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November- und Dezemberhilfen

Auf­grund des staat­lich an­ge­ord­ne­ten Lock­downs muss­ten im No­vem­ber und De­zem­ber 2020 zahl­rei­che Un­ter­neh­men, insb. in den Be­rei­chen Gas­tro­no­mie, Un­ter­hal­tung und Frei­zeit, ihre Be­triebe schließen.

Um die wir­t­­schaf­t­­li­chen Fol­­gen die­­ser Sch­­lie­ßun­­gen abzu­­­mil­­dern, un­ter­­stützt die Bun­­des­­re­­gie­rung des­halb alle Be­trof­­fe­nen mit ei­ner „außer­or­­den­t­­li­chen Wir­t­­schafts­­hil­­fe“, der soge­nan­n­­ten No­vem­ber- und De­zem­ber­hilfe. Alle Be­trof­­fe­nen er­hal­­ten un­ter den nach­­­fol­­gen­­den Vor­­aus­­set­zun­­gen Hilfe in Form von Zu­schüs­­sen.

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Antragstellung

Anträge für die No­vem­ber­hilfe und De­zem­ber­hilfe kön­­nen über die bun­­des­ein­heit­­li­che IT-Plat­t­­form Über­brü­­ckungs­­hilfe ges­­tellt wer­­den. Die An­trags­­­frist für die No­vem­ber­hilfe so­wie für die De­zem­ber­hilfe wurde zu­letzt bis zum 30.4.2021 ver­­län­­gert. Die ele­k­tro­­ni­­sche An­tra­g­­s­tel­­lung muss durch einen Steu­er­be­ra­­ter, Wir­t­­schafts­­prü­­fer, ver­­ei­­di­g­­ten Buch­prü­­fer oder Rechts­an­walt er­fol­­gen.

An­trags­be­rech­ti­gung

An­trags­­be­­rech­­tigt sind Un­ter­­neh­­men al­ler Grö­­ßen (auch öff­en­t­­li­che und ge­mein­­nüt­zige), Be­triebe, Sel­b­­stän­­dige, Ver­­eine, So­zial­un­­ter­­neh­­men und Ein­rich­­tun­­gen, die di­rekt von den Sch­­lie­ßun­­gen be­trof­­fen sind. An­trags­­be­­rech­­tigt sind zu­dem Un­ter­­neh­­men, die ledi­g­­lich indi­­rekt oder mit­­­tel­­bar be­ein­­träch­­tigt sind. Als Un­ter­­neh­­men (auch öff­en­t­­li­che Un­ter­­neh­­men und ge­mein­­nüt­zige Orga­­ni­­sa­­ti­o­­nen (i. S. d §§ 51 ff. AO)) gilt da­bei jede rech­t­­li­che sel­b­­stän­­dige Ein­heit unab­hän­­gig von ih­rer Rechts­­form, die wir­t­­schaf­t­­lich am Markt tätig ist und zum Stich­­tag 29.2.2020 zu­min­­dest einen Be­schäf­­ti­g­­ten (unab­hän­­gig von der Stun­­den­­zahl) hatte. Dies gilt auch für Un­ter­­neh­­men mit öff­en­t­­lich-rech­t­­li­cher Rechts­­form, ein­­sch­­lie­ß­­lich Kör­per­­schaf­­ten des öff­en­t­­li­chen Rechts. Die Orga­­ni­­sa­­ti­on­s­­form und die Trä­­ger­­schaft des Un­ter­­neh­­mens oder der Ein­rich­­tung sind nicht ent­­­schei­­dend. Es sind auch Lan­­des- be­zie­hungs­­weise Staats­­be­­triebe und kom­­mu­­nale Ei­gen­be­­triebe so­wie kom­­mu­­nale Re­gie­be­­triebe an­trags­­be­­rech­­tigt. Hier­bei kön­­nen auch nur ein­­zelne Teil­be­­rei­che be­trach­­tet wer­­den.

