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Nachfolgeberatung

Im Laufe Ih­res Le­bens ha­ben Sie sich mit Ih­rem Un­ter­neh­men oder Ih­rer be­ruf­li­chen Tätig­keit ein Vermögen auf­ge­baut, das auf Dauer er­hal­ten und ver­mehrt wer­den soll. Doch wer kommt, wenn Sie ge­hen? Wer lang­fris­tig denkt, plant die Nach­folge in sei­nem Un­ter­neh­men und in sein Vermögen schon frühzei­tig mit ein.

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Vermögensübergabe

In den nächs­ten fünf Jah­ren steht bei knapp 110.000 Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men die Über­tra­gung auf die nächste Ge­ne­ra­tion an - und in noch größerem Um­fang wird pri­va­tes Vermögen über­tra­gen. Da­bei ist klar: die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Über­tra­gung von Vermögen auf die nächste Ge­ne­ra­tion ist ein äußerst sen­si­bles Thema. Ver­trauen und sen­si­bler Um­gang sind ne­ben der fach­li­chen Ex­per­tise in den Be­rei­chen Recht, Steu­ern und Be­wer­tung un­erläss­lich. Da­bei ist es gut zu wis­sen, dass Ihr Le­bens­werk in gu­ten Händen ist.
In­for­mie­ren Sie sich in un­se­rer Bro­schüre „Schritt für Schritt zur er­folg­rei­chen Vermögensüberg­abe“ über die recht­li­chen und steu­er­li­chen Grund­la­gen in einem Über­blick. Darüber hin­aus ha­ben wir bei­spiel­haft meh­rere ver­schie­dene Le­bens­si­tua­tio­nen dar­ge­stellt, die in der Pra­xis häufig vor­kom­men.

Bundesverfassungsgericht kippt erbschaftsteuerliche Betriebsvermögensbegünstigungen

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Das BVerfG hat mit sei­nem Ur­teil vom 17.12.2014 (Az. 1 BvL 21/12) die ak­tu­el­len Be­triebs­vermögens­begüns­ti­gun­gen für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt und dem Ge­setz­ge­ber auf­ge­ge­ben, bis 30.6.2016 eine Neu­re­ge­lung zu tref­fen.
Das BMF hat be­reits auf das Ur­teil des BVerfG rea­giert und die Fi­nanz­ver­wal­tung an­ge­wie­sen, Erb­schaft- und Schen­kung­steu­er­be­scheide nur noch vorläufig fest­zu­set­zen.
Worum geht es? In der seit 1.1.2009 gel­ten­den Fas­sung des Erb­schaft­steu­er­ge­set­zes sind um­fas­sende Ver­scho­nungs­re­ge­lun­gen bei der Über­tra­gung von Be­triebs­vermögen vor­ge­se­hen, die al­ler­dings nur in An­spruch ge­nom­men wer­den können, wenn strenge Auf­la­gen erfüllt wer­den. So blei­ben 85 % bzw. 100 % des Wer­tes von Be­triebs­vermögen, land- und forst­wirt­schaft­li­chem Vermögen und An­tei­len an Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten bei ei­ner Min­dest­be­tei­li­gung von über 25 % außer An­satz. Hinzu kom­men wei­tere Ab­schläge so­wie die ge­ne­relle An­wen­dung ei­ner güns­ti­ge­ren Steu­er­klasse. Da­mit wollte der Ge­setz­ge­ber vor al­lem Un­ter­neh­men schützen, die durch einen be­son­de­ren per­so­na­len Be­zug des Erb­las­sers oder des Er­ben zum Un­ter­neh­men geprägt sind, wie es für Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ty­pi­sch ist. Das pro­duk­tive Vermögen die­ser Un­ter­neh­men sollte steu­er­lich begüns­tigt wer­den, um den Be­stand des Un­ter­neh­mens und sei­ner Ar­beitsplätze nicht durch steu­er­be­dingte Li­qui­ditätspro­bleme zu gefähr­den.
Das BVerfG ge­steht dem Ge­setz­ge­ber zwar einen Ent­schei­dungs­spiel­raum zu, der­ar­tige Un­ter­neh­men zur Si­che­rung ih­res Be­stands und zur Er­hal­tung der Ar­beitsplätze steu­er­lich zu begüns­ti­gen. Im Ein­zel­nen kri­ti­siert das BVerfG je­doch Fol­gen­des:

