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Nexia Ebner Stolz

Neun von zehn Unternehmen wollen Bündisse schmieden

Ebner Stolz veröffentlicht Studie zur Bedeutung und Gestaltung Strategischer Allianzen im Mittelstand.
  • Stra­te­gi­sche Allian­zen sind belieb­ter als Akqui­si­tio­nen und Fusio­nen.
  • Koope­riert wird oft­mals in unter­neh­me­ri­schen Kern­be­rei­chen.
  • Die Umset­zung schei­tert häu­fig an man­geln­der Sorg­falt und kul­tu­rel­len Unter­schie­den.

Köln, 28. Sep­tem­ber 2015. Die Zeit der Ein­zel­kämp­fer im Mit­tel­stand ist vor­bei. 94 Pro­zent der mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men in Deut­sch­land haben bereits Erfah­run­gen mit Stra­te­gi­schen Allian­zen gesam­melt. 88 Pro­zent pla­nen dies für die Zukunft. Das sind nur zwei zen­trale Ergeb­nisse der Stu­die „Stra­te­gi­sche Allian­zen. Wir­kungs­vol­les Instru­ment oder über­schätz­ter Hype? Das sagt der Mit­tel­stand.“ von Ebner Stolz Mana­ge­ment Con­sul­tants. Dafür hat die Unter­neh­mens­be­ra­tung 500 Top-Ent­schei­der befragt. Ein­ge­f­los­sen sind in die Aus­wer­tung Erfah­run­gen aus mehr als 300 Allian­zen.

Die Zah­len bele­gen ein­deu­tig: Unter­neh­mens­bünd­nisse sind im Mit­tel­stand ein wirk­sam ein­ge­setz­tes Instru­ment, wenn es darum geht, sich fit für die Zukunft zu machen. Allian­zen haben heute sogar eine höhere Rele­vanz als Fusio­nen und Akqui­si­tio­nen. Als ent­schei­dende Vor­teile Stra­te­gi­scher Allian­zen wer­den ins­be­son­dere ein gerin­ge­res finan­zi­el­les Enga­ge­ment, die Risi­ko­tei­lung und eine ver­g­leichs­weise leichte Rück­bau­bar­keit gese­hen.

Die Stu­die räumt auch mit einem alten Vor­ur­teil auf: „Allian­zen sind nur etwas für unter­neh­me­ri­sche Rand­be­rei­che.“ Ganz im Gegen­teil: Koope­ra­ti­ons­schwer­punkte des Mit­tel­stands lie­gen im Ein­kauf (19 Pro­zent), im Bereich For­schung & Ent­wick­lung (17 Pro­zent), in der Pro­duk­tion (17 Pro­zent) und im Ver­trieb (15 Pro­zent) – also genau in der Kern­wert­sc­höp­fung. Das ist ver­ständ­lich, denn die Her­aus­for­de­run­gen aus stei­gen­dem Wett­be­werbs­druck, zuneh­men­der Macht der Abneh­mer und stag­nie­ren­den Märk­ten tref­fen die Unter­neh­men im Mark. Ent­sp­re­chend müs­sen sie mit Gegen­maß­nah­men genau hier anset­zen. Den­noch: „Die Unter­neh­men könn­ten noch mehr Poten­zial aus Allian­zen schöp­fen, wenn sie auch in Rand­be­rei­chen Part­ner­schaf­ten ein­ge­hen wür­den. So las­sen sich mit gemein­sa­mer Tou­ren­opti­mie­rung in der Logis­tik hohe Ein­spar­po­ten­ziale rea­li­sie­ren. Auch die Idee eines Sha­red-Ser­vice-Cen­ters für Ver­wal­tungs­auf­ga­ben bie­tet die Chance, die Effi­zi­enz zu stei­gern und Kos­ten zu sen­ken“, sagt Mar­tin Tschoch­ner, Mana­ging Part­ner bei Ebner Stolz Mana­ge­ment Con­sul­tants.

Doch Allian­zen sind nicht nur beliebt, son­dern auch meist von Erfolg gekrönt. 65 Pro­zent der befrag­ten Mit­tel­ständ­ler bewer­ten ihre bis­her rea­li­sier­ten Bünd­nisse posi­tiv und beschei­ni­gen einen mess­ba­ren Ein­fluss auf die Unter­neh­mens­ent­wick­lung. „Was zunächst gut klingt, bedeu­tet im Umkehr­schluss aller­dings, dass bei einem Drit­tel die gesteck­ten Ziele und for­mu­lier­ten Erwar­tun­gen nicht erreicht wur­den“, sagt Nils Keil, Senior Mana­ger bei Ebner Stolz Mana­ge­ment Con­sul­tants. Sei­ner Ein­schät­zung nach liegt das Opti­mie­rungs­po­ten­zial viel­fach in der Umset­zung: „Ledig­lich eine Min­der­heit von 12 Pro­zent der Unter­neh­men folgt klar defi­nier­ten Pro­zess­schrit­ten. Sich kein zu enges Pro­zess-Kor­sett anzu­le­gen, bie­tet zwar Vor­teile – ins­be­son­dere wenn es sch­nell gehen soll. Aber der Grund­stein für eine erfolg­rei­che Allianz ist nun mal eine sorg­fäl­tige Umset­zung. Wer­den wich­tige Schritte aus­ge­las­sen, kann sich das spä­ter bit­ter rächen.“ Das gilt ganz beson­ders für die recht­li­che Aus­ge­stal­tung von Allian­zen. „Ein gut auf­ge­setz­ter Ver­trag kann ent­schei­dend dazu bei­tra­gen, die Allianz für alle Part­ner erfolg­reich zu gestal­ten, Kon­f­lik­ten vor­zu­beu­gen und die Allianz lang­fris­tig zu sichern“, sagt Dr. Dirk Jan­ßen, Part­ner und Rechts­an­walt bei Ebner Stolz.

