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Kein Werbungskostenabzug für Computerzeitschriften

FG Münster 21.7.2014, 5 K 2767/13 E

Die Aufwendungen eines Netzwerkadministrators für Computerzeitschriften stellen nicht zwangsläufig Werbungskosten dar. Der allgemeine Hinweis auf die Notwendigkeit von Weiterbildung genügt nicht für eine ausreichende Darlegung, dass die konkreten Zeitschriften weitaus überwiegend beruflich verwendet wurden.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger erzielt als ange­s­tell­ter Netz­wer­kad­mi­ni­s­t­ra­tor Ein­künfte aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit. In sei­ner Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung für das Jahr 2008 machte er bei sei­nen Ein­künf­ten aus unselb­stän­di­ger Tätig­keit u.a. Kos­ten für Com­pu­ter­zeit­schrif­ten (PC-Maga­zin, PC-Welt, c´t, ELV) als Fach­li­te­ra­tur gel­tend. Das Finanz­amt ver­sagte dem Klä­ger die Aner­ken­nung die­ser Kos­ten.

Gegen die Ver­sa­gung wandte sich der Klä­ger mit der Begrün­dung, dass seine Tätig­keit als Netz­wer­kad­mi­ni­s­t­ra­tor in einem welt­weit ope­rie­ren­den Unter­neh­men die stän­dige Fort­bil­dung im IT-Bereich erfor­dere. Das FG wies die Klage ab. Die Revi­sion wurde nicht zuge­las­sen.

Die Gründe:
Der Klä­ger hat kei­nen Anspruch auf Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Wer­bungs­kos­ten.

Der zusätz­li­che Wer­bungs­kos­ten­ab­zug war zu einem wesent­li­chen Teil schon des­halb zu ver­sa­gen, weil der Klä­ger keine Belege zum Nach­weis der Wer­bungs­kos­ten vor­ge­legt hatte. Auch soweit der Klä­ger ein­zelne Quit­tun­gen eines Zeit­schrif­ten­händ­lers vor­ge­legt hatte, konnte der Abzug nicht gewährt wer­den. Sch­ließ­lich war dort ledig­lich pau­schal der Begriff "Fach­zeit­schrif­ten" ver­merkt. Auf­wen­dun­gen für Fach­li­te­ra­tur sind indes durch Quit­tun­gen des Händ­lers nach­zu­wei­sen, die den Namen des Erwer­bers und den Titel des ange­schaff­ten Titels ent­hal­ten. Die bloße Bezeich­nung "Fach­zeit­schrif­ten" ist schon des­halb nicht aus­rei­chend, weil es nicht der Beur­tei­lung des Buch- bzw. Zeit­schrif­ten­händ­lers unter­liegt, ob es sich im jewei­li­gen Ein­zel­fall um eine Fach­zeit­schrift han­delt, für die der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ggf. in Anspruch genom­men wer­den kann.

Aber auch hin­sicht­lich der Aus­ga­ben für Abon­ne­ments von PC-Welt, PC-Maga­zin und c"t, und hin­sicht­lich der Aus­ga­ben eines Abon­ne­ments bei der ELV Elek­tro­nik AG stand dem Klä­ger kein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug zu. Inso­fern hatte der Klä­ger näm­lich nicht aus­rei­chend dar­ge­legt, dass er die kon­k­re­ten Zeit­schrif­ten wei­t­aus über­wie­gend beruf­lich ver­wen­dete. Der all­ge­meine Hin­weis auf die Not­wen­dig­keit von Wei­ter­bil­dung genügte hier­für nicht. Nach einer Begu­t­ach­tung aktu­el­ler Aus­ga­ben der benann­ten Zeit­schrif­ten kam der Senat außer­dem zu dem Schluss, dass diese zu einem beacht­li­chen Teil Arti­kel ent­hiel­ten, die auch für pri­vate Com­pu­ter­nut­zer von Inter­esse waren, wie etwa in Bezug auf Com­pu­ter­spiele oder E-Bay-Ver­käufe.

Auch die Arti­kel, die sich mit Fra­gen der Pro­gram­mie­rung befass­ten, waren glei­cher­ma­ßen für den Pri­vat­ge­brauch von Inter­esse und in einer für Laien ver­ständ­li­chen Spra­che abge­fasst. Sie dien­ten daher nicht in ers­ter Linie der Ver­mitt­lung von Fach­wis­sen.

Link­hin­weis:

  • Der Voll­text des Urteils ist erhält­lich unter www.nrwe.de - Recht­sp­re­chungs­da­ten­bank des Lan­des NRW.

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