deen
Nexia Ebner Stolz

Noch bleibt Zeit mit der Abgabe der Einkommensteuererklärung

Bis Ende Mai dürfen Steuerzahler ihre Formulare einreichen. Sie können ihre Abgabefristen aber oft verlängern lassen, wenn etwa Belege fehlen.

Bis spä­tes­tens zum 31. Mai 2012 müs­sen Bür­ger ihre Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung für 2011 beim Finanz­amt ein­ge­reicht haben. Die­ser gesetz­li­che und all­ge­mein bekannte Ter­min ist nicht immer pro­b­lem­los ein­zu­hal­ten. So schaf­fen es bei­spiels­weise einige nicht, alle benö­t­ig­ten Unter­la­gen ein­zu­sam­meln oder ein Kre­di­t­in­sti­tut konnte nicht recht­zei­tig eine Steu­er­be­schei­ni­gung über die Kapi­ta­l­er­träge 2011 aus­s­tel­len. Dies kann aber auch daran lie­gen, dass Anle­ger es ver­säumt hat­ten, bei der Haus­bank einen Antrag auf Zusen­dung der benö­t­ig­ten Unter­la­gen zu stel­len. Zwar haben sie einen Anspruch auf eine Beschei­ni­gung über ange­fal­lene Kapi­ta­l­er­träge und ein­be­hal­tene Kapi­ta­l­er­trag­steuer, doch Insti­tute stel­len diese nicht immer auto­ma­tisch, son­dern erst auf Nach­frage aus. Das gilt ins­be­son­dere, wenn im Vor­jahr Ver­luste ange­fal­len waren. Die darf die Bank näm­lich laut Gesetz nur dann zur Ver­rech­nung beim Finanz­amt beschei­ni­gen, wenn Spa­rer einen Antrag bis zum 15. Dezem­ber 2011 ges­tellt hat­ten. Jetzt ist es zu spät dafür. Nicht nur aus die­sem Grund ist für Steu­er­zah­ler ein Antrag auf Frist­ver­län­ge­rung rat­sam, wor­auf die Kanz­lei Ebner Stolz Mön­ning Bachem aus Stutt­gart hin­weist.

Denn neben Anle­gern kön­nen bei­spiels­weise auch viele Arbeit­neh­mer, Rent­ner oder Ver­mie­ter ihre Steue­r­er­klär­ung nicht frist­ge­recht abge­ben, weil ihnen Unter­la­gen etwa über Wer­bungs­kos­ten feh­len. Im Gegen­satz zu den übri­gen Ein­kunfts­ar­ten müs­sen Anle­ger ihre Kapi­ta­l­ein­nah­men seit 2009 nicht mehr gene­rell in die For­mu­lare ein­tra­gen, weil mit dem Ein­be­halt der Abgel­tung­steuer die Pflich­ten zumeist erle­digt sind. Doch Spa­rer mit einer indi­vi­du­el­len Pro­gres­sion unter 25 Pro­zent, dem Wunsch eines Ver­lus­t­aus­g­lei­ches und in vie­len ande­ren Son­der­si­tua­tio­nen müs­sen wei­ter­hin den Weg über das Finanz­amt gehen. Um die ein­be­hal­te­nen Abga­ben gel­tend machen zu kön­nen, benö­t­i­gen sie jedoch die offi­zi­elle Steu­er­be­schei­ni­gung ihres Kre­di­t­in­sti­tuts. In ande­ren Fäl­len, etwa der Spen­den­be­schei­ni­gung oder der Rech­nung über haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen ist ein Beleg sogar Vor­aus­set­zung für eine Steu­er­min­de­rung.

„Haben Spa­rer ihre Beschei­ni­gung noch nicht erhal­ten, soll­ten sie beim Finanz­amt eine form­lose Frist­ver­län­ge­rung für die Abgabe der Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung 2011 bean­tra­gen“, rät Steu­er­be­ra­te­rin Ste­fa­nie Peter von Ebner Stolz Mön­ning Bachem. Als Grund reicht der Hin­weis auf noch feh­lende Unter­la­gen über Ein­nah­men oder Aus­ga­ben; dann ist ein Auf­schub bis Ende Sep­tem­ber 2012 ohne wei­tere Begrün­dun­gen mög­lich. Wer wie meist Selb­stän­dige einen Steu­er­be­ra­ter oder als Arbeit­neh­mer einen Lohn­steu­er­hil­fe­ve­r­ein ein­schal­tet, hat ohne­hin keine Eile. Hier ver­län­gert sich die Frist näm­lich pau­schal auf Sil­ves­ter 2012, Steu­er­zah­ler in Hes­sen dür­fen sogar bis Ende Februar 2013 war­ten.

