de en
Nexia Ebner Stolz

Themen

Home-Office: Laufen die Corona-Sonderregelungen für Grenzgänger aktuell ins Leere?

Die Tätig­keit des Ar­beit­neh­mers von sei­nem Home-Of­fice in sei­nem Wohn­sitz­staat aus kann zu ei­ner Ände­rung der Zu­wei­sung des Be­steue­rungs­rechts führen. Ab­hilfe schaf­fen spe­zi­elle bi­la­te­rale Ver­ein­ba­run­gen - de­ren Vor­aus­set­zun­gen der­zeit je­doch in­frage zu stel­len sind.

Fal­len der Wohn­sitz­staat und der Tätig­keits­staat ei­nes Ar­beit­neh­mers aus­ein­an­der, se­hen die zwi­schen den Staa­ten bi­la­te­ral ver­ein­barte Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men re­gelmäßig vor, dass das Ar­beits­ent­gelt in dem Um­fang dort zu ver­steu­ern ist, wo die Tätig­keit ausgeübt wird. Ei­nige Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men be­in­hal­ten spe­zi­elle Grenzgänger­re­ge­lun­gen, wo­nach ab­wei­chend von die­sem Grund­satz bei grenz­nah woh­nen­den Ar­beit­neh­mern, die ar­beitstäglich zu ih­rem Wohn­sitz zurück­keh­ren der Wohn­sitz­staat das Recht zur Be­steue­rung des Ar­beits­ent­gelts hat. Eine sol­che ar­beitstägli­che Rück­kehr fin­det bei Tätig­kei­ten vom Home-Of­fice aus nicht mehr statt. Um zu ver­mei­den, dass Corona-be­dingte Home-Of­fice-Tätig­kei­ten von Grenzgängern Aus­wir­kun­gen auf das bis­lang be­ste­hende Be­steue­rungs­recht ha­ben, wur­den mit Frank­reich, Lu­xem­burg, Nie­der­lande, Öster­reich, Po­len und der Schweiz spe­zi­elle Ver­ein­ba­run­gen ge­trof­fen.

© Unsplash

Da­nach wer­den zeit­lich be­fris­tete Son­der­re­ge­lun­gen gewährt, wo­nach Ar­beits­tage, für die Ar­beits­lohn be­zo­gen wird und an de­nen grenzüber­schrei­tend tätige Be­schäftigte nur auf­grund der Maßnah­men zur Bekämp­fung der Co­vid-19 Pan­de­mie ihre Tätig­keit im Home-Of­fice ausüben, als Tätig­keits­staat ver­brachte Ar­beits­tage gel­ten können.

Für Ar­beits­tage hin­ge­gen, die un­abhängig von die­sen Maßnah­men im Home-Of­fice ver­bracht wor­den wären, soll diese Möglich­keit nicht gel­ten, ins­be­son­dere dann nicht, wenn die Be­schäftig­ten nach den ar­beits­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen grundsätz­lich oh­ne­hin im Home-Of­fice tätig wären.

Hin­weis: Die steu­er­li­chen Aus­nah­me­re­ge­lun­gen für Grenzgänger dürf­ten dem­nach ge­genwärtig nicht mehr an­wend­bar sein, da in Deutsch­land eine Home-Of­fice-Pflicht zur Bekämp­fung der Co­vid-19-Pan­de­mie nicht mehr ge­setz­lich an­ge­ord­net ist. Der­zeit sind auch keine an­de­ren behörd­li­chen Maßnah­men er­sicht­lich, die ei­ner Tätig­keit im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers ent­ge­gen­ste­hen. Für Grenzgänger, die ,des­sen un­ge­ach­tet, ihre Tätig­keit vom Home-Of­fice des Wohn­sitz­staa­tes aus er­brin­gen, hat dies mit dem Wech­sel des Be­steue­rungs­rechts für die Home-Of­fice-Tätig­keit vom Tätig­keits- in den Wohn­sitz­staat steu­er­li­che Fol­gen. Diese sind in der Lohn­buch­hal­tung zu be­ach­ten.

nach oben