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Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers für die private Dienstwagennutzung

Die Finanzverwaltung teilt die Auffassung des BFH zur Übernahme von Kfz-Kosten bei einem Dienstwagen durch den Arbeitnehmer und anerkennt, dass sich der geldwerte Vorteil nach der 1%-Regel entsprechend mindert.

Die voll­stän­dige oder teil­weise Über­nahme ein­zel­ner Kraft­fahr­zeug­kos­ten (bei­spiels­weise Treib­stoff­kos­ten, Ver­si­che­rungs­bei­träge, Wagen­wä­sche) durch den Mit­ar­bei­ter war nach bis­he­ri­ger Recht­sp­re­chung und auch nach der Ver­wal­tungs­auf­fas­sung kein Nut­zungs­ent­gelt, das den nach der 1 %-Rege­lung zu ver­steu­ern­den Nut­zungs­wert für die Pri­vat­nut­zung eines betrieb­li­chen Kfz min­dert.

Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers für die private Dienstwagennutzung© Thinkstock

Der Bun­des­fi­nanz­hof hatte bereits mit zwei Urtei­len seine Recht­sp­re­chung zuguns­ten der Arbeit­neh­mer geän­dert.

Mit Sch­rei­ben vom 21.9.2017 (Az. IV C 5 S 2334/11/10004-02) sch­ließt sich das BMF die­ser Rechts­auf­fas­sung an und führt dazu aus, dass bei Anwen­dung der 1 %-Rege­lung vom Arbeit­neh­mer über­nom­mene ein­zelne Kraft­fahr­zeug­kos­ten min­dernd zu berück­sich­ti­gen sind.

Nun­mehr akzep­tiert auch die Finanz­ver­wal­tung, dass bei Anwen­dung der 1%-Rege­lung, die vom Arbeit­neh­mer über­nom­mene Zuzah­lung oder die Über­nahme von indi­vi­du­el­len Kos­ten wie Ben­zin oder Ver­si­che­rung zur Redu­zie­rung der Pri­vat­nut­zung führt und somit den steu­er­li­chen Ansatz min­dert.

Bei der Ermitt­lung des Nut­zungs­werts der Pri­vat­nut­zung nach der Fahr­ten­buch­me­thode wer­den die vom Arbeit­neh­mer selbst getra­ge­nen Kraft­fahr­zeug­kos­ten nicht mit in die Gesamt­kos­ten des Kfz ein­ge­rech­net. Es wird aller­dings nicht bean­stan­det, wenn für die Berech­nung des geld­wer­ten Vor­teils auch hier die Gesamt­kos­ten ein­sch­ließ­lich der vom Arbeit­neh­mer getra­ge­nen Kos­ten zugrunde gelegt und die vom Arbeit­neh­mer getra­ge­nen Kos­ten als Nut­zungs­ent­gelt behan­delt wer­den.

Hin­weis

Gemäß BMF-Sch­rei­ben gehö­ren zu den berück­sich­ti­gungs­fähi­gen Gesamt­kos­ten:

  • Treib­stoff­kos­ten, Lade­strom
  • War­tungs- und Repa­ra­tur­kos­ten, Wagenpf­lege/-wäsche
  • Kraft­fahr­zeug­steuer
  • Bei­träge für Hal­ter­haftpf­licht- und Fahr­zeug­ver­si­che­run­gen
  • Gara­gen-/Stell­platz­miete, Auf­wen­dun­gen für Anwoh­ner­park­be­rech­ti­gun­gen.

Unbe­rück­sich­tigt blei­ben Kos­ten, die nicht zu den Gesamt­kos­ten des Kraft­fahr­zeugs gehö­ren, wie z. B. Fähr­kos­ten, Stra­ßen- oder Tun­nel­be­nut­zungs­ge­büh­ren (Vig­net­ten, Maut­ge­büh­ren), Park­ge­büh­ren, Auf­wen­dun­gen für Insas­sen- und Unfall­ver­si­che­run­gen, Ver­war­nungs-, Ord­nungs- und Buß­gel­der.

Wich­tig dabei ist, dass die Zuzah­lung bzw. die Über­nahme ein­zel­ner Kos­ten arbeits­ver­trag­lich oder auf­grund einer ande­ren arbeits- oder dien­st­recht­li­chen Rechts­grund­lage ver­ein­bart ist. Des Wei­te­ren sind die vom Arbeit­neh­mer über­nom­me­nen Zuzah­lun­gen oder Kos­ten nach­zu­wei­sen und sie dür­fen keine Betriebs­aus­ga­ben des Arbeit­ge­bers sein.

Hin­weis

Im Ein­klang mit der Recht­sp­re­chung berück­sich­tigt auch die Finanz­ver­wal­tung durch den Arbeit­neh­mer getra­gene Fahr­zeug­kos­ten, die den Nut­zungs­wert über­s­tei­gen, weder als nega­ti­ven Arbeits­lohn, noch als Wer­bungs­kos­ten. Damit kann der geld­werte Vor­teil aus der Fir­men­wa­gen­über­las­sung durch Zuzah­lun­gen des Arbeit­neh­mers bzw. vom Arbeit­neh­mer getra­gene, indi­vi­du­elle Kos­ten ledig­lich bis zu einem Betrag von Null Euro redu­ziert wer­den.


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