re­gis­trierte Schiffe zu Häfen im Ge­biet der Union
  • Er­wei­te­rung der Liste der Aus­fuhr­kon­trol­len un­ter­lie­gen­den Güter und Tech­no­lo­gien, die zur mi­litäri­schen und tech­no­lo­gi­schen Stärkung Russ­lands bei­tra­gen könn­ten
  • Aus­schluss Russ­lands von öff­ent­li­chen Aufträgen und eu­ropäischen Gel­dern
  • Aus­wei­tung des Ver­bots der Aus­fuhr von Bank­no­ten und des Ver­kaufs von über­trag­ba­ren Wert­pa­pie­ren auf alle amt­li­chen Währun­gen der Mit­glied­staa­ten

Für die Um­set­zung der zu­vor ge­nann­ten Maßnah­men sind in den Ver­ord­nun­gen un­ter­schied­li­che Aus­nah­men vor­ge­se­hen, so­dass bei­spiels­weise ge­schlos­sene Alt­verträge un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen noch ab­ge­wi­ckelt wer­den können.

Hin­weis: Die be­ste­hen­den Anhänge der ein­gangs erwähn­ten Ver­ord­nun­gen wur­den durch das fünfte Sank­ti­ons­pa­ket teil­weise er­wei­tert und vier neue Anhänge an­gefügt, die ein brei­tes Feld an Wa­ren Ein- und Aus­fuhr­be­schränkun­gen un­ter­stel­len. Für Un­ter­neh­men gilt es da­her nach wie vor, die Ent­wick­lun­gen bei den Sank­tio­nen im Blick zu be­hal­ten und ihr Wa­ren­port­fo­lio und den Kreis ih­rer Ge­schäfts­part­ner lau­fend zu überprüfen.

 

29.03.2022

Das ame­ri­ka­ni­sche Of­fice of For­eign As­sets Con­trol (OFAC) hat in Be­zug auf Russ­land all­ge­meine Ge­neh­mi­gun­gen für den Ex­port und Re­ex­port von Gütern veröff­ent­licht.

Fol­gende Hand­lun­gen sind Teil der neuen Ge­neh­mi­gun­gen:

„Ge­ne­ral Li­cense 6A“

  • Ex­port (Re­ex­port von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen, Arz­nei­mit­teln, Me­di­zin­pro­duk­ten, Er­satz­tei­len und Kom­po­nen­ten oder Soft­ware-Up­dates für Me­di­zin­pro­dukte
  • Trans­ak­tio­nen, die für die Präven­tion, Dia­gnose oder Be­hand­lung von Co­vid-19 er­for­der­lich sind
  • Kli­ni­sche Ver­su­che und an­dere me­di­zi­ni­sche For­schungstätig­kei­ten

„Ge­ne­ral Li­cense 20“

  • US-Per­so­nen dürfen alle Ge­schäfte täti­gen, die übli­cher­weise mit den of­fi­zi­el­len Ge­schäften der di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen von Dritt­staa­ten in der Rus­si­schen Föde­ra­tion zu­sam­menhängen.

„Ge­ne­ral Li­cense 25“

  • jour­na­lis­ti­sche Tätig­kei­ten und die Ein­rich­tung von Nach­rich­tenbüros in be­stimm­ten Re­gio­nen der Ukraine.

Des Wei­te­ren hat das OFAC die an­gekündigte Er­wei­te­rung des sank­tio­nier­ten Per­so­nen­krei­ses veröff­ent­licht.

Hin­weis: Durch die ex­tra­ter­ri­to­riale Wir­kung des US-Rechts können auch Un­ter­neh­men in der EU durch US-Ex­port­kon­troll­recht be­trof­fen sein.

 

24.03.2022

Das ame­ri­ka­ni­sche Of­fice of For­eign As­sets Con­trol (OFAC) hat in Be­zug auf Russ­land all­ge­meine Ge­neh­mi­gun­gen für den Ex­port und Re­ex­port von Gütern veröff­ent­licht.