Bei der Frage, wann eine Erklär­ung verpf­lich­tend ist, wird zwi­schen Arbeit­neh­mern und den übri­gen Steu­erpf­lich­ti­gen dif­fe­ren­ziert. Letz­tere wie Unter­neh­mer, Frei­be­ruf­ler, Land­wirte, Rent­ner, Anle­ger oder Ver­mie­ter müs­sen For­mu­lare ein­rei­chen, wenn ihr Ein­kom­men über dem Grund­f­rei­be­trag von 8.004 Euro liegt. Arbeit­neh­mer hin­ge­gen haben über die ein­be­hal­tene Lohn­steuer bereits ihre Abga­ben geleis­tet. Grund­sätz­lich ver­langt das Finanz­amt von ihnen nur bei erwar­te­ter Nach­zah­lung eine Erklär­ung. Viele Ange­s­tellte, Beamte und Pen­sio­näre haben keine Abga­bepf­licht, dür­fen aber frei­wil­lig eine so genannte Antrags­ver­an­la­gung durch­füh­ren. Hierzu wer­den ihnen vier Jahre Zeit ein­ge­räumt, was dann auch die Zin­sen oder Kurs­ge­winne bein­hal­tet, die dem Fis­kus wegen einer mög­li­chen Rück­zah­lung gemel­det wer­den sol­len.

Beim Abga­be­ter­min soll­ten alle Bür­ger jedoch zeit­li­che Pla­nung ein­kal­ku­lie­ren. Erwar­ten sie eine Erstat­tung, wäre es unsin­nig, die erlaub­ten Fris­ten bis zum Letz­ten aus­zu­sc­höp­fen. Denn je eher die Erklär­ung beim Finanz­amt auf dem Tisch liegt, desto sch­nel­ler gelangt die zu viel gezahlte Steuer aufs eigene Konto zurück. Dar­über ist es schwie­rig, in 2013 noch den Steu­er­fall 2011 bear­bei­ten und die alten Belege suchen zu müs­sen. „Wer hier bum­melt oder Belege unsor­tiert lie­gen lässt, ver­schenkt unnö­tig mög­li­ches Erstat­tungs­po­ten­tial“, so die Exper­tin: „Arbeit­neh­mer soll­ten sich lie­ber zügig um Wer­bungs­kos­ten, Son­der­aus­ga­ben, Hand­wer­ker­rech­nun­gen oder außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen küm­mern“.

Auch wenn keine Steu­ern anfal­len soll­ten, lohnt eine Erklär­ungs­ab­gabe, wenn etwa wegen Arbeits­lo­sig­keit nur Wer­bungs­kos­ten für die Job­su­che vor­lie­gen oder der Saldo auf­grund hoher Miet­ein­künfte ins­ge­s­amt nega­tiv aus­fällt. Die­ses in 2011 ent­stan­dene Minus kann nur dann mit posi­ti­ven Ein­künf­ten ande­rer Zei­träume - rück­wir­kend für 2010 und für die Jahre in der Zukunft - ver­rech­net wer­den, wenn eine Erklär­ung für das Ent­ste­hungs­jahr mit dem Antrag auf Fest­set­zung des Ver­lus­tes ein­ge­reicht wird. In vie­len Fäl­len zahlt sich die Abgabe einer frei­wil­li­gen Erklär­ung aus. Bei Arbeit­neh­mern über­weist das Finanz­amt oft zu viel gezahlte Lohn- und Kir­chen­steuer sowie Soli­da­ri­täts­zu­schlag wie­der zurück und frisch ver­hei­ra­tete Paare holen die Vor­teile des Split­ting­ta­rifs nach. Fau­st­re­gel: Sind Auf­wen­dun­gen ange­fal­len, die nicht über Lohn­steuer oder Ein­kom­men­steu­er­vor­aus­zah­lun­gen berück­sich­tigt sind, gibt es eine Erstat­tung. „Beson­ders Arbeit­neh­mer sind sch­nell über der Grenze der Pausch­be­träge bei den Wer­bungs­kos­ten von 1000 Euro ab 2011 und bei den Son­der­aus­ga­ben von 36 Euro“, resü­miert Peter.

Die Exper­tin Peter weist dar­auf hin, dass Steue­r­er­klär­un­gen grund­sätz­lich nach amt­lich vor­ge­schrie­be­nem Vor­druck abzu­ge­ben sind und es Vor­ga­ben zur Druck­qua­li­tät bei selbst aus­ge­druck­ten Erklär­un­gen gibt. „Rei­chen Bür­ger Erklär­un­gen ein, bei denen an der Druck­qua­li­tät gespart wird, wor­un­ter deren Les­bar­keit deut­lich lei­det, wer­den diese von  den Finanz­äm­tern nicht ange­nom­men und gel­ten damit als nicht abge­ge­ben“.

Diese Pres­se­mit­tei­lung mit 5.011 Zei­chen (ohne Über­schrif­ten) steht Ihnen zur freund­li­chen Ver­fü­gung.

Für eine Mit­tei­lung über das Erschei­nen des vor­ge­nann­ten Arti­kels in Ihrer Zei­tung wären wir Ihnen dank­bar. 



nach oben