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Nexia Ebner Stolz

Kosten einer gescheiterten Grundstücksveräußerung nicht steuerlich abzugsfähig

Manch­mal kommt es lei­der anders als man denkt. Und so ist schon so man­ches Immo­bi­li­en­ge­schäft geplatzt, weil es letzt­end­lich bei dem poten­zi­el­len Käu­fer zu Finan­zie­rungs­schwie­rig­kei­ten kam. Sch­lecht für den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, der im Zusam­men­hang mit dem geschei­ter­ten Ver­kauf und der damit zusam­men hän­gen­den Rüc­k­ab­wick­lung des nota­ri­ell beur­kun­de­ten Ver­trags viel­fach erheb­li­che ver­geb­li­che Kos­ten hatte, auf denen er nun sit­zen bleibt. „Diese kann er noch nicht ein­mal steu­er­lich gel­tend machen“, bedau­ert Hen­ning-Gün­t­her Wind, Steu­er­be­ra­ter bei Ebner Stolz Mön­ning Bachem unter Ver­weis auf eine aktu­elle Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 1.8.2012 (Az. IX R 8/12).

In dem Streit­fall wollte der Klä­ger diese ver­geb­li­chen Kos­ten ent­we­der im Rah­men sei­ner bis­he­ri­gen Tätig­keit als Ver­mie­ter der Immo­bi­lie bei sei­nen Ver­mie­tungs­ein­künf­ten oder als ver­geb­li­che Ver­äu­ße­rungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­ten berück­sich­tigt wis­sen. Eine Berück­sich­ti­gung bei den Ver­mie­tungs­ein­künf­ten lehn­ten die Rich­ter mit dem Hin­weis ab, dass die Kos­ten nicht durch die Ver­mie­tung­s­tä­tig­keit, son­dern durch die Ver­äu­ße­rungs­ab­sicht ver­an­lasst sind und somit der nach dem Geset­zes­wort­laut erfor­der­li­che wirt­schaft­li­che Zusam­men­hang nicht gege­ben ist.
„Zwar wäre die Ver­äu­ße­rung, wenn sie denn durch­ge­führt wor­den wäre, inn­er­halb von zehn Jah­ren seit Erwerb der Immo­bi­lie erfolgt und hätte dann zu einem steu­erpf­lich­ti­gen Ver­äu­ße­rungs­ge­winn bzw. zu einem steu­er­lich beacht­li­chen Ver­äu­ße­rungs­ver­lust füh­ren kön­nen. Weil aber ein erfolg­rei­ches Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft inn­er­halb der Ver­äu­ße­rungs­frist und damit ein so genann­tes steu­er­ba­res Ereig­nis nicht vor­liegt, ver­sagt der BFH auch die Berück­sich­ti­gung der Auf­wen­dun­gen im Rah­men der Ein­künfte aus pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­ten“, erläu­tert Wind.
Ein Hoff­nungs­schim­mer bleibt jedoch, folgt man den Aus­füh­run­gen des Urteils bis zum Ende: Ist ein wei­te­rer Ver­such, die Immo­bi­lie inn­er­halb von zehn Jah­ren seit Erwerb zu ver­äu­ßern, erfolg­reich, soll­ten auch die ver­geb­li­chen Ver­äu­ße­rungs­kos­ten in die Berech­nung des dann steu­erpf­lich­ti­gen Ver­äu­ße­rungs­ge­winns bzw. -ver­lusts ein­f­lie­ßen. „Denn in die­sem Falle dürfte der erfor­der­li­che wirt­schaft­li­che Zusam­men­hang mit der steu­er­ba­ren Ver­äu­ße­rung gege­ben sein“, mut­maßt Wind.
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