Anträge kön­­nen da­her alle ge­nan­n­­ten Un­ter­­neh­­men stel­­len, de­ren Täti­g­keit vom Corona-be­ding­­ten Lock­down im No­vem­ber und De­zem­ber 2020 auf eine der fol­­gen­­den Wei­­sen be­trof­­fen ist:

  • Di­rekt be­trof­­fen im No­vem­ber sind alle Un­ter­­neh­­men (auch öff­en­t­­li­che), Be­triebe, Sel­b­­stän­­dige, Ver­­eine und Ein­rich­­tun­­gen, die ih­ren Be­trieb auf­­­grund der Ver­­or­d­­nung vom 28.10.2020 sch­­lie­­ßen müs­­sen. Ho­tels zäh­­len eben­­falls dazu.
  • Di­rekt be­trof­­fen im De­zem­ber sind alle Un­ter­­neh­­men (auch öff­en­t­­li­che), Be­triebe, Sel­b­­stän­­dige, Ver­­eine und Ein­rich­­tun­­gen, die ih­ren Be­trieb auf­­­grund der Ver­­or­d­­nung vom 28.10.2020 schon im No­vem­ber sch­­lie­­ßen mus­s­­ten und auf der Grun­d­lage der Be­schlüsse von Bund und Län­­dern vom 25.11.2020 und vom 2.12.2020 auch im De­zem­ber noch von die­­sen Sch­­lie­ßun­­gen be­trof­­fen sind.
  • Indi­­rekt be­trof­­fen sind alle Un­ter­­neh­­men, die nach­­weis­­lich und re­gel­­mä­­ßig 80 % ih­rer Umsätze mit Un­ter­­neh­­men er­zie­­len, die di­rekt von den Sch­­lie­ßun­­gen be­trof­­fen sind (z.B. eine Wäsche­­rei, die vor­­wie­­gend für Ho­tels ar­bei­­tet).
  • Über Dritte indi­­rekt be­trof­­fene Un­ter­­neh­­men sind alle Un­ter­­neh­­men, die re­gel­­mä­­ßig 80 % ih­rer Umsätze im Auf­­­trag von Un­ter­­neh­­men er­zie­­len, die di­rekt von den Sch­­lie­ßun­­gen be­trof­­fen sind (z. B. Ton­­tech­­ni­ker, Büh­­nen­­bauer, Be­leuch­­ter, etc.).
  • Im Falle meh­­re­­rer wir­t­­schaf­t­­li­cher Täti­g­kei­­ten oder im Falle von teil­wei­­sen Sch­­lie­ßun­­gen (Misch­be­­triebe) sind pri­vate Un­ter­­neh­­men nur dann an­trags­­be­­rech­­tigt, wenn sie ins­­ge­s­­amt zu min­­des­­tens 80 % als di­rekt, indi­­rekt oder indi­­rekt über Dritte be­trof­­fen gel­­ten.

Bei­spiel: Eine Buch­han­d­­lung bet­­reibt auch ein Café, wel­ches auf­­­grund der Sch­­lie­ßung­s­an­or­d­­nung im No­vem­ber 2020 den Be­trieb ein­s­­tel­­len mus­ste. Das Un­ter­­neh­­men gilt als Misch­be­­trieb und wäre dann an­trags­­be­­rech­­tigt, wenn das Café min­­des­­tens 80 % zum Ge­sam­t­um­­satz bei­­trägt.

Für ge­mein­­nüt­zige Ein­rich­­tun­­gen und öff­en­t­­li­che Un­ter­­neh­­men gilt diese Ein­­schrän­kung nicht, wenn sich die Täti­g­kei­­ten klar (z. B. räum­­lich und orga­­ni­­sa­to­ri­sch) abg­­ren­­zen las­­sen.

Bei­spiel: Ein Stadt­­­werk hat die Täti­g­keits­­fel­­der Ver­­­sor­­gung (Strom, Gas, Was­­ser) so­wie Bäder. Hier kann der Teil­be­­reich Bäd­­ern get­­rennt von den Täti­g­keits­­fel­­dern Ver­­­sor­­gung an­spruchs­be­­rech­­tigt sein.

