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Nexia Ebner Stolz

„Branchenübergreifend in vielen Themen unterwegs“

Agnes Jörger stieg direkt nach ihrem Master bei Ebner Stolz 2013 im Fachbereich Corporate Finance ein. Die 30-Jährige schätzt an ihrem Job die Vielfalt der Aufgaben.


Sie sind seit 2018 Steu­er­be­ra­­te­rin. Das ist nicht unbe­­dingt der Beruf, den man sich als klei­­nes Kind vor­­s­­tellt…
Wie alle klei­­nen Kin­­der wollte ich das wer­­den, was die Eltern waren: Inge­­nieur und Leh­­re­rin. Seit der Ober­­stufe habe ich mich dann doch mehr für die mathe­­ma­­ti­­sche Rich­­tung inter­es­­siert; der Wir­t­­schafts­­­teil der Zei­­tun­­gen wurde immer inter­es­­san­­ter. Am Ende habe ich nach dem Abi in Man­n­heim BWL stu­­diert. Im Mas­­ter­s­tu­­dium habe ich mich auf Rech­­nungs­­­le­­gung, Unter­­neh­­men­s­be­wer­­tung und stra­­te­­gi­­sches Mana­­ge­­ment spe­­zia­­li­­siert. Da kam ich erst­­ma­­lig inten­­si­ver in Berüh­rung mit dem Thema „Steu­ern“.

Jetzt sind Sie fast sechs Jahre bei Ebner Stolz. Wie sieht die Bilanz aus?

Ich habe im letz­ten Jahr mei­­nen Steu­er­be­ra­­ter geschrie­­ben und bin seit­dem als Steu­er­be­ra­­te­rin bes­­tellt. Es gefällt mir wei­­ter­hin sehr gut. Das Auf­­­ga­ben­­spe­k­trum bei Ebner Stolz ist jetzt noch brei­­ter als man mir das in der Bewer­bungs­­­phase erklärt hat. Ich bin bei­­spiels­weise in diverse IT-The­­men ein­­ge­bun­­den und arbeite bei der Wei­­ter­en­t­wick­­lung von IT-Tools in der Prü­­fung mit.

Gibt es in der Prü­­fung also kein kis­­ten­wei­­ses Her­um­­sch­­le­p­pen von Akten­or­d­­nern mehr?

Zumin­­dest geht der Trend im Zuge der Digi­ta­­li­­sie­rung dort hin. Wir ver­­­su­chen, die Jah­­res­ab­­schlus­s­prü­­fung mög­­lichst papier­­los über die Bühne zu brin­­gen. Bei Ebner Stolz haben wir sehr viele Prü­­fung­s­­pro­­gramme oder IT-Sof­t­­ware-Lösun­­gen, um in der Prü­­fung unter­­stüt­zend zu hel­­fen. Wir arbei­­ten zum Bei­­spiel sehr viel mit IDEA. Mit die­­ser Sof­t­­ware arbei­­ten zum Bei­­spiel auch die Betrieb­s­prü­­fer. Das heißt, vor einer Betrieb­s­prü­­fung bekom­­men wir oft­­mals den Anruf von Steu­er­­kol­­le­­gen.

Wie sah Ihr Arbeits­­­tag ges­­tern aus?
Unser Prak­­ti­­kant hatte ges­­tern sei­­nen let­z­­ten Tag. Dem­en­t­­sp­­re­chend habe ich Fee­d­­back ein­­ge­holt und mit den Kol­­le­­gen dar­­­über ges­pro­chen, wel­chen Ein­­druck er hin­­ter­las­­sen hat. Zudem kam ein Man­dant aus einer Jah­res­ab­schluss­prü­fung auf mich zu, für den ich ein paar Sachen nach­bu­chen sollte. Sch­ließ­lich habe ich zum Thema Unter­­neh­­men­s­be­wer­­tung gear­bei­tet, mei­nem zwei­ten beruf­li­chen Schwer­p­unt: Für einen Man­dan­­ten, bei dem die Gesell­schaf­ter einen Anteil ver­kau­fen möch­ten, habe ich ein Bewer­tungs­mo­dell auf­­­ge­­setzt.

Was sind typi­­sche Pro­­jekte beim Thema Unter­­neh­­men­s­be­wer­­tung?

Restruk­­tu­rie­run­­gen oder wenn Unter­­neh­­men­s­­teile inn­er­halb eines Kon­zerns umge­­hängt wer­­den. Oder wenn Gesel­l­­schaf­­ter ihre Anteile an ihrem Unter­­neh­­men ver­­­kau­­fen und wis­­sen möch­­ten, was sie wert sind. Bei uns im Team behan­­deln wir dar­­­über hin­aus die ganz gro­­ßen akti­en­­rech­t­­li­chen Fälle, die durch die Presse lau­­fen, etwa Squeeze-outs: Wenn ein Anteils­ei­g­­ner mehr als 95 % der Anteile an einer AG hält, kann er die rest­­li­chen Min­­der­heits­­ak­­ti­o­­näre abfin­­den. Dafür ist eine Bewer­­tung nötig.

Sind Sie oft beim Man­dan­­ten vor Ort?
Auf­­­grund der Digi­ta­­li­­sie­rung unse­­res Geschäfts bin ich tat­­säch­­lich öfter im Büro als noch vor sechs Jah­­ren. Trot­z­­dem arbeite ich viel bei den Man­dan­­ten. Das ist wich­­tig: Ich bekomme so ein bes­­se­­res Gespür für die Leute und für das Unter­­neh­­men, das ich bewerte oder prüfe. Nicht alles ist schrif­t­­lich doku­­men­­tiert, vie­­les erfahre ich nur im Gespräch.

Was macht Ihnen beson­­ders Spaß?

Ich bin in der Bewer­­tung wie in der Prü­­fung bran­chen­­über­g­­rei­­fend unter­­wegs. Das Spe­k­trum der Man­dan­­ten reicht von Gal­va­­nik-Unter­­neh­­men über einen Schu­h­hän­d­­ler und einen Her­s­­tel­­ler für Solar­­mo­­dule bis zu TV-Kanä­­len oder Leben­s­­­mit­­­tel­her­s­­tel­­lern. Wäh­­rend der Jah­­res­ab­­schlus­s­prü­­fung sind die Auf­­­ga­­ben plan- und abseh­­bar. In der Bewer­­tung habe ich es dage­­gen mit immer neuen Unter­­neh­­men zu tun. Ich habe mit der Zeit gelernt, wie per­­so­­nen­be­zo­­gene Unter­­neh­­men im Mit­tel­stand mit gewis­­sen Sach­ver­­hal­­ten umge­­hen.

„Man­dan­ten fra­gen, wie die Prü­fung gelau­fen ist“: Hier geht es zum zwei­ten Teil des Inter­views mit Agnes Jör­ger, in dem sie von Ihren Erfah­run­gen beim Steu­er­be­ra­ter-Exa­men berich­tet.

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