Die weit­ge­hende oder vollständige Steu­er­be­frei­ung von be­trieb­li­chem Vermögen wird als un­verhält­nismäßig an­ge­se­hen, so­weit sie über kleine und mitt­lere Un­ter­neh­men hin­aus­greift, ohne eine Bedürf­nisprüfung vor­zu­se­hen. In die­sem Zu­sam­men­hang gibt das Ge­richt dem Ge­setz­ge­ber auf, präzise und hand­hab­bare Kri­te­rien zur Be­stim­mung der Un­ter­neh­men fest­zu­le­gen, für die eine der­ar­tige Ver­scho­nung ohne eine sol­che Bedürf­nisprüfung nicht mehr in Be­tracht kommt.
  • Die Her­aus­nahme von Be­trie­ben von nicht mehr als 20 Be­schäftig­ten aus der sog. Lohn­sum­men­re­ge­lung, mit der der Zweck ver­folgt wird, Ar­beitsplätze zu er­hal­ten, ist ver­fas­sungs­wid­rig. Diese Aus­nahme muss sich auf ei­nige we­nige Be­schäftigte be­gren­zen.
  • Die um­fang­rei­che Ein­be­zie­hung von sog. Ver­wal­tungs­vermögen - im Falle der Re­gel­ver­scho­nung bis zu 50 % - ist nicht ver­fas­sungs­kon­form.
  • Die der­zei­ti­gen Re­ge­lun­gen ermögli­chen Um­ge­hungs­ge­stal­tun­gen. So be­ste­hen bei­spiels­weise Ge­stal­tun­gen, die es ermögli­chen, einen er­heb­li­chen Um­fang von schädli­chem
Ver­wal­tungs­vermögen steu­er­frei mit zu über­tra­gen, in­dem sie die 50 %-Re­gel in Kon­zern­struk­tu­ren nut­zen (sog. Kas­ka­den­ef­fekt). Auch wa­ren bis 7.6.2013 so­ge­nannte Cash-Ge­sell­schaf­ten möglich, die heute al­ler­dings re­gelmäßig nicht mehr begüns­tig­tes Be­triebs­vermögen dar­stel­len.
Trotz der fest­ge­stell­ten Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gel­ten die Vor­schrif­ten bis 30.6.2016 fort. Der Ge­setz­ge­ber ist ver­pflich­tet, bis spätes­tens zu die­sem Zeit­punkt eine Neu­re­ge­lung zu tref­fen. Al­ler­dings begründet die Fort­gel­tung der ver­fas­sungs­wid­ri­gen Nor­men laut Pres­se­mit­tei­lung kei­nen Ver­trau­ens­schutz ge­genüber ei­ner bis zur Ur­teils­verkündung rück­wir­ken­den Neu­re­ge­lung, die ei­ner „ex­zes­si­ven Aus­nut­zung der gleich­heits­wid­ri­gen Be­stim­mun­gen die An­er­ken­nung ver­sagt.“ Da­nach dürfte das bis­he­rige Recht bis zu ei­ner Neu­re­ge­lung durch den Ge­setz­ge­ber zu­min­dest bei Erbfällen so­wie bei der Über­tra­gung von Un­ter­neh­mens­vermögen, des­sen Begüns­ti­gung nach dem Ur­teil als ver­fas­sungs­recht­lich un­kri­ti­sch an­zu­se­hen sind, wei­ter­hin an­wend­bar sein. Al­ler­dings sollte man Schen­kun­gen vor­sichts­hal­ber durch Auf­nahme ei­nes Wi­der­rufs­rechts im Schen­kungs­ver­trag ab­si­chern, um eine un­ge­wollte Steu­er­ent­ste­hung zu ver­mei­den.
Sollte der Ge­setz­ge­ber eine Rück­wir­kung des neuen Rechts be­ab­sich­ti­gen, dürfte mit ei­ner zügi­gen Um­set­zung zu rech­nen sein, um Rechts­un­si­cher­hei­ten ge­ring zu hal­ten. Sollte hin­ge­gen die Um­set­zungs­frist des Ver­fas­sungs­ge­richts aus­ge­schöpft wer­den, ist der Ge­setz­ge­ber gut be­ra­ten, auf eine Rück­wir­kung zu ver­zich­ten.
Dem Ver­neh­men nach ist der Bun­des­re­gie­rung daran ge­le­gen, die Begüns­ti­gun­gen für Un­ter­neh­mens­vermögen auch wei­ter­hin auf­recht zu er­hal­ten. Da­bei ist wohl nicht da­mit zu rech­nen, dass ein völlig neues Begüns­ti­gungs­sys­tem im­ple­men­tiert wird. Al­ler­dings dürfte es künf­tig für Un­ter­neh­men, die die Gren­zen von KMU über­schrei­ten, schwer wer­den, Vermögen steu­er­frei oder weit­ge­hend steu­er­frei zu über­tra­gen. Die vom BVerfG ge­for­derte Bedürf­nisprüfung könnte diese Un­ter­neh­men zwin­gen, hier den Li­qui­ditäts­be­darf nach­zu­wei­sen, was in der Pra­xis nur schwer hand­hab­bar sein dürfte. Es bleibt zu hof­fen, dass der Ge­setz­ge­ber hier Au­genmaß be­weist. Denk­bar wäre auch, dass un­ter­schied­li­che Ver­scho­nun­gen bzw. un­ter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen für eine Ver­scho­nung für KMU und größere Un­ter­neh­men zum Tra­gen kom­men, um den Be­den­ken des BVerfG Rech­nung zu tra­gen.