  • An­trags­­be­­rech­­tigt sind auch ver­­bun­­dene Un­ter­­neh­­men (Un­ter­­neh­­men mit meh­­re­­ren Toch­­ter­un­­ter­­neh­­men oder Be­trieb­s­­stät­­ten), wenn mehr als 80 % des ver­­bun­d­wei­­ten Ge­sam­t­um­­sa­t­zes von di­rekt oder indi­­rekt be­trof­­fe­­nen Ver­­bun­d­un­­ter­­neh­­men er­zielt wird. In die­­sem Fall darf nur ein An­trag für den Un­ter­­neh­­men­s­ver­­bund ges­­tellt wer­­den.
  • Das Kon­­so­­li­­die­rungs­­­ge­­bot für ver­­bun­­dene Un­ter­­neh­­men gilt nicht für ge­mein­­nüt­zige Un­ter­­neh­­men­s­ver­­­bünde und ge­mein­­nüt­zige Un­ter­­neh­­men mit meh­­re­­ren Be­trieb­s­­stät­­ten (z. B. Zweck­be­­triebe), wie bei­­spiels­weise Ju­gen­d­­her­ber­­gen. Für die ein­­zel­­nen ge­mein­­nüt­zi­­gen Un­ter­­neh­­men oder Be­trieb­s­­stät­­ten kann je­weils ein eige­­ner An­trag ges­­tellt wer­­den.
  • Ebenso gilt das Kon­­so­­li­­die­rungs­­­ge­­bot für ver­­bun­­dene Un­ter­­neh­­men nicht für öff­en­t­­li­che Un­ter­­neh­­men­s­ver­­­bünde und öff­en­t­­li­che Un­ter­­neh­­men mit meh­­re­­ren Be­trieb­s­­stät­­ten (z. B. Zweck­be­­triebe). Für die ein­­zel­­nen öff­en­t­­li­chen Un­ter­­neh­­men oder Be­trieb­s­­stät­­ten kann je­weils ein eige­­ner An­trag ges­­tellt wer­­den, auch wenn diese einen Un­ter­­neh­­men­s­ver­­bund bil­­den.

Höhe der Novemberhilfe bzw. Dezemberhilfe

Die An­trags­­be­­rech­­ti­g­­ten be­kom­­men pro Tag der Sch­­lie­ßun­­gen Zu­schüsse in Höhe von 75 % des durch­­­schnit­t­­li­chen Tage­s­um­­sa­t­zes des Ver­­g­­leichs­­mo­­nats No­vem­ber bzw. De­zem­ber 2019.

Bei ge­mein­­nüt­zi­­gen und öff­en­t­­li­chen Un­ter­­neh­­men wird aus­­­sch­­lie­ß­­lich auf die am Markt er­ziel­­ten Umsätze abge­­s­­tellt (nicht zum Um­satz zäh­­len zum Bei­­spiel Spen­­den, Mit­­g­­lieds­bei­­träge, Zu­wen­­dun­­gen der öff­en­t­­li­chen Hand, Zu­schüsse nach dem So­zial­­di­en­st­­leis­­ter-Ein­­sat­z­­ge­­setz (So­dEG) oder die Über­brü­­ckungs­­hilfe). Bei meh­­re­­ren Be­trie­b­­stät­­ten ge­mein­­nüt­zi­­ger oder öff­en­t­­li­cher Un­ter­­neh­­men­s­ver­­­bünde wird je­weils auf die Umsätze und Mit­­ar­bei­­ter­­zah­­len der an­tra­g­s­­tel­­len­­den Ein­heit abge­­s­­tellt.

Umsätze sind alle steu­er­­ba­­ren Umsätze i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG des Be­steu­e­rungs­­zei­traums No­vem­ber bzw. De­zem­ber 2019. Nicht zu berück­­si­ch­­ti­­gen sind unen­t­­gel­t­­li­che Wer­t­ab­­ga­­ben, inn­er­­ge­­mein­­schaf­t­­li­che Er­werbe, Umsätze im Un­ter­­neh­­men­s­ver­­bund, Umsätze aus ge­wer­b­­li­cher Ver­­­mie­­tung so­wie ein­­ma­­lige Umsätze, wie z. B. Anla­­ge­ver­­­käufe.

