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Mehr Transparenz in Wertpapierfinanzierungsgeschäfte durch SFTR-Verordnung

Be­reits seit An­fang 2016 gilt die „Ver­ord­nung über die Trans­pa­renz von Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäften und der Wei­ter­ver­wen­dung so­wie zur Ände­rung der Ver­ord­nung (EU) Nr. 648/2012“ (SFTR – Se­cu­ri­ties Fi­nan­cing Tran­sac­tions Re­gu­la­tion; SFTR-VO).

Ge­gen­stand der SFTR-VO sind Trans­pa­renz- und Mel­de­pflich­ten für Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäfte, um die mit die­sen Ge­schäften oft ein­her­ge­hen­den kom­ple­xen Ver­flech­tun­gen zwi­schen den Markt­teil­neh­mern und die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken frühzei­tig er­ken­nen und über­wa­chen zu können. Mit Aus­nahme der Mel­de­pflich­ten sind die Re­ge­lun­gen be­reits zu be­ach­ten.

Der An­wen­der­kreis er­streckt sich über alle Ak­teure des Fi­nanz­mark­tes, im Ein­zel­nen:

  • fi­nan­zi­elle und nicht­fi­nan­zi­elle Ge­gen­par­teien ei­nes Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäfts, die ent­we­der in der EU nie­der­ge­las­sen sind, oder in einem Dritt­land nie­der­ge­las­sen sind und die Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäfte im Rah­men der Tätig­keit ei­ner Zweig­nie­der­las­sung mit Sitz in der EU ab­ge­schlos­sen wer­den,
  • zu­ge­las­sene Ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten von Or­ga­nis­men für ge­mein­same An­la­gen in Wert­pa­pie­ren (OGAW) so­wie OGAW-In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten,
  • zu­ge­las­sene Ma­na­ger al­ter­na­ti­ver In­vest­ment­fonds (AIFM) und
  • fi­nan­zi­elle und nicht­fi­nan­zi­elle Ge­gen­par­teien, die die Wei­ter­ver­wen­dung von als Si­cher­heit ge­stell­ten Fi­nanz­in­stru­men­ten be­trei­ben, die ent­we­der in der EU nie­der­ge­las­sen sind, oder in einem Dritt­land nie­der­ge­las­sen sind und die Wei­ter­ver­wen­dung der Si­cher­hei­ten im Rah­men der Tätig­keit ei­ner Zweig­nie­der­las­sung mit Sitz in der EU er­folgt oder von die­ser EU-Zweig­nie­der­las­sung ge­stellt wer­den.

Hinweis

Un­ter Fi­nanz­in­stru­men­ten sind die Fi­nanz­in­stru­mente i. S. d. Mi­FID II-Richt­li­nie zu ver­ste­hen.

Ab­bil­dung 1 gibt einen Über­blick über die be­trof­fe­nen Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäfte und den in die­sem Zu­sam­men­hang zu erfüllen­den Pflich­ten­um­fang.

Abbildung 1 - Von der SFTR-VO betroffene Produkte

Transparenzvorschriften

Die Trans­pa­renz­vor­schrif­ten ver­pflich­ten OGAW-Ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten und
-In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten so­wie AIFM dem An­le­ger, so­wohl im Vor­feld ei­ner In­ves­ti­tion als auch für lau­fende In­ves­ti­tio­nen, de­tail­lierte In­for­ma­tio­nen über die Nut­zung von Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäften und To­tal Re­turn Swaps (TRS) zur Verfügung zu stel­len. Diese In­for­ma­tio­nen sind in die Jah­res- und Halb­jah­res­be­richte der Fonds­ge­sell­schaf­ten so­wie Fonds­ver­wal­ter auf­zu­neh­men.

Hinweis

Im An­hang der SFTR-VO sind die In­for­ma­tio­nen dar­ge­stellt, die die Be­richte be­inhal­ten müssen. Ne­ben all­ge­mei­nen und de­tail­lier­ten An­ga­ben zu den ein­zel­nen Trans­ak­tio­nen und Kon­zen­tra­ti­ons­ri­si­ken sind auch An­ga­ben über die Ver­wah­rung und Wei­ter­ver­wen­dung von Si­cher­hei­ten vor­ge­se­hen.

Zusätz­li­che Vor­schrif­ten be­ste­hen für OGAW-Pro­spekte und An­le­ger­in­for­ma­tio­nen von AIF. Bei die­sen vor­ver­trag­li­chen Trans­pa­renz­vor­schrif­ten ist im We­sent­li­chen auf die Nut­zung der je­wei­li­gen In­stru­mente hin­zu­wei­sen und diese wei­ter zu kon­kre­ti­sie­ren.

Meldevorschriften

Die Mel­de­pflicht von Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäften wird nach In­kraft­tre­ten der tech­ni­schen Re­gu­lie­rungs­stan­dards der ESMA (RTS) für alle Markt­teil­neh­mer zeit­lich ge­staf­felt wirk­sam:

Abbildung 2 - Anwendungszeitpunkte der Meldevorschriften

Hinweis

Das Mel­de­ver­fah­ren ori­en­tiert sich stark an den EMIR-Mel­de­pflich­ten für De­ri­vate.