Fol­gende Hand­lun­gen sind Teil der neuen Ge­neh­mi­gun­gen:

  • Ge­ne­ral Li­cense 6A
    • Ex­port (Re­ex­port von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen, Arz­nei­mit­teln, Me­di­zin­pro­duk­ten, Er­satz­tei­len und Kom­po­nen­ten oder Soft­ware-Up­dates für Me­di­zin­pro­dukte
    • Trans­ak­tio­nen, die für die Präven­tion, Dia­gnose oder Be­hand­lung von Co­vid-19 er­for­der­lich sind
    • Kli­ni­sche Ver­su­che und an­dere me­di­zi­ni­sche For­schungstätig­kei­ten
  • Ge­ne­ral Li­cense 20“ - US-Per­so­nen dürfen alle Ge­schäfte täti­gen, die übli­cher­weise mit den of­fi­zi­el­len Ge­schäften der di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen von Dritt­staa­ten in der Rus­si­schen Föde­ra­tion zu­sam­menhängen.
  • Ge­ne­ral Li­cense 25“ - Jour­na­lis­ti­sche Tätig­kei­ten und die Ein­rich­tung von Nach­rich­tenbüros in be­stimm­ten Re­gio­nen der Ukraine.

Des Wei­te­ren hat das OFAC die an­gekündigte Er­wei­te­rung des sank­tio­nier­ten Per­so­nen­krei­ses veröff­ent­licht.

Hin­weis: Durch die ex­tra­ter­ri­to­riale Wir­kung des US-Rechts können auch Un­ter­neh­men in der EU durch US-Ex­port­kon­troll­recht be­trof­fen sein.

 

16.03.2022

Das vierte Sank­ti­ons­pa­ket der EU ge­genüber Russ­land ist in Kraft ge­tre­ten. Kon­kret geht es um Maßnah­men, die anläss­lich des in­for­mel­len Tref­fens der Staats- und Re­gie­rungs­chefs der EU-Mit­glied­staa­ten am 11.03.2022 in Ver­sailles auf den Weg ge­bracht wur­den. Am 15.03.2022 ist dazu die Ver­ord­nung (VO) 2022/427 und am 16.03.2022 die VO 2022/428 in Kraft ge­tre­ten. 

Die Sank­tio­nen be­tref­fen vor al­lem die fol­gen­den Be­rei­che:

  • Stren­gere Aus­fuhr­be­schränkun­gen für Dual-Use-Güter so­wie für Güter, die zur tech­no­lo­gi­schen Ver­bes­se­rung des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs- und Si­cher­heits­sek­tors bei­tra­gen könn­ten
  • In­ves­ti­ti­ons­ver­bot für den rus­si­schen En­er­gie­sek­tor
  • Trans­ak­ti­ons­ver­bot mit be­stimm­ten staats­ei­ge­nen Un­ter­neh­men
  • Ver­bot von Ra­tingtätig­kei­ten
  • Ver­bot u.a. der Ein­fuhr von Ei­sen- und Stahl­er­zeug­nis­sen in die EU
  • Ver­bot des Ver­kaufs von Lu­xusgütern nach Russ­land
  • Er­wei­te­rung des sank­tio­nier­ten Per­so­nen­krei­ses

Wei­ter ha­ben sich die USA, Großbri­tan­nien, Ka­nada, Ja­pan und die EU dar­auf verständigt, Russ­land den Sta­tus ei­ner „meist­begüns­tig­ten Na­tion“ zu ent­zie­hen. Dies ermöglicht es, Ein­fuhrzölle für Wa­ren aus Russ­land zu erhöhen, Ein­fuh­ren zu kon­tin­gen­tie­ren oder so­gar zu ver­bie­ten.

Hin­weis: Für ge­wisse Alt­verträge sind vorüber­ge­hende Aus­nah­me­klau­seln vor­ge­se­hen, de­ren In­an­spruch­nahme be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men prüfen soll­ten.   