Er­folgt keine mona­t­­li­che Ab­rech­­nung der Umsätze (zum Bei­­spiel bei Dau­er­­leis­­tun­­gen), ist es zuläs­­sig von ei­ner gleich­­mä­ß­i­­gen Ver­­­tei­­lung der Umsätze aus­­zu­­­ge­hen (an­hand geei­g­­ne­­ter Ken­n­­zah­­len).

An­dere staa­t­­li­che Leis­­tun­­gen, die für den För­­der­zei­traum No­vem­ber bzw. De­zem­ber 2020 ge­zahlt wer­­den, wer­­den ange­­rech­­net. Das gilt vor al­lem für Leis­­tun­­gen wie Über­brü­­ckungs­­hilfe oder Kur­z­ar­bei­­ter­­geld.

Bei­­spiel: Ein The­a­­ter hat im No­vem­ber 2019 einen Um­satz von 50.000 Euro er­zielt, was einem durch­­­schnit­t­­li­chen Tage­s­um­­satz von 1.667 Euro ent­­­spricht. Auf­­­grund der Lan­­des­ver­­or­d­­nung darf das The­a­­ter vom 2. bis 30.11.2020 nicht öff­­nen (29 Tage). Die Höhe der No­vem­ber­hilfe beträgt für je­den Tag der Sch­­lie­ßung 1.250 Euro (75 % des durch­­­schnit­t­­li­chen Tage­s­um­­sa­t­zes im Ver­­g­­leichs­zei­traum), für den ge­sam­­ten Zei­traum der Be­trof­­fen­heit (29 Tage) also 36.250 Euro.

Hin­weis: Die No­vem­ber­hilfe ist er­tra­g­­steu­er­­bar und im Rah­­men der Ge­win­­ner­­mit­t­­lung nach den all­­ge­­mei­­nen steu­er­­rech­t­­li­chen Rege­­lun­­gen zu berück­­si­ch­­ti­­gen (ggf. im Zweck­be­­trieb).

Anrechnung von Umsätzen

Wenn trotz der Sch­­lie­ßung wei­­tere Umsätze er­zielt wer­­den, sind diese bis zu ei­ner Höhe von 25 % des Ver­­g­­leich­s­um­­sa­t­zes nicht anzu­­­rech­­nen. Erst bei höh­e­­ren Umsät­­zen wer­­den diese von der No­vem­ber­hilfe abge­­zo­­gen. Da­mit soll ver­­­mie­­den wer­­den, dass durch die För­­de­rung mehr als 100 % des Ver­­g­­leich­s­um­­sa­t­zes er­zielt wer­­den kön­­nen.

Bei­­spiel: Eine pri­vate Bil­­dung­s­ein­rich­­tung hat im No­vem­ber 2019 Umsätze in Höhe von 30.000 Euro aus Prä­­sen­z­ver­­an­­stal­­tun­­gen gene­riert, was einem durch­­­schnit­t­­li­chen Tage­s­um­­satz von 1.000 Euro ent­­­spricht. Auf­­­grund der Lan­­des­ver­­or­d­­nung darf die Bil­­dung­s­ein­rich­­tung vom 2. bis 30.11.2020 nicht öff­­nen.  Die Ein­rich­­tung be­kommt 750 Euro für je­den Tag der Sch­­lie­ßung (75 % des durch­­­schnit­t­­li­chen Tage­s­um­­sa­t­zes) als No­vem­ber­hilfe. Für den ge­sam­­ten Zei­traum der Sch­­lie­ßung (29 Tage) be­kom­­men sie 21.750 Euro. Zug­­leich bie­­tet die Ein­rich­­tung im No­vem­ber auch On­line-Kurse an, mit de­nen sie 10.000 Euro Um­satz gene­riert. Dies sind mehr als die 7.250 Euro, die sie ohne An­rech­­nung zur No­vem­ber­hilfe dazu ver­­­die­­nen dürfte (25 %). Der über die 25 % hin­aus­­ge­hende Um­satz (2.750 Euro) wird von der No­vem­ber­hilfe abge­­zo­­gen. Die Bil­­dung­s­ein­rich­­tung be­kommt da­her 19.000 Euro No­vem­ber­hilfe aus­­­ge­­zahlt.

