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Nexia Ebner Stolz

Stolperfalle bei Übernahme der Baukosten eines im Eigentum des anderen Ehegatten stehenden Gebäudes

Ein klas­si­scher Fall: Ein Ehe­gatte beab­sich­tigt, sich mit einem Gewer­be­be­trieb oder einer Dienst­leis­tung selb­stän­dig zu machen. Dazu sol­len im geplan­ten Eigen­heim Räume zur Ver­fü­gung ste­hen. Um Haf­tungs­ri­si­ken zu ver­mei­den, erwirbt der andere Ehe­gatte das Grund­stück und beide tra­gen die Bau­kos­ten.

„Recht­lich gese­hen ist der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer auch der Eigen­tü­mer der dar­auf gebau­ten Immo­bi­lie. Steu­er­lich hat der Große Senat des BFH schon mit Beschluss vom 23.08.1999 (Az. GrS 1/97) ent­schie­den, dass die Gebäu­de­her­stel­lungs­kos­ten des ande­ren Ehe­gat­ten bei dem gewerb­lich oder selb­stän­dig täti­gen Ehe­gat­ten Ein­künfte min­dernd in Höhe der für Gebäude gel­ten­den Absch­rei­bungs­sätze berück­sich­tigt wer­den kön­nen“, erläu­tert Steu­er­be­ra­ter Alex­an­der Miche­lutti bei Ebner Stolz Mön­ning Bachem. Damit min­dern die Bau­kos­ten zeit­lich gest­reckt als Betriebs­aus­ga­ben den steu­erpf­lich­ti­gen Gewinn.

In sei­nem Urteil vom 19.12.2012 (Az. IV R 29/09) geht der BFH einen Schritt wei­ter und klärt die Frage, wel­che steu­er­li­chen Fol­gen ein­t­re­ten, wenn der Gebäu­de­teil nicht mehr zur Erzie­lung von der­ar­ti­gen Ein­künf­ten genutzt wird - etwa, wenn die Räume im Eigen­heim zu eng wer­den und ein Umzug in grö­ßere Räum­lich­kei­ten ansteht.

Das Ergeb­nis des BFH: Die noch nicht wie Absch­rei­bun­gen gewinn­min­dernd berück­sich­tig­ten Gebäu­de­her­stel­lungs­kos­ten des Ehe­gat­ten, der den Gebäu­de­teil zur Ein­künf­te­er­zie­lung genutzt hat, aber nicht Eigen­tü­mer ist, blei­ben steu­er­lich unbe­rück­sich­tigt. Sie sind gewinn­neu­tral aus­zu­bu­chen. „Einen klei­nen Trost kann man der Ent­schei­dung noch abge­win­nen“, so Alex­an­der Miche­lutti, „denn wäre der gewer­be­t­rei­bende oder selb­stän­dig tätige Ehe­gatte Eigen­tü­mer, müsste er Wert­s­tei­ge­run­gen des Gebäu­des und Grund­stücks ver­steu­ern. Ist der andere Ehe­gatte Eigen­tü­mer, blei­ben Wert­s­tei­ge­run­gen steu­er­lich unbe­acht­lich. Bei sehr lan­ger Nut­zung der Räume im Haus des ande­ren Ehe­gat­ten und star­ker Wert­s­tei­ge­rung evtl. also ein Vor­teil.“ 

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