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"Tagesschau-App" ist ein zulässiges Medienangebot

OLG Köln 20.12.2013, 6 U 188/12

Das An­ge­bot der Ta­ges­schau-App stellt le­dig­lich eine mo­bile Über­tra­gungs­form des On­line-An­ge­bots ta­ges­schau.de dar und ist mit die­sem in­halt­lich de­ckungs­gleich. Der Se­nat als Wett­be­werbs­ge­richt ist an die recht­li­che Be­wer­tung der mit der Prüfung des Te­le­me­di­en­kon­zepts be­fass­ten In­sti­tu­tio­nen ge­bun­den.

Der Sach­ver­halt:
Bei den Kläge­rin­nen han­delt es sich um ins­ge­samt 11 Zei­tungs­ver­lage. Diese hat­ten die ARD und den NDR auf Un­ter­las­sung der wei­te­ren Ver­brei­tung der "Ta­ges­schau-App" in An­spruch ge­nom­men. Sie wa­ren der Auf­fas­sung, die Ta­ges­schau-App un­ter­scheide sich von dem An­ge­bot im On­line-Por­tal ta­ges­schau.de, das vom Rund­funk­rat be­schlos­sen und sei­tens der Nie­dersäch­si­schen Staats­kanz­lei frei­ge­ge­ben wor­den war. Das An­ge­bot der Ta­ges­schau-App sei presseähn­lich aus­ge­stal­tet und ver­stoße da­her ge­gen § 11 d) Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 des Rund­funk­staats­ver­tra­ges.

Das LG gab der Klage statt. Es war der An­sicht, dass die App in ih­rer kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung ge­gen den Rund­funk­staats­ver­trag ver­stoße. Auf die Be­ru­fung der ARD und des NDR hat das OLG nun das erst­in­stanz­li­che Ur­teil auf­ge­ho­ben und die Klage ab­ge­wie­sen. Al­ler­dings wurde die Re­vi­sion zum BGH zu­ge­las­sen, da der Frage der wett­be­werbs­recht­li­chen Be­deu­tung der §§ 11d und 11f des Rund­funk­staats­ver­tra­ges grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­zu­mes­sen ist.

Die Gründe:
Die Kläge­rin­nen ha­ben kei­nen Un­ter­las­sungs­an­spruch.

Das An­ge­bot der Ta­ges­schau-App stellt le­dig­lich eine mo­bile Über­tra­gungs­form des On­line-An­ge­bots ta­ges­schau.de dar und ist mit die­sem in­halt­lich de­ckungs­gleich. Die App ist da­mit von dem im Jahr 2010 durch­geführ­ten Drei-Stu­fen-Test und der an­schließen­den Frei­gabe des Kon­zepts durch die Nie­dersäch­si­sche Staats­kanz­lei gleich­falls um­fasst. Die Frei­gabe ist eine ver­bind­li­che Fest­stel­lung der Kon­for­mität des Me­di­en­an­ge­bots mit den Vor­ga­ben des Rund­funk­staats­ver­tra­ges.

Der Se­nat als Wett­be­werbs­ge­richt ist an die recht­li­che Be­wer­tung der mit der Prüfung des Te­le­me­di­en­kon­zepts be­fass­ten In­sti­tu­tio­nen ge­bun­den. Ge­gen­stand die­ser Prüfung war ausdrück­lich auch die Presseähn­lich­keit des An­ge­bots. Diese war al­ler­dings we­gen des Ein­sat­zes me­di­en­ty­pi­scher Ge­stal­tungs­ele­mente, wie Be­wegt­bil­der, Au­dios, in­ter­ak­ti­ven Mo­du­len, ver­schie­de­nen For­men von Bild-, Text- und Ton­kom­bi­na­tio­nen so­wie der dy­na­mi­schen Ak­tua­li­sie­rung der In­halte ins­ge­samt nicht als presseähn­lich ein­ge­stuft wor­den.

In­fol­ge­des­sen konnte die Frage im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren we­der hin­sicht­lich des Ge­samt­kon­zepts noch hin­sicht­lich sei­ner ta­ges­ak­tu­el­len Um­set­zung noch ein­mal geprüft wer­den. Schließlich würde eine an­der­wei­tige Be­wer­tung durch die Wett­be­werbs­ge­richte die im Drei-Stu­fen-Test ge­trof­fe­nen Be­wer­tun­gen in Frage stel­len und letzt­lich dazu führen, dass das durch­lau­fene Prüfver­fah­ren im Er­geb­nis wir­kungs­los wäre.

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