Erste Eckpunkte zur Erbschaftsteuer-Reform

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Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­rium gab am 27.2.2015 er­ste of­fi­zi­elle Eck­punkte zur Re­form der Erb­schaft­steuer be­kannt, die auf Grund des Ur­teils des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 17.12.2014 not­wen­dig ist.
So soll zwar wie bis­her eine Ver­scho­nung be­an­tragt wer­den können, wenn der Wert des er­wor­be­nen Un­ter­neh­mens­teils bis zu 20 Mio. Euro beträgt und der Be­trieb ei­nige Jahre fort­geführt wird und die Ar­beitsplätze er­hal­ten blei­ben.
Bei Er­werb ei­nes Un­ter­neh­mens­teils mit einem Wert über 20 Mio. Euro soll al­ler­dings - wie vom BVerfG ge­for­dert - eine Bedürf­nisprüfung als Vor­aus­set­zung für die Gewährung von erb­schaft­steu­er­li­chen Begüns­ti­gun­gen vor­ge­ge­ben wer­den. Wird da­bei kein Bedürf­nis für eine Ver­scho­nung fest­ge­stellt, soll die Erb­schaft­steuer in vol­lem Um­fang an­fal­len, un­abhängig von der Fortführung des Be­triebs und des Er­halts von Ar­beitsplätzen.
Wie die Bedürf­nisprüfung bei Er­werb ei­nes die 20 Mio. Euro über­stei­gen­den und da­mit als Großun­ter­neh­men an­zu­se­hen­den Un­ter­neh­mens oder Un­ter­neh­mens­teils aus­se­hen soll, ist noch nicht be­kannt. Nach der­zei­ti­gen Plänen soll al­ler­dings auf je­den Fall das pri­vate Vermögen der Er­ben bei die­ser Prüfung zu berück­sich­ti­gen sein. Die­ses soll al­ler­dings höchs­tens zur Hälfte her­an­zu­zie­hen sein. Zu­dem ist der­zeit un­klar, ob es sich hier­bei um das bei der Erb­schaft mitüber­tra­gene Vermögen han­delt oder ob auch das schon vor­han­dene Pri­vat­vermögen mit ein­be­zo­gen wer­den soll.
In die erb­schaft­steu­er­li­chen Ver­scho­nungs­re­ge­lung soll künf­tig nur noch „be­triebs­not­wen­di­ges“ Be­triebs­vermögen ein­be­zo­gen wer­den, also Wirt­schaftsgüter, die zu mehr als 50 % der be­trieb­li­chen Tätig­keit die­nen und so­mit de­ren Haupt­zweck die Nut­zung im Be­trieb ist. Der ver­blei­bende Rest soll grundsätz­lich als "nicht-be­triebs­not­wen­di­ges" Be­triebs­vermögen nach den all­ge­mei­nen erb­schaft­steu­er­li­chen Re­geln der Be­steue­rung un­ter­lie­gen. Die im Be­trieb ste­cken­den Schul­den sol­len nach ih­rem Haupt­zweck dem "be­triebs­not­wen­di­gen" oder "nicht-be­triebs­not­wen­di­gen" Vermögen zu­ge­ord­net wer­den. Das so als Net­togröße er­mit­telte "nicht-be­triebs­not­wen­dige" Vermögen soll als nicht schädli­ches Ver­wal­tungs­vermögen gel­ten, so­fern es 10 % des Vermögens nicht über­steigt. Dem Un­ter­neh­men wird also in die­ser Höhe eine "Li­qui­ditätsre­serve" zu­ge­stan­den.
Da das BVerfG die Aus­nahme von Be­trie­ben mit bis zu 20 Be­schäftig­ten von der Prüfung der Lohn­sum­men­re­ge­lung als ver­fas­sungs­wid­rig be­ur­teilt, soll an­stelle des­sen nun bei Un­ter­neh­men mit einem Wert bis zu 1 Mio. Euro auf die Erfüllung der Lohn­sum­men­re­ge­lung ver­zich­tet wer­den.
Hin­weis
Da sich be­reits der CDU-Wirt­schafts­rat und Po­li­ti­ker an­de­rer Par­teien kri­ti­sch zu den Eck­punk­ten äußer­ten, bleibt ab­zu­war­ten, in­wie­weit diese in dem zu er­war­ten­den Re­form­ge­setz um­ge­setzt wer­den.
Le­sen Sie mehr zu den Ent­wick­lun­gen in Sa­chen Erb­schaft­steu­er­re­form in un­se­rer Bro­schüre „Un­ter­neh­mens­nach­folge nach dem Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts“

