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Kein Vorsteuerabzug für Lamborghini Aventador

FG Hamburg v. 11.10.2018 - 2 K 116/18

Die Anschaffung eines Lamborghini Aventador berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug, weil sie als Repräsentationsaufwand dem Abzugsverbot des § 15 Abs. 1a Satz 1 UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG unterfällt. Der Unterhalt eines derartigen Fahrzeugs dient ähnlichen Zwecken wie Aufwendungen für Jagden, Segel- oder Motorjachten, weil er seiner Art nach geeignet ist, unangemessenen Repräsentationsaufwand darzustellen.

Der Sach­ver­halt:

Die Klä­ge­rin bet­reibt ein Gebäu­de­r­ei­ni­gungs­un­ter­neh­men. Sie hatte im Novem­ber 2016 einen gebrauch­ten Lam­bor­ghini Aven­ta­tor LP 700-4 (Kilo­me­ter­stand 18.700) mit tran­s­pa­ren­ter Motor­haube für 298.475 € brutto erwor­ben. Die Umsatz­steuer von 47.656,00 € machte sie mit ihrer Umsatz­steu­er­vor­an­mel­dung für Novem­ber 2016 als Vor­steuer gel­tend. Das Fahr­zeug wurde voll­stän­dig dem unter­neh­me­ri­schen Bereich zuge­ord­net; die Pri­vat­nut­zung durch ihren Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer wurde nach der 1% Methode berech­net und lohn­ver­steu­ert.

Nach einer Umsatz­steu­er­son­der­prü­fung ver­sagte das Finanz­amt den begehr­ten Vor­steu­er­ab­zug ent­sp­re­chend § 15 Abs. 1a Satz 1 UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG. Das Fahr­zeug stelle unan­ge­mes­se­nen Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wand dar und diene der Vor­liebe des Geschäfts­füh­rers für Sport­wa­gen. Die Klä­ge­rin hielt dage­gen, dass es dem Geschäfts­füh­rer in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der gelun­gen sei, über seine Sport­wa­gen­kon­takte neue Kun­den zu gewin­nen. Über­dies sei die Nut­zung des Fahr­zeugs lohn­ver­steu­ert wor­den, sodass ledig­lich der Dif­fe­renz­be­trag von unter 1.000 € zwi­schen monat­li­cher Afa und Lohn­steuer in Rede stehe. Jeden­falls müsse ein Vor­steu­er­be­trag für ein ange­mes­se­nes Fahr­zeug, bei­spiels­weise einen Mer­ce­des Benz der S Klasse, berück­sich­tigt wer­den.

Die Klage blieb vor dem FG erfolg­los. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.

Die Gründe:

Das Finanz­amt hat den Vor­steu­er­ab­zug aus der Rech­nung über den Erwerb des PKW Lam­bor­ghini Aven­ta­tor zu Recht ver­sagt.

Der Vor­steu­er­ab­zug war bereits gem. § 15 Abs. 1a Satz 1 UStG zu ver­sa­gen. Danach sind Vor­steu­er­be­träge nicht abzieh­bar, die auf Auf­wen­dun­gen ent­fal­len, für die das Abzugs­ver­bot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 oder des § 12 Nr. 1 EStG gilt. Der strei­tige Auf­wand unter­fiel dabei dem Abzugs­ver­bot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG.

Bei den Auf­wen­dun­gen han­delte es sich ihrer Art nach um unan­ge­mes­se­nen Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wand. Der Lam­bor­ghini Aven­ta­dor, bei sei­ner Markt­ein­füh­rung dar­ge­s­tellt als "Supers­port­wa­gen, unter des­sen tran­s­pa­ren­ter Motor­haube ein 6,5 Liter-V-12 Mit­tel­mo­tor-Herz mit 515 kW/700 PS pocht, das den 1.575 Kilo­gramm schwe­ren Ita­lie­ner in nur 2,9 Sekun­den auf Tempo 100 kata­pul­tiert", ist sei­nem Erschei­nungs­bild nach der Pro­to­typ eines Sport­wa­gens, der trotz seri­en­mä­ß­i­ger Her­stel­lung im Stra­ßen­bild Auf­se­hen erregt, der sport­li­chen Betä­ti­gung dient und geeig­net ist, ein Affek­ti­ons­in­ter­esse des Hal­ters aus­zu­lö­sen und typi­sie­rend den pri­va­ten Inter­es­sen des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers zu die­nen.

Eine "Sal­die­rung" der Afa-Beträge mit der Lohn­steuer des Geschäfts­füh­rers war eben­falls abzu­leh­nen. Denn dem Abzugs­ver­bot unter­liegt auch sol­cher unan­ge­mes­se­ner Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wand, den ein Steu­erpf­lich­ti­ger über sei­nen Arbeit­neh­mer im betrieb­li­chen Inter­esse macht. Unter die­sen Umstän­den kam es auch nicht dar­auf an, ob die Nut­zung eines Luxuss­port­wa­gens durch den Geschäfts­füh­rer tat­säch­lich erfor­der­lich war, um Kun­den zu akqui­rie­ren.

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