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Nexia Ebner Stolz

Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung

„Führungskraft und Mutter: eine lohnende Herausforderung“

Katja Schickle (37 Jahre) ist seit Ja­nuar 2018 Part­ne­rin bei Eb­ner Stolz und seit März 2017 Mut­ter. Die Wirt­schaftsprüfe­rin be­rich­tet, wie sie ih­ren Be­rufs­all­tag als Führungs­kraft und ihr Pri­vat­le­ben mit­ein­an­der ver­bin­det.

Interview Katja Hägele

Sie ha­ben nach dem Stu­dium der In­ter­na­tio­na­len BWL zunächst bei ei­ner Big Four-Ge­sell­schaft gear­bei­tet. Vor fünf Jah­ren sind Sie dann zu Eb­ner Stolz ge­wech­selt. Wie ist es dazu ge­kom­men?
Ich hatte in der Wirt­schafts­prü­fung nach mei­nem Stu­dium sehr viel sehr sch­nell gese­hen und wollte dann gerne ein bis­schen über den Tel­l­er­rand schauen. Das ist aber bei den Big Four nach mei­ner Er­fah­rung schwie­rig. Es ist al­les the­ma­ti­sch stark get­rennt. Ich hatte per­sön­li­che Kon­takte zu Eb­ner Stolz: Es hieß, dort habe man die Mög­lich­keit, brei­ter zu ar­bei­ten. Nach sechs Jah­ren im Un­ter­neh­men kann ich sa­gen: Es gibt tat­säch­lich einen gro­ßen Un­ter­schied im Ar­bei­ten. Un­sere mit­tel­stän­di­schen Man­dan­ten for­dern mich in ei­ner umfäng­li­chen Bera­ter­rolle. Außer­dem bin ich nicht ganz so durch­ge­tak­tet. Hier habe ich den Kopf dafür frei, Ideen zur Bera­tung zu ent­wi­ckeln und meine Man­dan­ten da­mit zu un­ter­stüt­zen.

An­fang 2017 sind Sie Mut­ter ge­wor­den, da wa­ren Sie schon Pro­ku­ris­tin mit viel Ver­ant­wor­tung...
Ich hatte ei­gent­lich eine un­kom­p­li­zierte Schwan­ger­schaft, zum Glück. Ich konnte meine Pro­jekte und Man­dan­ten bis zum Mut­ter­schutz bet­reuen. Da­nach hatte ich vier Mo­nate El­tern­zeit, war Zu­hause und bin dann erst­mal mit 50 % wie­der ein­ge­s­tie­gen. Da stand dann paral­lel die Kita-Ein­ge­wöh­nung an, da war mein Klei­ner ge­rade sechs Mo­nate alt. Toll war, dass ich das Ar­bei­ten in der Über­gangs­zeit fle­xi­bel hand­ha­ben konnte. Auch weil ich viel Rück­halt und Un­ter­stüt­zung aus mei­nem Team be­kom­men habe. Wenn ich tags­über nicht konnte, habe ich abends wich­tige Un­ter­la­gen durch­ge­ar­bei­tet und stand für Fra­gen zur Ver­fü­gung.

Wie läuft es denn in­zwi­schen mit der Orga­ni­sa­tion, Kin­der­be­t­reu­ung, hat sich al­les ein­ge­spielt?
Die Bet­reu­ung hat sich gut ein­ge­spielt. Der Kleine liebt die Kita, wor­über ich mich sehr freue. Wenn wir sie brau­chen, sind meine El­tern und die Schwie­ger­el­tern zur Stelle. Letzte Wo­che war ich in Mai­land, mor­gens um sechs ging der Flie­ger und abends um neun kam ich wie­der, in sol­chen Pha­sen brau­che ich natür­lich zusätz­li­che Un­ter­stüt­zung. Das kann die Kita nicht abde­cken. Der Kleine wird natür­lich auch mal krank. Da ist es toll, wenn ich meine El­tern mal eben anru­fen kann und eine Stunde spä­ter sind sie da. Eb­ner Stolz sorgt für die not­wen­dige Fle­xi­bi­lität: Bei Be­darf kann ich von zu Hause ar­bei­ten.

Wie funk­tio­niert die Orga­ni­sa­tion im Team?
Ich bin mit 80 % nicht im­mer je­den Tag da und trage gleich­zei­tig Mit­ar­bei­ter- und Man­dats­ver­ant­wor­tung. Wenn man das gut orga­ni­siert, klappt das. Mon­tags bis don­ners­tags ar­beite ich nor­ma­ler­weise im Büro. Ich habe zwei lange Tage, an de­nen ich weiß, dass ich bei Be­darf „open end“ habe. Auch wenn ich im Home-Of­fice ar­beite, kann sich mein Team auf mich ver­las­sen: Sie sch­rei­ben mir eine E-Mail, wenn et­was ist und ich melde mich, wenn es geht und das ist dann OK. Oder wir tele­fo­nie­ren di­rekt mit­ein­an­der. Wenn sich der Kleine dann im Hin­ter­grund mel­det, ist im Team das Ver­ständ­nis dafür da, dass wir bes­ser spä­ter in Ruhe wei­ter­re­den. Durch die­sen Rück­halt ist das al­les mög­lich.

Sie ha­ben bei Eb­ner Stolz in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren eine steile Kar­riere hin­ge­legt. Von der Ju­nior-Wirt­schafts­prü­fe­rin bis zur Part­ne­rin. Wie bli­cken Sie per­sön­lich auf Ihre Ent­wick­lung?
Zu­dem fiel mein Kar­rie­re­sprung mit Schwan­ger­schaft, Ge­burt und Er­zie­hung zu­sam­men. Ich bin stolz dar­auf, dass das al­les ge­klappt hat und mir Eb­ner Stolz das nötige Ver­trauen schenkt. Es ist hart, als Mut­ter mit einem klei­nen Kind als Füh­rungs­kraft zu ar­bei­ten, da bin ich ehr­lich. Das ist mir ebenso be­wusst wie den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. Es ist wich­tig, dass wir uns of­fen sa­gen, was mach­bar ist und was nicht. Dank die­ser Of­fen­heit und Un­ter­stüt­zung kann ich be­ruf­lich wei­ter­ma­chen.

Wel­che Wün­sche ha­ben Sie für die nächs­ten fünf Jahre?
Naja, ich denke, ich möchte jetzt erst ein­mal in der Partn­er­rolle rich­tig an­kom­men. Das braucht Zeit. Ich möchte wei­ter daran ar­bei­ten, mir den Un­ter­bau an Mit­ar­bei­tern und den eige­nen Man­dan­ten­stamm auf­zu­bauen. Pri­vat wäre es toll, Zeit mit mei­nem Klei­nen und der Fami­lie zu ver­brin­gen, ihn auf­wach­sen zu se­hen, ihn so glück­lich zu se­hen. Das al­les hin­zu­be­kom­men und in fünf Jah­ren zurück­zu­schauen und zu sa­gen: „Das war eine gute Zeit und wei­ter geht’s.“

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