de en
Nexia Ebner Stolz

Aktuelles

Häusliches Arbeitszimmer eines Hochschuldozenten steuerlich anzuerkennen

FG Rheinland-Pfalz 7.9.2016, 1 K 2571/14

Ein Hochschuldozent (Fachbereich Chemie) kann Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Das gilt jedenfalls dann, wenn sich in dem ihm zur Verfügung stehenden Raum weder ein Drucker, noch ein Scanner, noch die erforderliche Fachliteratur befinden, und dieser daher für die Tätigkeit eines Lehrbeauftragten nicht ausreichend ausgestattet ist.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist Hoch­schul­do­zent (Fach­be­reich Che­mie) an einer Uni­ver­si­tät in Rhein­land-Pfalz. In dem Gebäude des Insti­tuts für Che­mie steht ihm ein Labor­raum zur Ver­fü­gung, der mit einem Sch­reib­tisch, einem für das Stadt­ge­biet frei­ge­schal­te­ten Tele­fon­an­schluss und einem PC aus­ge­stat­tet ist. Dane­ben nutzt der Klä­ger ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer mit einer Größe von rd. 15 qm.

Die mit sei­ner Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung für 2012 gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen für die­ses häus­li­che Arbeits­zim­mer i.H.v. 1.250 € wur­den vom Finanz­amt nicht aner­kannt. Zur Begrün­dung führte es aus, der Klä­ger sei auf das Arbeits­zim­mer nicht ange­wie­sen, weil ihm der Labor­raum als Arbeits­platz zuge­wie­sen sei. Der Raum sei nach Auf­fas­sung sei­nes Vor­ge­setz­ten auch aus­rei­chend aus­ge­stat­tet und werde geheizt und geputzt.

Das FG gab der hier­ge­gen gerich­te­ten Klage statt. Die Revi­sion zum BFH wurde nicht zuge­las­sen.

Die Gründe:
Die gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer des Klä­gers sind anzu­er­ken­nen.

Der Klä­ger kann den ihm zuge­wie­se­nen Labor­raum nicht in dem kon­k­ret erfor­der­li­chen Umfang und in der kon­k­ret erfor­der­li­chen Weise nut­zen und ist inso­weit auf das häus­li­che Arbeits­zim­mer ange­wie­sen. In dem ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Raum befin­den sich weder ein Dru­cker noch ein Scan­ner noch die erfor­der­li­che Fach­li­te­ra­tur. Für die Tätig­keit des Klä­gers als Lehr­be­auf­trag­ter ist der Raum daher nicht aus­rei­chend aus­ge­stat­tet. Die Ein­schät­zung sei­nes Vor­ge­setz­ten bezog sich nur auf die Labor­mög­lich­kei­ten bzw. For­schung. Ob sich der Klä­ger um einen geeig­ne­ten Arbeits­platz bemüht hat, ist steu­er­lich unbe­acht­lich. Unab­hän­gig davon ist seine Anfrage beim Dienst­vor­ge­setz­ten ohne­hin ergeb­nis­los ver­lau­fen.

nach oben