Sonderregelung für Restaurants 

Für Re­stau­rants gilt eine Son­­der­­re­­ge­­lung, wenn sie Spei­­­sen im Außer­haus­ver­­­kauf an­bie­­ten. Hier wird die Umsa­t­zer­­sta­t­­tung auf 75 % der Umsätze im Ver­­g­­leichs­zei­traum 2019 auf Umsätze mit dem vol­­len Mehr­wer­t­­steu­er­­satz beg­­renzt (alle im Re­stau­rant ver­­zehr­­ten Spei­­­sen und Getränke). Die Umsätze des Außer­haus­ver­­­kaufs, für die der redu­­zierte Mehr­wer­t­­steu­er­­satz gilt, wer­­den her­aus­­ge­­rech­­net. Im Ge­gen­zug wer­­den die Umsätze aus dem Außer­haus­ver­­­kauf wäh­­rend der Sch­­lie­ßung von der Um­sat­z­an­­rech­­nung aus­­­ge­­nom­­men.

Bei­­spiel: Eine Piz­ze­ria hatte im No­vem­ber 2019 8.000 Euro Um­satz aus dem Ver­­zehr im Re­stau­rant und 2.000 Euro durch Außer­haus­ver­­­kauf er­zielt. Die No­vem­ber­hilfe beträgt 5.800 Euro (75 % von 8.000 Euro, an­tei­­lig für 29 Tage). Umsätze, die die Piz­ze­ria im No­vem­ber 2020 aus dem Außer­haus­ver­­­kauf gene­riert, füh­­ren nicht zu ei­ner Kür­zung der För­­de­rung.

Abschlagszahlungen und Schlussabrechnung

Da­mit das Geld sch­­nell und mög­­lichst unbür­o­k­ra­­tisch bei den Be­trof­­fe­­nen an­kommt, er­fol­­gen Ab­schlags­­­zah­­lun­­gen. Die Ab­schlags­­­zah­­lun­­gen wer­­den in Höhe von 50 % der bean­­tra­g­­ten Hil­fen gewährt, höchs­­tens je­doch bis zu 50.000 Euro pro An­tra­g­s­­tel­­ler.

Im Falle ei­ner An­trags­­­s­tel­­lung über einen prü­­fen­den Drit­­ten ha­ben diese bis spä­­tes­­tens zum 31.12.2021 eine Schlus­s­ab­­rech­­nung für den An­tra­g­s­­tel­­ler vor­­zu­­­le­­gen. Bei Vor­­­lie­­gen der end­­gül­­ti­­gen Um­sat­z­­zah­­len für den No­vem­ber bzw. De­zem­ber 2020 er­folgt die Über­­mit­t­­lung durch die prü­­fen­­den Drit­­ten an die Be­wil­­li­­gungs­­s­­tel­­len der Län­­der. Hier wird die An­trags­­be­­rech­­ti­­gung und die Höhe der No­vem­ber­hilfe, bzw. der De­zem­ber­hilfe an­hand der tat­­säch­­li­chen Zah­­len über­­prüft. Eben­­falls tei­­len die prü­­fen­­den Drit­­ten der Be­wil­­li­­gungs­­s­­telle mit, wel­che anzu­­­rech­­nen­­den Leis­­tun­­gen der An­tra­g­s­­tel­­ler im maß­­ge­b­­li­chen Zei­traum in wel­cher tat­­säch­­li­chen Höhe be­wil­­ligt bzw. aus­­­ge­­zahlt wur­­den (Kur­z­ar­bei­­ter­­geld, Über­brü­­ckungs­­hilfe, Leis­­tun­­gen aus ande­­ren gleich­ar­­ti­­gen Zu­schus­s­­pro­­gram­­men, Leis­­tun­­gen von Ver­­­si­che­run­­gen auf­­­grund von Be­trieb­s­­sch­­lie­ßung oder Be­trie­b­s­ein­­schrän­kung). 

Hin­weis: Zu viel ge­zahlte Leis­­tun­­gen sind zurück­zu­­­zah­­len. Sollte keine Schlus­s­ab­­rech­­nung er­fol­­gen, ist die No­vem­ber­hilfe, bzw. die De­zem­ber­hilfe in vol­­ler Höhe zurück zu zah­­len.

