deen
Nexia Ebner Stolz

Hessisches FG: Mit der Entfernungspauschale ist auch die zweite tägliche Fahrt eines Arbeitnehmers zur Arbeitsstätte abgegolten.

Hessisches FG 6.2.2012, 4 K 3301/09

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen zweimal am Tag vom Wohnort zu ihrer Arbeitsstelle fahren, können in ihrer Steuererklärung nur einmal die Entfernungspauschale, die schon für die erste Fahrt gilt, ansetzen. Ein weiterer Werbungskostenabzug ist für die zweite Fahrt nicht möglich.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist Musi­ker. Er fuhr in den Streit­jah­ren sehr häu­fig zwei­mal täg­lich von zu Hause zum Thea­ter, da er nach dem Arbeits­ver­trag sowohl an den Pro­ben als auch an den Auf­füh­run­gen teil­neh­men musste. Die Pause zwi­schen Pro­ben und Auf­füh­run­gen betrug an die­sen Tagen min­des­tens vier Stun­den.

Für sol­che Tage setzte der Musi­ker die Ent­fer­nungs­pau­schale für die Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stätte zwei­mal an. Das Finanz­amt berück­sich­tigte die Ent­fer­nungs­pau­schale hin­ge­gen nur ein­mal pro Tag. Hier­ge­gen wen­det sich der Klä­ger mit sei­ner Klage.

Das FG wies die Klage ab. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hat die Ent­fer­nungs­pau­schale zu Recht nur ein­mal pro Tag berück­sich­tigt.

Zwar liegt eine Ung­leich­be­hand­lung des Klä­gers zu ande­ren Arbeit­neh­mern vor, die trotz gerin­ger Auf­wen­dun­gen für Fahr­ten zur Arbeits­stätte eben­falls die volle Ent­fer­nungs­pau­schale erhal­ten. Auch ist das sog. objek­tive Net­to­prin­zip durch­bro­chen, weil der Klä­ger zwei­mal am Tag anfal­lende Auf­wen­dun­gen nicht dop­pelt anset­zen kann.

Darin liegt jedoch keine ver­fas­sungs­wid­rige Ung­leich­be­hand­lung, weil es sich im Ver­g­leich zu ande­ren Arbeit­neh­mern um einen aty­pi­schen Fall han­delt. Zudem bewegt sich der Gesetz­ge­ber im Inter­esse eines ver­ein­fach­ten Steu­er­ver­fah­rens mit der ein­schlä­g­i­gen gesetz­li­chen Rege­lung in § 9 EStG, nach der die Ent­fer­nungs­pau­schale nur ein­mal pro Arbeits­tag berück­sich­tigt wird, inn­er­halb des ihm zuste­hen­den Typi­sie­rungs­spiel­raums.

nach oben