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Steuerberatung

Übernahme von Steuerberatungskosten bei Nettolohnvereinbarung

Wird das Arbeitsentgelt zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer als Nettolohn vereinbart, stellt sich die Frage, ob die Übernahme von Steuerberatungskosten zu Arbeitslohn führt. Denn eine etwaige Steuererstattung kommt letztlich dem Arbeitgeber zugute.

Der BFH hat mit Urteil vom 9.5.2019 (Az. VI R 28/17) unter Auf­gabe sei­ner bis­he­ri­gen Recht­sp­re­chung (BFH-Urteil vom 21.1.2010, Az. VI R 2/08) ent­schie­den, dass die Über­nahme von Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten des Arbeit­neh­mers durch den Arbeit­ge­ber nicht zu Arbeits­lohn führt, wenn der Arbeit­ge­ber und der Arbeit­neh­mer eine Net­to­lohn­ve­r­ein­ba­rung abge­sch­los­sen haben und der Arbeit­neh­mer seine Steue­r­er­stat­tungs­an­sprüche an den Arbeit­ge­ber abge­t­re­ten hat.

In sei­ner Ent­schei­dung kommt der BFH zu dem Ergeb­nis, dass der Arbeit­ge­ber die Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten nicht zur Ent­loh­nung des Arbeit­neh­mers, son­dern in sei­nem ganz über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chen Inter­esse über­nom­men hat. Auf­grund der mit dem Arbeit­neh­mer abge­sch­los­se­nen Net­to­lohn­ve­r­ein­ba­rung war er verpf­lich­tet, die Ein­kom­men­steuer des Arbeit­neh­mers wirt­schaft­lich zu tra­gen. Durch die Ein­schal­tung der Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft wollte der Arbeit­ge­ber eine mög­lichst weit­ge­hende Redu­zie­rung der Ein­kom­men­steuer des Arbeit­neh­mers und damit infolge der Abt­re­tung der Steue­r­er­stat­tungs­an­sprüche sei­ner eige­nen Lohn­kos­ten errei­chen. Für den BFH kam es ent­schei­dend dar­auf an, dass nur der Arbeit­ge­ber von dem wirt­schaft­li­chen Ergeb­nis der Steu­er­be­ra­tung pro­fi­tie­ren konnte.

Hin­weis

In sol­chen Kon­s­tel­la­tio­nen stellt die Über­nahme der Kos­ten für die Erstel­lung der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­un­gen kei­nen Arbeits­lohn dar. Für den BFH kommt es nicht dar­auf an, dass die Arbeit­neh­mer in dem kon­k­re­ten Streit­fall aus dem Aus­land ent­sandt wur­den. Die Ent­schei­dung gilt glei­cher­ma­ßen für reine Inlands­sach­ver­halte.

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