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Niederlande: Steuerrechtliche Änderungen zum 1.1.2019

Zum 1.1.2019 traten in den Niederlanden steuerrechtliche Änderungen in Kraft, die sich auf den in den kommenden Jahren geltenden Körperschaftsteuersatz auswirken.

Der Kör­per­schaft­steu­er­satz in den Nie­der­lan­den ent­wi­ckelt sich in den kom­men­den Jah­ren wie folgt:

Gewinne bis 200.000 Euro (Niedrigkörperschaftsteuersatz)

Gewinne über 200.000 Euro (Hauptkörperschaftsteuersatz)

2019

19 %

25 %

2020

16,5 %

22,55 %

2021

15 %

20,5 %

Für ab 2019 erzielte Ver­luste wird der Ver­lust­vor­trag von bis­lang neun auf sechs Jahre ein­ge­schränkt. Bei Ver­lus­ten vor 2019 gilt wei­ter­hin der Ver­lust­vor­trags­zei­traum von neun Jah­ren. Bis­lang beste­hende Res­trik­tio­nen bei der Ver­rech­nung von Ver­lus­ten aus Hol­ding- und Finan­zie­rung­s­tä­tig­kei­ten gel­ten für Ver­luste ab 2019 nicht mehr.

In Umset­zung der EU-recht­li­chen Vor­ga­ben (sog. ATAD I) wur­den fol­gende Rege­lun­gen besch­los­sen: Mit Wir­kung zum 1.1.2019 wurde eine Zins­schran­ken­re­ge­lung ein­ge­führt, wonach der Abzug von Net­to­zin­sen auf 30 % des EBITDA beg­renzt wird. Betra­gen die Net­to­zin­sen maxi­mal 1 Mio. Euro, kommt die Zins­schranke nicht zur Anwen­dung. Die Abzugs­be­schrän­kung ist auf Ebene jedes Steu­er­sub­jekts anzu­wen­den, wobei eine nie­der­län­di­sche Org­an­schaft als ein Steu­er­sub­jekt gilt. Nicht abzieh­bare Net­to­zin­sen kön­nen zeit­lich unbe­g­renzt vor­ge­tra­gen wer­den. Im Falle eines Anteils­eig­ner­wech­sels kann der Zins­vor­trag aller­dings unter­ge­hen. Bis­her beste­hende Zins­ab­zugs­be­schrän­kun­gen, z. B. für Hol­ding­ge­sell­schaf­ten, wur­den im Gegen­zug dazu auf­ge­ho­ben.

Zudem wurde die Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung neu gere­gelt. Diese greift, wenn mehr als 50 % der Anteile an einer aus­län­di­schen Gesell­schaft von nie­der­län­di­schen Kör­per­schaft­steu­erpf­lich­ti­gen gehal­ten wer­den und die aus­län­di­sche Gesell­schaft mit pas­si­ven Ein­kom­men (z. B. Divi­den­den, Zin­sen, Lizenz­zah­lun­gen, Gewinne aus der Ver­äu­ße­rung von Antei­len sowie Miet- und Lea­sin­gein­künfte) einer Besteue­rung von unter 9 % unter­liegt oder der Ansäs­sig­keits­staat der aus­län­di­schen Gesell­schaft auf der schwar­zen Liste der EU über nicht koope­ra­tive Staa­ten geführt wird.

Die Besteue­rung im Falle des grenz­über­sch­rei­ten­den Trans­fers von Wirt­schafts­gü­tern eines Unter­neh­mens wird ver­schärft. Bis­lang wurde die dar­aus resul­tie­rende Steuer unter bestimm­ten Bedin­gun­gen über einen Zei­traum von zehn Jah­ren gestun­det. Ab 2019 ist diese Steuer in fünf Jah­res­ra­ten zu entrich­ten.

Hin­weis

Ent­ge­gen frühe­rer Ankün­di­gun­gen wurde die Divi­den­den­steuer nicht abge­schafft. Somit ist wei­ter­hin eine Quel­len­steuer von 15 % bei der Aus­schüt­tung von Divi­den­den durch eine nie­der­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft ein­zu­be­hal­ten (s. hierzu auch IStR-LB in IStR Heft 1/2019, S. 2).



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