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Schweiz: Steuerrechtsänderungen zum 1.1.2020

Mit einem am 19.5.2019 durchgeführten Referendum wurde in der Schweiz nun endlich die Steuerreform angenommen, die zunächst 2017 am Votum der Schweizer Bürger scheiterte.

Mit einem am 19.5.2019 durch­ge­führ­ten Refe­ren­dum wurde in der Schweiz nun end­lich die Steu­er­re­form ange­nom­men, die zunächst 2017 am Votum der Schwei­zer Bür­ger schei­terte. Zug­leich mit der Steu­er­re­form wurde eine Bei­trags­er­höh­ung von 0,3 % der Alters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung besch­los­sen, die zu glei­chen Tei­len von den Arbeit­neh­mern und Arbeit­ge­bern getra­gen wird.

Eine der wesent­li­chen Ände­run­gen durch die Steu­er­re­form ist die Abschaf­fung bis­he­ri­ger Steu­er­pri­vi­le­gien für sog. Sta­tus­ge­sell­schaf­ten (bspw. Hol­ding- und Prin­zi­pal­ge­sell­schaf­ten) sowohl auf Bun­des- als auch kan­to­na­ler Ebene. Diese unter­lie­gen künf­tig den all­ge­mein gel­ten­den Besteue­rungs­re­geln für Unter­neh­men. Dar­aus resul­tie­rende Steu­er­mehr­be­las­tun­gen wer­den durch eine Über­gangs­re­ge­lung abge­mil­dert.   

Kan­tone und Gemein­den kön­nen u. a. fol­gende Steu­er­be­güns­ti­gun­gen ein­füh­ren. Durch eine sog. Patent­box kön­nen aus Paten­ten und ver­g­leich­ba­ren Rech­ten resul­tie­rende Gewinne ermä­ß­igt besteu­ert wer­den. Für For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­wen­dun­gen, die durch For­schung und Ent­wick­lung in der Schweiz ange­fal­len sind, kann ein Son­der­ab­zug ein­ge­führt wer­den. Bei Eigen­ka­pi­tal­fi­nan­zie­rung darf ein fik­ti­ver Zins­auf­wand auf Eigen­ka­pi­tal gewinn­min­dernd berück­sich­tigt wer­den (sog. Notio­nal Inte­rest Deduc­tion). Diese Begüns­ti­gun­gen dür­fen in der Gesamt­schau jedoch nicht zu einer Ent­las­tung von über 70 % im Ver­g­leich zur bis­he­ri­gen Rechts­lage füh­ren.

Auf Kan­tons­e­bene ist mit einer Sen­kung der Gewinn­steu­ern zu rech­nen. So kün­digte z. B. Basel bereits an, die bis­he­rige Gesamt­steu­er­be­las­tung (auf Bun­des-, Kan­tons- und Gemein­de­e­bene) von 22,2 % auf 13 % zu sen­ken.

Auf Sei­ten der Anteils­eig­ner und Aktio­näre ist eine Anhe­bung der Divi­den­den­be­steue­rung bei einer Betei­li­gung von min­des­tens 10 % vor­ge­se­hen, wonach Divi­den­den auf Bun­des­e­bene künf­tig zu 70 % und auf Kan­tons­e­bene min­des­tens zu 50 % besteu­ert wer­den.

Hin­weis

Ange­sichts der unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Erhöh­ung der Teil­be­steue­rung auf Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen aus Betei­li­gun­gen von min­des­tens 10 % auf Bun­des­e­bene sowie in zahl­rei­chen Kan­to­nen emp­feh­len wir, zu prü­fen, ob Aus­schüt­tun­gen noch in die­sem Jahr unter dem alten Recht vor­ge­nom­men wer­den soll­ten, um von der aktu­el­len Geset­zes­lage pro­fi­tie­ren zu kön­nen. Dabei sind Aus­schüt­tun­gen grund­sätz­lich auch ohne Liqui­di­täts­ab­fluss mög­lich und die Aus­schüt­tungs­höhe kann durch geeig­nete zivil­recht­li­che Maß­nah­men ggf. maxi­miert wer­den. Gerne unter­stüt­zen wir Sie hier­bei in Koope­ra­tion mit unse­ren schwei­ze­ri­schen Kol­le­gen aus unse­rem Nexia-Netz­werk.

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