Erbrechtsverordnung - Anpassung der Testamente erforderlich

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Wer sich häufig und dau­er­haft in einem EU-Mit­glied­staat aufhält, etwa weil er dort eine Fe­ri­enim­mo­bi­lie hat oder weil er im Aus­land ar­bei­tet, der sollte den 17.8.2015 im Auge be­hal­ten. Dann tritt nämlich die sog. EU-Er­brechts­ver­ord­nung in Kraft, die zu ei­ner Ände­rung des an­wend­ba­ren Er­brechts führen kann. Da­nach kann plötz­lich statt deut­schem ausländi­sches Er­brecht gel­ten.
Nach bis­her gel­ten­dem deut­schem in­ter­na­tio­na­len Pri­vat­recht ist bei einem Erb­fall grundsätz­lich das Recht des Staa­tes an­wend­bar, des­sen Staats­an­gehörig­keit der Erb­las­ser im To­des­zeit­punkt hat. Für Deut­sche ist da­nach grundsätz­lich deut­sches Er­brecht an­wend­bar. Al­ler­dings knüpfen zahl­rei­che an­dere Rechts­ord­nun­gen nicht an die Staats­an­gehörig­keit des Erb­las­sers, son­dern an des­sen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt zum To­des­zeit­punkt an. Da­durch kann es zu Nach­lass­spal­tun­gen kom­men. Da­mit künf­tig ver­mie­den wird, dass meh­rere kon­kur­rie­rende Er­brechts­ord­nun­gen auf einen Erb­fall An­wen­dung fin­den, wird - mit Aus­nahme Großbri­tan­ni­ens, Ir­lands und Däne­mark - nun in­ner­halb der EU fest­ge­legt, wel­ches Er­brecht ein­heit­lich an­ge­wandt wird. Auch der deut­sche Ge­setz­ge­ber ist ak­tiv ge­wor­den und wird die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen bis 17.8.2015 in na­tio­na­les Recht trans­fe­rie­ren.
Da­nach gilt künf­tig das Er­brecht des Staa­tes in dem der Erb­las­ser zum To­des­zeit­punkt sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt in­ne­hatte. Nicht ausdrück­lich fest­ge­legt wurde, wie der gewöhn­li­che Auf­ent­halt zu be­stim­men ist. Maßgeb­lich wird eine Ge­samt­be­ur­tei­lung der Le­bens­umstände des Erb­las­sers in den Jah­ren vor sei­nem Tod und im Zeit­punkt sei­nes To­des sein. Da­bei dürf­ten Aus­le­gungs­schwie­rig­kei­ten zwi­schen den be­tref­fen­den Staa­ten vor­pro­gram­miert sein. 
So ist nämlich nicht ganz ein­deu­tig, wel­ches Er­brecht gilt, wenn sich der Erb­las­ser etwa sechs Mo­nate in Spa­nien - und wei­tere sechs Mo­nate im Jahr in Deutsch­land aufhält. Weit­aus schwie­ri­ger - und von Zu­fall­ser­geb­nis­sen abhängig - wird die Be­stim­mung des gel­ten­den Er­brechts bei un­ter­schied­li­chen Auf­ent­halts­zei­ten in Deutsch­land und dem ausländi­schen Fe­ri­en­do­mi­zil.
