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Schenkungsteuer bei Zahlung an dem Gesellschafter nahestehende Person

Erhält eine dem Gesellschafter einer GmbH nahestehende Person von der GmbH ein überhöhtes Entgelt für eine vertragliche Leistung, stellt sich die Frage, ob dadurch Schenkungsteuer ausgelöst wird.

Zahlt eine GmbH unter Mit­wir­kung des Gesell­schaf­ters über­höhte ver­trag­li­che Ent­gelte an eine dem Gesell­schaf­ter nahe­ste­hende Per­son, liegt laut Urtei­len des BFH vom 13.9.2017 (Az. II R 54/15, II R 32/16, II R 42/16) keine gemischte frei­ge­bige Zuwen­dung der GmbH an die nahe­ste­hende Per­son vor.

Ertrag­steu­er­lich stel­len die über­höh­ten Ent­gelte ver­deckte Gewinn­aus­schüt­tun­gen der GmbH an ihren Gesell­schaf­ter dar. Wären die über­höh­ten Ent­gelte direkt an den Gesell­schaf­ter gezahlt wor­den, läge keine frei­ge­bige Zuwen­dung vor. Der BFH ent­schied bereits mit Urteil vom 30.1.2013 (Az. II R 6/12, BStBl. II 2013, S. 930), dass es in die­sem Ver­hält­nis neben betrieb­lich ver­an­lass­ten Rechts­be­zie­hun­gen ledig­lich offene und ver­deckte Gewinn­aus­schüt­tun­gen sowie Kapi­tal­rück­zah­lun­gen gibt, aber keine frei­ge­bi­gen Zuwen­dun­gen. Wenn aber der Gesell­schaf­ter beim Abschluss der Ver­ein­ba­rung zwi­schen der GmbH und der nahe­ste­hen­den Per­son mit­ge­wirkt hat, beruhe auch dann die Vor­teils­ge­wäh­rung auf dem Gesell­schafts­ver­hält­nis zwi­schen der GmbH und dem Gesell­schaf­ter, so dass es an der Frei­ge­big­keit fehle.

Hin­weis

Dies gilt laut BFH ent­sp­re­chend, wenn meh­rere Gesell­schaf­ter an der GmbH betei­ligt sind, von denen zumin­dest einer bei der Ver­ein­ba­rung zwi­schen der GmbH und der ihm nahe­ste­hen­den Per­son mit­ge­wirkt hat. Ebenso fin­den diese Rechts­grund­sätze Anwen­dung, wenn ein Gesell­schaf­ter über eine Mut­ter­ge­sell­schaft an der GmbH betei­ligt ist, sofern er an dem Ver­trags­ab­schluss zwi­schen der GmbH und der ihm nahe­ste­hen­den Per­son mit­ge­wirkt hat.

Soweit der BFH mit Urteil vom 7.11.2007 (Az. II R 28/06, BStBl. II 2008, S. 258) eine gemischte frei­ge­bige Zuwen­dung der GmbH an die dem Gesell­schaf­ter nahe­ste­hende Per­son für mög­lich gehal­ten hatte, hält er hieran nicht mehr fest und wider­spricht damit nun der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung (Gleich lau­tende Län­der­er­lasse vom 14.3.2012, BStBl. I 2012, S. 331, Tz. 2.6.1).

Ohne absch­lie­ßend zu ent­schei­den, führt der BFH aller­dings wei­ter aus, dass in die­sen Fäl­len eine Schen­kung zwi­schen dem Gesell­schaf­ter und der nahe­ste­hen­den Per­son vor­lie­gen könne, was jedoch von der Aus­ge­stal­tung der zwi­schen ihnen beste­hen­den Rechts­be­zie­hung abhän­gig sei.



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