 

11.03.2022

Das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle (BAFA) geht in einem In­fo­blatt auf Hilfsgüter­lie­fe­run­gen in die Ukraine ein und sieht da­bei ein be­schleu­nig­tes Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren für be­stimmte Lie­fe­run­gen vor.

Da­bei stellt das BAFA zunächst klar, wel­che ex­port­kon­troll­recht­li­chen Be­schränkun­gen im Zu­sam­men­hang mit Hilfsgüter­lie­fe­run­gen in die Ukraine be­ste­hen können. So­fern es sich um klas­si­sche Hilfs­lie­fe­run­gen, wie z. B. Was­ser oder Klei­dung han­delt, un­ter­lie­gen diese kei­nen Be­schränkun­gen. An­ders stellt sich dies je­doch bei Rüstungsgütern, zu de­nen z. B. auch Schutz­helme und Schutz­wes­ten gehören, und bei sog. Dual-Use-Gütern dar. Hierzu ver­weist das BAFA auf Ver­fah­ren­ser­leich­te­run­gen.

Ex­pli­zit wird zu­dem auf be­son­dere Re­ge­lun­gen für Lie­fe­run­gen in die Re­gio­nen Krim/Se­wa­sto­pol so­wie Do­nezk und Lu­hansk ver­wie­sen. Dort­hin dürfen ei­nige Güter nicht als Hilfs­lie­fe­run­gen trans­por­tiert wer­den.

 

10.03.2022

Die EU hat er­neut im Rah­men wei­te­rer An­pas­sun­gen der gel­ten­den Ver­ord­nun­gen (VO) (EU) Nr. 833/2014, 269/2014 und 765/2006 zusätz­li­che re­strik­tive Maßnah­men ge­genüber Russ­land und Bela­rus be­schlos­sen. Ins­be­son­dere wur­den fol­gende Ver­schärfun­gen bei den Sank­tio­nen be­schlos­sen:

  • EU 2022/396: Der sank­tio­nierte Per­so­nen­kreis der VO 269/2014 wurde noch­mals er­wei­tert
  • EU 2022/394: Die Aus­fuhr­be­schränkun­gen der VO 833/2014 wur­den auf Güter und Tech­no­lo­gien für die Schiff­fahrt er­wei­tert (An­hang XVI)
  • EU 2022/398: Wei­tere um­fang­rei­che Sank­tio­nen (Ver­bot von Trans­ak­tio­nen mit der bela­rus­si­schen Zen­tral­bank, Teil­weise Ab­kopp­lung von SWIFT) ge­genüber Bela­rus wur­den in die VO 765/2006 auf­ge­nom­men.

 

04.03.2022

Die EU hat im Rah­men wei­te­rer An­pas­sun­gen der Ver­ord­nun­gen (VO) (EU) Nr. 833/2014 und 269/2014 zusätz­li­che re­strik­tive Maßnah­men ge­genüber Russ­land be­schlos­sen. Ne­ben wa­ren- und per­so­nen­be­zo­ge­nen Re­strik­tio­nen ist nun auch der Fi­nanz- und Nach­rich­ten­sek­tor be­trof­fen.

Die Maßnah­men wur­den durch meh­rere Sank­ti­ons­pa­kete be­schlos­sen, mit de­nen die be­reits seit 2014 be­ste­hen­den Aus­fuhr­be­schränkun­gen er­wei­tert wur­den. Die Er­wei­te­run­gen er­fol­gen durch sog. „Ände­rungs­ver­ord­nun­gen“, bis­her wur­den die Ände­run­gen nicht kon­so­li­diert. Die Ände­run­gen, neue Anhänge und einen Link zu der je­wei­li­gen Ände­rungs­ver­ord­nung sind im Fol­gen­den zu­sam­men­ge­fasst: 

Im Ein­zel­nen sind der­zeit fol­gende Be­rei­che be­trof­fen:

Wa­ren­be­zo­gene Maßnah­men (VO 833/2014)