Auf Num­mer si­cher geht des­halb, wer das an­wend­bare Er­brecht im Tes­ta­ment oder in einem Erb­ver­trag ausdrück­lich fest­legt. An­ders als nach dem der­zeit noch gel­ten­den deut­schen Er­brecht kann der Erb­las­ser künf­tig das Er­brecht wählen, des­sen Staats­an­gehörig­keit er be­sitzt. Diese ausdrück­li­che Rechts­wahl sollte nicht nur in Erwägung ge­zo­gen wer­den, wenn man sich über längere Zeit im ausländi­schen Fe­ri­en­do­mi­zil aufhält. Auch bei einem - wenn auch nur zeit­lich be­fris­te­ten - Um­zug ins Aus­land aus be­ruf­li­chen Gründen kann sich der gewöhn­li­che Auf­ent­halt verändern.
Wer ein Tes­ta­ment oder einen Erb­ver­trag plant, sollte un­ter Umständen ge­ne­rell die Rechts­wahl re­geln - weiß doch nie­mand so ge­nau, ob etwa aus ge­sund­heit­li­chen Gründen der gewöhn­li­che Auf­ent­halt plötz­lich in einem ausländi­schen Pfle­ge­heim liegt oder ob er sei­nen Al­ters­ru­he­sitz im son­ni­gen Süden ein­nimmt, ohne an eine Ände­rung des Tes­ta­ments bzw. des Erb­ver­trags zu den­ken.
Mit der Fest­le­gung auf das Recht der Staats­an­gehörig­keit können ei­ner­seits Un­si­cher­hei­ten durch den Wech­sel des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts­or­tes ver­mie­den wer­den. An­de­rer­seits mag ausländi­sches Recht ggf. auch tes­ta­men­ta­ri­sche Ge­stal­tun­gen ermögli­chen, um den Nach­lass den ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen ent­spre­chend bes­ser zu ver­tei­len. Hier ist also ge­nau ab­zuwägen.
Für die Er­rich­tung ei­nes Tes­ta­ments ste­hen un­ter­schied­li­che Form­vor­schrif­ten zur Verfügung. So kann ein Tes­ta­ment ent­we­der in Form des öff­ent­li­chen (no­ta­ri­el­len) Tes­ta­ments oder als hand­schrift­li­ches Tes­ta­ment er­rich­tet wer­den.
Der Erb­ver­trag kann zwi­schen dem Erb­las­ser und je­dem be­lie­bi­gen Drit­ten ab­ge­schlos­sen wer­den. Nicht er­for­der­lich ist eine Ver­wandt­schaft oder Ehe. Der Erb­ver­trag be­darf al­ler­dings der no­ta­ri­el­len Form und kann nur zur Nie­der­schrift beim No­tar bei gleich­zei­ti­ger An­we­sen­heit der Ver­trags­par­teien ge­schlos­sen wer­den.
Die Rechts­wahl in einem no­ta­ri­el­len Tes­ta­ment oder Erb­ver­trag löst zusätz­li­che Gebühren aus, so dass diese even­tu­ell bes­ser in der Form des hand­schrift­li­chen Tes­ta­ments zu tref­fen wäre.

