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OLG Hamm: Rücksichtsloses Foulspiel beim Fußball führt zur Haftung für Verletzungen

Urteil des OLG Hamm vom 22.10.2012 - I-6 U 241/11

Wird ein Spieler im Rahmen eines Fußballspiels bei einem unfairen Zweikampf rücksichtslos gefoult, so haftet der foulende Spieler für die dadurch entstehenden Verletzungen seines Gegenspielers. Er haftet jedoch - mangels Fahrlässigkeit - nicht, wenn er seinen Gegenspieler bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletzt.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist Amateur­fuß­bal­ler. Bei einem Meis­ter­schafts­spiel der Kreis­liga A 3 des Krei­ses Dort­mund im April 2010 wurde er von dem beklag­ten Spie­ler der geg­ne­ri­schen Mann­schaft mit gest­reck­tem Bein gefoult. Durch das vom Schieds­rich­ter mit der gel­ben Karte geahn­dete Foul zog sich der Klä­ger eine schwere Knie­ver­let­zung zu, in deren Folge er sei­nen Beruf als Maler und Lackie­rer bis heute nicht mehr aus­ü­ben kann.

Der Klä­ger ist der Ansicht, der Beklagte habe ihm die Ver­let­zung durch eine grob regel­wid­rige Spiel­weise zuge­fügt. Er ver­langt daher Scha­dens­er­satz, ins­bes. Sch­mer­zens­geld. Der haftpf­licht­ver­si­cherte Beklagte ver­wei­gerte die Zah­lung. Der Klä­ger habe sich bei einem regel­ge­rech­ten Zwei­kampf um den Ball eine unglück­li­che Ver­let­zung zuge­zo­gen.

Das LG gab der Klage statt und ver­ur­teilte den Beklag­ten zur Leis­tung von Scha­dens­er­satz, u.a. Sch­mer­zens­geld i.H.v. 50.000 €. Die hier­ge­gen gerich­tete Beru­fung hatte vor dem OLG kei­nen Erfolg.

Die Gründe:
Der Beklagte haf­tet für die Ver­let­zung des Klä­gers.

Zwar haf­tet ein Fuß­ball­spie­ler man­gels Fahr­läs­sig­keit nicht, wenn er sei­nen Gegen­spie­ler bei regel­ge­rech­ter und dem Fair­ness­ge­bot ent­sp­re­chen­der Spiel­weise ver­letzt. Das Foul­spiel des Beklag­ten ließ sich jedoch nicht unter eine der­ar­tige Spiel­weise fas­sen. Viel­mehr han­delte er rück­sichts­los unter Ver­stoß gegen die DFB-Fuß­ball­re­gel Nr. 12. Ein der­ar­ti­ges Ein­s­tei­gen begrün­det eine Haf­tung des Beklag­ten. Er hat den zur Ver­let­zung des Klä­gers füh­r­en­den Zwei­kampf ohne jede Rück­sicht auf die Gefahr und die Fol­gen sei­nes Ein­s­tei­gens für den Geg­ner geführt. Hier­von ist das LG nach einer umfang­rei­chen Beweis­auf­nahme zu Recht aus­ge­gan­gen.

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