Was ist Beihilferechtlich zu beachten?

Bei der Inan­­spruch­­nahme von No­vem­ber­hilfe, De­zem­ber­hilfe und ande­­ren So­for­t­hil­­fen des Bun­­des und der Län­­der müssen die bei­hil­­fe­­rech­t­­li­chen Ober­gren­zen be­ach­tet wer­den.

Nach der geänder­ten Klein­bei­hil­­fe­­re­­ge­­lung kön­­nen grun­d­­sät­z­­lich Bei­hil­­fen bis zu 1,8 Mio. Euro pro Un­ter­­neh­­men ver­­­ge­­ben wer­­den. Hier­bei wer­­den je­doch KfW-Sch­­nel­l­k­­re­­dite so­wie an­dere För­­de­run­­gen auf der Grun­d­lage der Klein­bei­hilfe 2020 voll ange­­rech­­net. Hier­un­­ter fal­­len eben­­falls die ande­­ren So­for­t­hil­­fen des Bun­­des, so­wie die Über­brü­­ckungs­­hil­­fen. Nach der all­­ge­­mei­­nen De-Mi­­ni­­mis-Ver­­or­d­­nung dür­­fen einem ein­zi­­gen Un­ter­­neh­­men zusätz­lich inn­er­halb von 3 Steu­er­jah­­ren grun­d­­sät­z­­lich bis zu 200.000 Euro gewährt wer­­den. So­weit die Vor­­­ga­­ben der De-Mini­­mis-Ver­­or­d­­nun­­gen so­wie die Kumu­­lie­rungs­­ober­g­­renze der  Bun­­des­­re­­ge­­lung Klein­bei­hil­­fen 2020 ein­­ge­hal­­ten wer­­den, kön­­nen Bei­hil­­fen nach der Klein­bei­hil­­fe­­re­­ge­­lung kom­bi­niert mit Bei­hil­­fen nach der De-Mini­­mis-Ver­­or­d­­nun­­g ein Förder­vo­lu­men von bis zu 2 Mio. Euro er­ge­ben wer­­den. Dar­über hin­aus kön­nen un­ter den Vor­aus­set­zun­gen der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 bis zu 10 Mio. Euro wei­tere Zu­schüsse bean­tragt wer­den. Al­ter­na­tiv kann ein An­trag (aus­schließlich oder ne­ben der Klein­bei­hil­fen­re­ge­lung 2020 so­wie op­tio­nal der De-Mi­ni­mis-Ver­ord­nung) zum Aus­gleich Lock­down-be­ding­ter Schäden auf die Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) gestützt wer­den, die an­ders als die Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 keine be­tragsmäßige Ober­grenze vor­sieht. Die bei­hil­fe­recht­li­che Ge­neh­mi­gung der Un­ter­stüt­zungs­leis­tun­gen im Rah­men der Bun­des­re­ge­lung Fix­kos­ten­hilfe 2020 so­wie der Bun­des­re­ge­lung No­vem­ber­hilfe/De­zem­ber­hilfe (Scha­dens­aus­gleich) er­geht sei­tens der EU-Kom­mis­sion un­ter der Vor­aus­set­zung, dass die Un­ter­neh­men den ent­stan­de­nen Scha­den im Ein­zel­nen nach­wei­sen, was im Rah­men der Schluss­ab­rech­nung sorg­fäl­tig über­prüft wer­den soll.

Hin­weis: Der bei­hil­­fe­­rech­t­­li­che Un­ter­­neh­­men­s­be­­griff gilt auch für öff­en­t­­li­che Un­ter­­neh­­men. Dem­nach ist auch bei öff­en­t­­li­chen Un­ter­­neh­­men zu prü­­fen, in­wie­­fern ein wir­t­­schaf­t­­li­cher Ver­­bund mit ande­­ren Un­ter­­neh­­men vor­­­liegt, wo­bei ins­be­­son­­dere das Bes­te­hen von Kon­trol­l­be­­tei­­li­­gun­­gen rele­vant ist.

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