An den Be­steue­rungs­fol­gen ändert die neue Er­brechts­ver­ord­nung nichts. Hier gel­ten wei­ter­hin deut­sches und ausländi­sches Erb­schaft- und Schen­kung­steu­er­recht ne­ben­ein­an­der. Da viel­fach in Be­zug auf diese Be­steue­rungs­ge­biete keine Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men be­ste­hen, droht häufig auch eine Dop­pel­be­steue­rung, weil, etwa bei ei­ner Fe­ri­enim­mo­bi­lie, so­wohl Deutsch­land als auch der Be­le­gen­heits­staat ein Be­steue­rungs­recht be­an­spru­chen. Ab­ge­mil­dert wird diese Dop­pel­be­steue­rung da­durch, dass die ausländi­schen Steuer auf die deut­sche Erb­schaft- und Schen­kung­steuer an­ge­rech­net wer­den kann.

Aktuelle Entwicklungen in der finanzgerichtlichen Rechtsprechung

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  • Erb­schaft­steuer nach In­sol­ven­zeröff­nung: Be­scheid ge­genüber In­sol­venz­ver­wal­ter ist un­wirk­sam
  • Steu­er­ermäßigung nach § 27 ErbStG bei mehr­fa­chem Er­werb des­sel­ben Vermögens und einem mit ausländi­scher Erb­schaft­steuer be­las­te­ten Vor­er­werb Erb­schaft­steuer: Be­wer­tung ei­nes Wert­pa­pier­de­pots Ge­meinnützige Stif­tung: Vor­aus­set­zun­gen ei­ner ord­nungs­gemäßen Ge­schäftsführung
  • Keine Steu­er­begüns­ti­gung nach § 13c ErbStG für ein nicht ver­mie­te­tes und nicht zur Ver­mie­tung be­stimm­tes Grundstück

Was wir für Sie tun

Nicht nur die rich­tige Struk­tu­rie­rung des Vermögens, son­dern auch die rich­tige Nach­fol­ge­pla­nung ist eine stra­te­gi­sche Her­aus­for­de­rung für ein Un­ter­neh­men bzw. Vermögen und eine sehr persönli­che An­ge­le­gen­heit für jede Fa­mi­lie. Für das Un­ter­neh­men muss der ge­eig­nete Nach­fol­ger iden­ti­fi­ziert wer­den. Auch die Vermögens­nach­folge in das Pri­vat­vermögen muss op­ti­mal ge­stal­tet sein. Da­bei kommt es nicht nur auf die rich­ti­gen recht­li­chen, steu­er­li­chen, fi­nan­zi­el­len und be­triebs­wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen an - auch fa­miliäre und zwi­schen­mensch­li­che Ge­sichts­punkte neh­men in der Pla­nung einen großen Raum ein.

