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Steuerberatung

Novelle des Energie- und des Stromsteuerrechts zum 1.1.2018

Ab 1.1.2018 sind zahl­rei­che Ände­run­gen vor al­lem bei den en­er­gie- und strom­steu­er­recht­li­chen Begüns­ti­gun­gen zu be­ach­ten.

Am 1.1.2018 tre­ten wich­tige Ände­run­gen des En­er­gie- so­wie des Strom­steu­er­ge­set­zes in Kraft (Zwei­tes Ge­setz zur Ände­rung des En­er­gie­steuer- und des Strom­steu­er­ge­set­zes, BGBl. 2017 I Nr. 60 vom 4. Sep­tem­ber 2017, S. 3299ff.). Ein­zelne Be­stim­mun­gen ste­hen un­ter dem Vor­be­halt der bei­hil­fe­recht­li­chen Ge­neh­mi­gung durch die EU-Kom­mis­sion. Der dazu flan­kie­rend er­gan­gene Ent­wurf der neuen En­er­gie- so­wie der Strom­steu­er­durchführungs­ver­ord­nung lie­gen den Verbänden der­zeit zur Stel­lung­nahme vor.

Im Ver­gleich zum Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 15.2.2017 (vgl. hierzu "Bun­des­re­gie­rung be­schließt Ände­rung des En­er­gie­steuer- und des Strom­steu­er­ge­set­zes") wur­den zwar nur we­nige An­pas­sun­gen in dem nun be­schlos­se­nen Ge­setz vor­ge­nom­men, diese ha­ben aber zum Teil weit­rei­chende Aus­wir­kun­gen. Die wich­tigs­ten Ände­run­gen sind aus un­se­rer Sicht:

  • Die Begüns­ti­gung für die Nut­zung von Erd­gas als Kraft­stoff wird nun auch für Au­to­gas (LPG, „Li­que­fied Pe­tro­leum Gas“) wei­ter­geführt. Ur­sprüng­lich war dies nur für kom­pri­mier­tes und verflüssig­tes Erd­gas (CNG, „Com­pres­sed Na­tu­ral Gas“/LNG, „Li­qui­fied Na­tu­ral Gas“) vor­ge­se­hen. Beide Er­leich­te­run­gen gel­ten be­fris­tet und wer­den de­gres­siv zurück ge­fah­ren. Der begüns­tigte Steu­er­satz von 13,90 EUR/MWh wird für CNG bis 31.12.2023 gel­ten und so­dann ab­ge­schmol­zen, ab 2027 soll der Re­gel­steu­er­satz i. H. v. 31,80 EUR/MWh zur An­wen­dung kom­men. Für LPG wird die Begüns­ti­gung zwar bis 31.12.2022 verlängert, bis zu die­sem Zeit­punkt je­doch vollständig ab­ge­schmol­zen sein, so dass ab 1.1.2023 der re­guläre Steu­er­satz i.H.v. 409,00 EUR/1.000 kg gel­ten soll.
  • Die max. elek­tri­sche Nenn­leis­tung von sog. Klein­an­la­gen für die Strom­steu­er­be­frei­ung nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG bleibt an­ders als im Re­fe­ren­ten­ent­wurf vor­ge­se­hen un­verändert bei 2 MW.
  • Die Steu­er­be­frei­ung für sog. Klein­an­la­gen (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG) und für sog. Grünstrom (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 StromStG) wer­den zwar ent­ge­gen des Ent­wurfs keine EU-Bei­hil­fen, lie­gen aber der EU-Kom­mis­sion zur bei­hil­fe­recht­li­chen Überprüfung vor (und könn­ten ggf. im Zuge ei­ner neu­er­li­chen Ände­rung des Strom­steu­er­ge­set­zes eben­falls als staat­li­che Bei­hil­fen in das Ge­setz auf­ge­nom­men wer­den). Ab. 1.1.2018 wer­den da­mit staat­li­che Bei­hil­fen sein §§ 3, 3a, 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2, §§ 47a, 53a, 54, 55, 56 und 57 En­er­gieStG (Art. 2 des Ge­set­zes) und § 9 Abs. 2, Abs. 3, §§ 9b, 9c (neu) und 10 StromStG (Art. 4 des Ge­set­zes). Für die In­an­spruch­nahme von EU-Bei­hil­fen sind be­son­dere Vor­aus­set­zun­gen zu erfüllen, u. a. darf sich das Un­ter­neh­men nicht in „wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten“ be­fin­den.
  • U. a. de­fi­niert das Ge­setz einen neuen, an den an­er­kann­ten Re­geln der Tech­nik ori­en­tier­ten Ver­wen­der­be­griff für Strom­er­zeu­gungs- und KWK-An­la­gen. Ver­wen­der in die­sem Sinne ist da­nach „nur die­je­nige Per­son, die die En­er­gie­er­zeug­nisse zum Be­trieb ei­ner Strom­er­zeu­gungs­an­lage in ihr ein­setzt.“
  • Fer­ner ist die Steu­er­ent­las­tung für die ge­kop­pelte Er­zeu­gung von Kraft und Wärme (KWK) künf­tig aus­schließlich in § 53a En­er­gieStG ge­re­gelt. § 53b En­er­gieStG, der die teil­weise Steu­er­ent­las­tung für KWK-An­la­gen be­inhal­tet, wird auf­ge­ho­ben und in § 53a En­er­gieStG in­te­griert. Ge­setz­lich wird nun für die vollständige Steu­er­ent­las­tung fest­ge­schrie­ben, dass sie abzüglich er­hal­te­ner In­ves­ti­ti­ons­bei­hil­fen gewährt wird. Die Ent­las­tung wird also erst gewährt, so­bald der Ent­las­tungs­be­trag den Be­trag der In­ves­ti­ti­ons­bei­hil­fen er­reicht hat.
  • Die Steu­er­ent­las­tun­gen des § 9b StromStG und des § 10 StromStG wer­den nicht für Elek­tro­mo­bi­lität gewährt. Diese wird künf­tig de­fi­niert als „das Nut­zen elek­tri­sch be­trie­be­ner Fahr­zeuge, aus­ge­nom­men schie­nen- oder lei­tungs­ge­bun­de­ner Fahr­zeuge.“ Ent­spre­chend des jüngs­ten Re­fe­ren­ten­ent­wurfs der Strom­steu­er­durchführungs­ver­ord­nung soll die Nut­zung z. B. elek­tri­sch be­trie­be­ner Flurförder­fahr­zeuge keine Elek­tro­mo­bi­lität in die­sem Sinne dar­stel­len. Die Nut­zung elek­tri­sch be­trie­be­ner Fahr­zeuge, die nicht für den Straßenver­kehr zu­ge­las­sen sind und die nach ih­rer Bau­art und Funk­ti­ons­weise auch nicht dafür vor­ge­se­hen sind, „wie Flurförder­fahr­zeuge und Ar­beits­ma­schi­nen, die aus­schließlich auf dem Be­triebs­gelände ein­ge­setzt wer­den“, soll da­nach nicht als Elek­tro­mo­bi­lität gel­ten.
  • In­ter­es­sant ist auch, dass das Bun­des­mi­nis­te­rium der Fi­nan­zen (BMF) ermäch­tigt wird, ne­ben dem Ver­sor­ger- auch den Ei­gen­er­zeu­ger­be­griff und den Letzt­ver­brau­cher­be­griff ab­wei­chend von § 2 Nr. 1 und 2 StromStG zu kon­kre­ti­sie­ren. Es bleibt ab­zu­war­ten, ob und in wel­cher Weise das BMF da­von Ge­brauch macht und wie sich eine Kon­kre­ti­sie­rung auf den ad­mi­nis­tra­ti­ven Auf­wand der Un­ter­neh­men aus­wirkt.
  • Wer­den Mel­de­pflich­ten nach der sog. En­er­gie- und Strom­steuer-Trans­pa­renz­ver­ord­nung (EnS­TransV) nicht ein­ge­hal­ten, wird dies eine mit max. 5.000 EUR zu bebußende Ord­nungs­wid­rig­keit dar­stel­len.
  • Wei­tere Ge­setzände­run­gen sind u. a. der An­pas­sung an das EU-Recht und der jüngs­ten Recht­spre­chung ge­schul­det, so z. B. die Ände­run­gen der Steu­er­ent­las­tung für be­son­dere Pro­zesse und Ver­fah­ren so­wie die Er­mitt­lung des Steu­er­sat­zes für nicht in den § 2 Abs. 1 bis 3 En­er­gieStG ge­nannte En­er­gie­er­zeug­nisse.
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