Ohne­hin beweist die Stu­die: Allian­zen sind keine Selbst­läu­fer. Es gilt, zahl­rei­che Hür­den bei der Umset­zung zu über­sprin­gen. Das größte Hin­der­nis stel­len unter­schied­li­che Unter­neh­mens­kul­tu­ren dar. Häu­fig schei­tert die Part­ner­schaft außer­dem an kon­kur­rie­ren­den Füh­rungs­an­sprüchen, einem feh­len­den Kon­sens in Bezug auf Ziele und Stra­te­gie sowie unzu­rei­chen­der Kom­mu­ni­ka­tion. Diese Punkte zei­gen, dass ins­be­son­dere die Che­mie zwi­schen den Betei­lig­ten stim­men muss. Daher heißt es: Augen auf bei der Partn­er­wahl. „Gerade hier ist der Blick manch­mal durch das Nahe­lie­gende ver­s­tellt oder anders gesagt: Das Such­feld wird nicht weit genug auf­ge­spannt“, sagt Mar­tin Tschoch­ner. 37 Pro­zent der Befrag­ten suchen nach dem pas­sen­den Team­player unter den beste­hen­den Geschäfts­kon­tak­ten. Andere externe Quel­len wie Ver­bände, Ver­an­stal­tun­gen, pri­vate Netz­werke oder Bera­ter­kon­takte nut­zen sie dage­gen kaum. „Damit ist die Wahr­schein­lich­keit deut­lich gerin­ger, jeman­den zu fin­den, bei dem Kom­pe­tenz, Stra­te­gie, Ziel­vor­stel­lun­gen und Unter­neh­mens­kul­tur exakt pas­sen“, warnt Nils Keil.

Trotz aller Schwie­rig­kei­ten in der Umset­zung – Stra­te­gi­sche Allian­zen haben den Mit­tel­stand nach­hal­tig über­zeugt. Denn neun von zehn Stu­di­en­teil­neh­mern pla­nen auch in Zukunft den Schul­ter­schluss. Davon will ein Groß­teil sogar mehr als eine Allianz ein­ge­hen. In den kom­men­den Jah­ren sind jedoch längst nicht nur Part­ner aus dem Inland gefragt. So wol­len 29 Pro­zent der Mit­tel­ständ­ler mit Unter­neh­men in einem ande­ren EU-Land koope­rie­ren; nahezu der glei­che Anteil sucht einen Part­ner außer­halb der EU. Das erschwert die Umset­zung in der Regel zusätz­lich. Den­noch resü­miert Mar­tin Tschoch­ner: „Stra­te­gi­sche Allian­zen sind mit die bes­ten Invest­ments in die Stei­ge­rung der Wett­be­werbs­fähig­keit.“

Daten und Fak­ten zur Stu­die

Titel der Stu­die: „Stra­te­gi­sche Allian­zen. Wir­kungs­vol­les Instru­ment oder über­schätz­ter Hype? Das sagt der Mit­tel­stand.“
Ver­ant­wort­li­che der Stu­die: Ebner Stolz Mana­ge­ment Con­sul­tants GmbH
Befragte: 500 Top-Ent­schei­der mit­tel­stän­di­scher Unter­neh­men in Deut­sch­land

Sämt­li­che Stu­di­e­n­er­geb­nisse erhal­ten Sie auf Anfrage über den Pres­se­kon­takt von Ebner Stolz. Außer­dem ste­hen Nils Keil und Mar­tin Tschoch­ner gerne für wei­tere inhalt­li­che Fra­gen und Inter­views bereit.

Pres­se­kon­takt

Bet­tina Nei­ses
Tel.: +49 221 20643-684
bet­tina.nei­ses@eb­ner­stolz.de

Inhalt­lich ver­ant­wort­lich

Nils Keil
Tel.: +49 221 20643-963
nils.keil@eb­ner­stolz.de

Mar­tin Tschoch­ner
Tel.: +49 221 20643-960
mar­tin.tschoch­ner@eb­ner­stolz.de

Über Ebner Stolz

Ebner Stolz ist eine der größ­ten unab­hän­gi­gen mit­tel­stän­di­schen Bera­tungs­ge­sell­schaf­ten in Deut­sch­land und gehört zu den Top 10 der Bran­che. Das Unter­neh­men ver­fügt über jahr­zehn­te­lange fun­dierte Erfah­rung in Wirt­schafts­prü­fung, Steu­er­be­ra­tung, Rechts­be­ra­tung und Unter­neh­mens­be­ra­tung. Die­ses breite Spek­trum bie­ten mehr als 1.100 Mit­ar­bei­ter in dem für sie typi­schen mul­ti­dis­zi­p­li­nä­ren Ansatz in allen wesent­li­chen deut­schen Groß­s­täd­ten und Wirt­schafts­zen­t­ren an. Als Markt­füh­rer im Mit­tel­stand bet­reut das Unter­neh­men über­wie­gend mit­tel­stän­di­sche Indu­s­trie-, Han­dels- und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men aller Bran­chen und Grö­ß­en­ord­nun­gen. Län­der­über­g­rei­fende Prü­fungs- und Bera­tungs­auf­träge wer­den zusam­men mit den Part­nern von Nexia Inter­na­tio­nal durch­ge­führt. Die­ses welt­weite Netz­werk von Bera­tungs- und Wirt­schafts­prü­fungs­un­ter­neh­men gehört mit mehr als 600 Büros in über 100 Län­dern eben­falls zu den Top 10 der Bran­che. Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu Ebner Stolz fin­den Sie unter www.ebner­stolz.de.

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