Nicht nur die rich­tige Struk­tu­rie­rung des Vermögens, son­dern auch die rich­tige Nach­fol­ge­pla­nung ist eine stra­te­gi­sche Her­aus­for­de­rung für ein Un­ter­neh­men bzw. Vermögen und eine sehr persönli­che An­ge­le­gen­heit für jede Fa­mi­lie. Für das Un­ter­neh­men muss der ge­eig­nete Nach­fol­ger iden­ti­fi­ziert wer­den. Auch die Vermögens­nach­folge in das Pri­vat­vermögen muss op­ti­mal ge­stal­tet sein. Da­bei kommt es nicht nur auf die rich­ti­gen recht­li­chen, steu­er­li­chen, fi­nan­zi­el­len und be­triebs­wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen an - auch fa­miliäre und zwi­schen­mensch­li­che Ge­sichts­punkte neh­men in der Pla­nung einen großen Raum ein.

Auf Grund un­se­rer um­fang­rei­chen prak­ti­schen Er­fah­rung in er­folg­rei­chen Vermögens­nach­fol­gen verfügen wir ne­ben der er­for­der­li­chen fach­li­chen Ex­per­tise über die Sen­si­bi­lität und das not­wen­dige Fin­ger­spit­zen­gefühl, um diese sehr persönli­chen Fra­gen für Sie op­ti­mal zu lösen. Ver­trauen und Ver­trau­lich­keit sind hier obers­tes Ge­bot: des­halb steht Ih­nen vom ers­ten Ge­spräch bis zum endgülti­gen Ab­schluss der Vermögens­nach­folge der­selbe Ex­perte un­se­res Hau­ses zur Seite.

Unsere Leistungen im Überblick:

  • Vermögens­nach­folge zu Leb­zei­ten
    • Aus­nut­zung der erb­schaft- und schen­kung­steu­er­li­chen Frei­beträge
    • Schen­kung von Vermögen (an min­derjährige Kin­der)
    • Er­rich­tung von Fa­mi­li­en­ge­sell­schaf­ten
    • Si­cher­stel­lung der ei­ge­nen Ver­sor­gung
    • Steu­er­op­ti­male Wahl des Güter­stan­des
    • Vor­sor­ge­voll­mach­ten und Pa­ti­en­ten­verfügung
  • Tes­ta­ments­ge­stal­tung - Über­tra­gun­gen von To­des we­gen
  • Un­ter­neh­mens­nach­folge im Be­son­de­ren
    • Steu­er­op­ti­mierte Ge­stal­tung der Un­ter­neh­mens­nach­folge
    • Recht­li­che Um­set­zung der Nach­fol­ge­pla­nung
    • Un­terstützung bei der Nach­fol­ge­raus­wahl
    • Un­ter­neh­mens­nach­folge in­ner­halb der Fa­mi­lie
    • Un­ter­neh­mens­nach­folge durch Überg­abe der Un­ter­neh­mensführung an Dritte
    • Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gun­gen
    • Un­ter­neh­mens­ver­kauf
    • Er­brecht­li­che Re­ge­lung der Un­ter­neh­mens­nach­folge
  • Tes­ta­ments­voll­stre­ckung
  • Si­che­rung des Fa­mi­li­en­vermögens über Fa­mi­li­en­stif­tun­gen oder ge­meinnützige Stif­tun­gen
  • Nach­fol­ge­pla­nun­gen mit Aus­lands­be­zug
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