  •  Un­verändert gel­tende Ver­bote für Rüstungsgüter, Teil­ver­bote/Ge­neh­mi­gungs­pflich­ten im Be­reich der Erdölex­plo­ra­tion (An­hang II VO 833/2014) und die „Catch-all-Klau­sel“ der EU-Dual-Use VO 
  • Ver­bot/Ein­schränkung der Lie­fe­rung von Dual-Use-Gütern nach Russ­land (Güter aus An­hang I EU-Dual-Use VO)
  • Aus­fuhr­be­schränkun­gen für Schlüssel­tech­no­lo­gien (Halb­lei­ter, High­tech-Gütern) (neuer An­hang VII VO 833/2014)
  • Aus­fuhr­ver­bote für Güter der Erdölraf­fi­na­tion (neuer An­hang X VO 833/2014) so­wie ein Ver­bot des Ver­kaufs von Luft­fahr­zeu­gen (Ka­pi­tel 88) an rus­si­sche Flug­ge­sell­schaf­ten (neuer An­hang XI VO 833/2014)

Fi­nan­zen (VO 833/2014)

  •  Ab­kopp­lung rus­si­scher Ban­ken vom SWIFT-Sys­tem ab dem 12.03.2022 (neuer An­hang XIV VO 833/2014)
  • Be­schränkung des Zu­gangs zum Fi­nanz- und Ka­pi­tal­markt der EU für Ban­ken und staat­li­che Un­ter­neh­men (neuer An­hang XIII VO 833/2014)

Nach­rich­ten (VO 833/2014)

  • Ver­bot zur Sen­dung von In­hal­ten rus­si­scher Fern­seh­pro­gramme (neuer An­hang XV VO 833/2014)

Per­so­nen­be­zo­gene Maßnah­men (VO 269/2014)

  • Lis­tung wei­te­rer rus­si­scher Un­ter­neh­men und Per­so­nen (u.a. Russ­lands Präsi­dent Pu­tin, Außen­mi­nis­ter La­wrow) de­ren Vermögen ein­ge­fro­ren wer­den und de­nen keine Gelder oder wirt­schaft­li­che Res­sour­cen zur Verfügung ge­stellt wer­den dürfen (VO 2022/260, 2022/261, 2022/330, 2022/332, 2022/336, 2022/353

 

28.02.2022

Die EU hat wei­tere re­strik­tive Maßnah­men ge­gen Russ­land be­schlos­sen. Ins­be­son­dere gel­ten diese in Be­zug auf die Be­rei­che En­er­gie, Luft­fahrt, Ver­tei­di­gung und Fi­nan­zen. Um­ge­setzt wer­den die Sank­tio­nen durch die An­pas­sung der be­ste­hen­den Ver­ord­nun­gen (EU) Nr. 833/2014 und 269/2014.

Im Be­reich Ver­tei­di­gung wur­den wei­tere Aus­fuhr­be­schränkun­gen für Güter mit dop­pel­tem Ver­wen­dungs­zweck (Dual-Use Güter) und da­mit ver­bun­de­ner Dienst­leis­tun­gen verhängt. Im En­er­gie­sek­tor gilt ein Ver­bot für den Ver­kauf, die Lie­fe­rung, die Ver­brin­gung und die Aus­fuhr von Gütern und Tech­no­lo­gien, die bei der Ölraf­fi­na­tion ver­wen­det wer­den.

Wei­ter wurde ein Aus­fuhr­ver­bot für Luft- und Raum­fahrt-Güter und die zu­gehörige Tech­no­lo­gie be­schlos­sen, ebenso ist die Er­brin­gung von tech­ni­scher Hilfe und Dienst­leis­tun­gen in die­sem Be­reich un­ter­sagt. Darüber hin­aus dürfen rus­si­sche Flug­zeuge nicht im Ho­heits­ge­biet der Union star­ten, lan­den oder die­ses Ge­biet über­flie­gen.