Ab dem je­wei­li­gen An­wen­dungs­zeit­punkt sind alle Neu­ge­schäfte spätes­tens am auf den Han­dels­tag fol­gen­den Ge­schäfts­tag durch beide an der Trans­ak­tion be­tei­lig­ten Ge­gen­par­teien an ein an­er­kann­tes Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter zu mel­den. Be­stands­ge­schäfte mit ei­ner Rest­lauf­zeit von min­des­tens 180 Tage sind mit ei­ner Nach­mel­de­frist von 190 Ta­gen nach dem je­wei­li­gen erst­ma­li­gen An­wen­dungs­zeit­punkt zu mel­den (sog. Back­loading).

Hinweis

Eine Über­sicht der an­er­kann­ten Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter soll auf der ESMA-Home­page noch veröff­ent­licht wer­den. Für den Fall, dass kein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter zur Verfügung steht, ist die Mel­dung di­rekt an die ESMA zu rich­ten.

Die Mel­dun­gen sind ana­log dem EMIR-Mel­de­we­sen auf Dritte de­le­gier­bar, z. B. auf die fi­nan­zi­elle Ge­gen­par­tei. Bei Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäften zwi­schen ei­ner fi­nan­zi­el­len und ei­ner nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei ob­liegt die Ver­ant­wor­tung für die Mel­dung im Na­men bei­der Par­teien der fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei, so­weit die nicht­fi­nan­zi­elle Ge­gen­par­tei be­stimmte Größenverhält­nisse nicht über­steigt. Von der Mel­de­pflicht aus­ge­nom­men sind Trans­ak­tio­nen mit Mit­glie­dern des ESZB.

Die Mel­de­pflicht be­steht bei Ab­schluss, Ände­rung und Be­en­di­gung ei­nes Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäfts. Zen­trale Her­aus­for­de­rung wird da­bei der Um­fang und die Viel­falt der zu mel­den­den In­for­ma­tio­nen je Wert­pa­pier­fi­nan­zie­rungs­ge­schäft sein. Rund 150 zu mel­dende Da­ten­fel­der wer­den dazu in vier Mel­de­be­rei­che auf­ge­teilt.

Um die ope­ra­ti­ven Kos­ten für die Um­set­zung möglichst ge­ring zu hal­ten, be­ab­sich­tigt die Auf­sicht, dass auf be­reits be­ste­hende In­fra­struk­tu­ren, Ver­fah­ren und For­mate zurück­ge­grif­fen wird, die im Zuge von ähn­li­chen Mel­dun­gen (EMIR, Art. 26 Mi­FIR, Nach­han­delstrans­pa­renz) be­reits ein­geführt wor­den sind.

Hinweis

Die ver­pflich­te­ten Un­ter­neh­men sind an­ge­hal­ten, recht­zei­tig eine Be­trof­fen­heits­ana­lyse durch­zuführen und ggf. ihre IT-Struk­tur an­zu­pas­sen um die Mel­de­pflich­ten zum Mel­de­be­ginn erfüllen zu können.

Weiterverwendung von als Sicherheit gestellten Finanzinstrumenten

Ins­be­son­dere zur Ver­hin­de­rung von kom­ple­xen Ver­flech­tun­gen wird mit der SFTR-VO die Wei­ter­ver­wen­dung von als Si­cher­heit ge­stell­ten Fi­nanz­in­stru­men­ten an zwei Vor­aus­set­zun­gen geknüpft, die ku­mu­la­tiv zu erfüllen sind. So müssen zum einen die Ri­si­ken und die Fol­gen, die sich aus der Einräum­ung ei­nes Verfügungs­rechts über Si­cher­hei­ten bzw. ei­ner Voll­rechtsüber­tra­gung er­ge­ben würden, dem Si­cher­hei­ten­ge­ber in schrift­li­cher Form of­fen­ge­legt wer­den. Zu­dem muss vor der Wei­ter­ver­wen­dung eine ausdrück­li­che Zu­stim­mung der si­che­rungs­ge­ben­den Ge­gen­par­tei er­fol­gen. Eine Wei­ter­ver­wen­dung von Si­cher­hei­ten durch den Si­che­rungs­neh­mer er­for­dert darüber hin­aus die Aus­bu­chung der als Si­cher­heit ge­ge­be­nen Fi­nanz­in­stru­mente aus den Wert­pa­pier­be­stands­kon­ten des Si­che­rungs­ge­bers.

Hinweis

So­fern die Wei­ter­ver­wen­dung von Si­cher­hei­ten be­ab­sich­tigt wird, sind die be­ste­hen­den Rah­men­verträge an­zu­pas­sen bzw. im Rah­men ei­nes An­hangs zu dem Rah­men­ver­trag um die je­wei­li­gen Vor­schrif­ten der SFTR-VO zu ergänzen. Von den Ver­pflich­tun­gen der Wei­ter­ver­wen­dungs­vor­schrif­ten aus­ge­nom­men sind die Ge­schäfte mit Mit­glie­dern des ESZB.

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