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Anwendung des koordinierten Ländererlasses zur Erbschaftsteuerreform 2016 in Bayern

Mit koordiniertem Ländererlass vom 22.6.2017 (BStBl. I 2017, S. 902) äußerten die Bundesländer - mit Ausnahme von Bayern - zu der Anwendung der durch die Erbschaftsteuerreform 2016 geänderten bzw. neu eingefügten Regelungen in das ErbStG (s. dazu auch novus August/September 2017, S. 19).

Bay­ern sah einige der Bestim­mun­gen als nicht treff­si­cher gere­gelt an und wei­gerte sich, dem Län­der­er­lass zuzu­stim­men. In der Ver­fü­gung vom 14.11.2017 des Baye­ri­schen Lan­de­samts für Steu­ern (LfSt Bay­ern, Az. S 3715.1.1-30/8 St34, DStR 2017, S. 2554) räumt Bay­ern den Steu­erpf­lich­ti­gen nun die Mög­lich­keit ein, sich auf den koor­di­nier­ten Län­der­er­lass vom 22.6.2017 zu beru­fen.

Die Baye­ri­sche Finanz­ver­wal­tung wen­det dabei die Vor­ga­ben des Län­der­er­las­ses mit zwei Abwei­chun­gen an:

  • Bei der Prü­fung des Zwei­jah­res­zei­traums für jun­ges Ver­wal­tungs­ver­mö­gen wird auch die Zeit ange­rech­net, in der das Ver­wal­tungs­ver­mö­gen zuvor unun­ter­bro­chen Betrie­ben ver­bun­de­ner Unter­neh­men zuzu­rech­nen war.
  • Bei der Ermitt­lung des ver­füg­ba­ren Ver­mö­gens im Rah­men der Ver­scho­nungs­be­darfs­prü­fung, die bei einem Erwerb über 26 Mio. Euro alter­na­tiv zum Absch­melz­mo­dell zur Anwen­dung kommt, ist der Wert des ver­füg­ba­ren Ver­mö­gens um die auf den steu­erpf­lich­ti­gen Erwerb ent­fal­lende Erb­schaft- und Schen­kung­steuer zu min­dern.


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