Im Be­reich der Fi­nan­zen wer­den die Be­schränkun­gen für Russ­land eben­falls aus­ge­wei­tet. Be­trof­fen ist ins­be­son­dere der Zu­gang zu den Ka­pi­talmärk­ten für rus­si­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen. Ver­bo­ten ist die Börsen­no­tie­rung staats­ei­ge­ner rus­si­scher Un­ter­neh­men und der Ver­kauf auf EURO lau­ten­der Wert­pa­piere an rus­si­sche Kun­den. Wei­ter sol­len die Fi­nanzflüsse aus Russ­land in die EU da­durch ein­ge­schränkt wer­den, dass ein Trans­ak­ti­ons­ver­bot mit der rus­si­schen Zen­tral­bank verhängt wurde.

 

23.02.2022

Die Eu­ropäische Union schal­tet sich in die Ukraine Krise ein und verhängt harte Strafmaßnah­men als Kon­se­quenz auf die mi­litäri­schen Hand­lun­gen Russ­lands. Die Sank­tio­nen sind be­reits am Mitt­woch, den 23.02.2022, in Kraft ge­tre­ten.

Die seit 2021 wei­ter zu­neh­men­den Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen der Ukraine und Russ­land er­rei­chen ak­tu­ell ih­ren neuen Höhe­punkt. Als Folge auf die An­er­ken­nung der Un­abhängig­keit der Se­pa­ra­tis­ten-Ge­biete Do­nezk und Lu­hansk in der Ost­ukraine und da­mit ver­bun­de­nen mi­litäri­schen Maßnah­men durch Russ­land ha­ben be­reits ei­nige Länder wie Großbri­tan­nien, Ja­pan und die USA Sank­tio­nen ge­gen Russ­land be­schlos­sen. Jetzt hat auch die Eu­ropäische Union (EU) ein Sank­ti­ons­pa­ket ge­gen das Land verhängt und am 23.02.2022 im Amts­blatt der Eu­ropäischen Union veröff­ent­licht.

Im Rah­men der be­schlos­se­nen Maßnah­men gel­ten un­ter an­de­rem:

  • mas­sive Ein­schränkun­gen für den Han­del mit Un­ter­neh­men in den selbst er­nann­ten Re­pu­bli­ken Do­nezk und Lu­hansk,
  • Re­strik­tio­nen ge­gen den rus­si­schen Fi­nanz­sek­tor (Bsp. Zen­tral­bank Russ­lands),
  • und Sank­tio­nen (u.a. Han­dels­ver­bote, Ein­frie­ren von Vermögens­wer­ten und Rei­se­be­schränkun­gen) ge­gen eine Viel­zahl von Un­ter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen.

Die Eu­ropäische Kom­mis­sion hat be­reits wei­tere Ver­schärfun­gen die­ser Maßnah­men im Zuge der am 24.02.2022 be­gon­ne­nen In­va­sion durch die rus­si­schen Streitkräfte an­gekündigt. 

Hin­weis: Vor al­lem ex­por­tie­rende Un­ter­neh­men müssen sich auf schwie­rige Abläufe im Wa­ren­ver­kehr mit Russ­land ein­stel­len. In Fällen, in de­nen der Han­dels­ver­kehr nicht ein­ge­stellt wor­den ist, müssen die in­ter­nen Com­pli­ance Maßnah­men in Be­zug auf die ak­tu­el­len Sank­tio­nen re­gelmäßig geprüft und ak­tua­li­siert wer­den, um Verstöße ge­gen das Eu­ropäische Ex­port­kon­troll­recht zu ver­mei­den.

In­ter­na­tio­nal agie­rende Un­ter­neh­men müssen sich dies­bezüglich un­ter Umständen auch mit den Sank­tio­nen an­de­rer Länder wie bei­spiels­weise den USA aus­ein­an­der­set­zen. Eine auf­schluss­rei­che Dar­stel­lung in eng­li­scher Sprache über die US-Sank­tio­nen fin­den Sie auf der Web­site von aker­man, für de­ren In­halte wir kei­ner­lei Haf­tung über­neh­men.

 

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