de en
Nexia Ebner Stolz

Steuerberatung

Ausweitung der Grunderwerbsteuerpflicht bei Share Deals geplant

Die Finanzminister der Bundesländer einigten sich im Rahmen der Finanzministerkonferenz am 29.11.2018 auf Gesetzesvorschläge zur Ausweitung der Grunderwerbsteuerpflicht bei Share Deals. Damit dürften Forward Share Deals mit Projektentwicklern künftig schwierig werden.

Der Grun­d­er­wer­b­­steuer unter­­liegt nicht nur der direkte Ver­­­kauf eines Grun­d­­stücks. Es wer­­den auch Fälle erfasst, in denen Anteile an einer Kapi­tal­­ge­­sel­l­­schaft über­tra­­gen wer­­den, die Grun­d­­stü­­cke in ihrem Ver­­­mö­­gen hält. Nach gel­­ten­­dem Recht greift die Steu­erpf­­licht jedoch nur, wenn sich durch die Über­tra­­gung unmit­­­tel­­bar oder mit­­­tel­­bar min­­des­­tens 95 % der Anteile in der Hand des Erwer­bers ver­­ei­­nen. Nach der Wahr­­neh­­mung der Län­der­fi­nanz­mi­nis­ter wer­­den der­zeit Share Deals, also Anteils­­über­tra­­gun­­gen, an grun­d­be­­sit­zen­­den Kapi­tal­­ge­­sel­l­­schaf­­ten genutzt, um die Grun­d­er­wer­b­­steuer zu umge­­hen, indem dort nur Über­tra­­gun­­gen knapp unter der 95 %-Grenze erfol­­gen. 

Ausweitung der Grunderwerbsteuerpflicht bei Share Deals geplant© Thinkstock

Die Län­der­fi­nanz­mi­nis­ter haben sich des­halb am 29.11.2018 auf Geset­zes­vor­schläge geei­nigt, mit denen sie die Umge­hung von Grun­d­er­werb­steuer durch Share Deals ver­hin­dern wol­len. Kon­k­ret soll ein neuer Ergän­zung­s­tat­be­stand ein­ge­führt wer­den, wonach paral­lel zu der der­zeit bereits bei grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten gel­ten­den Rege­lung Grun­d­er­werb­steuer dann aus­ge­löst wird, wenn ein oder meh­rere neue Gesell­schaf­ter Anteile in Höhe von min­des­tens 90 % einer grund­be­sit­zen­den Kapi­tal­ge­sell­schaft erwer­ben. Die bis­lang für Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten gel­tende 95 %-Schwelle soll ebenso auf 90 % her­ab­ge­setzt wer­den. Zudem sol­len die im GrEStG vor­ge­se­he­nen Fünf­jah­res­fris­ten auf zehn Jahre ver­län­gert wer­den.

Hin­weis

Die Län­der­fi­nanz­mi­nis­ter haben das BMF auf­ge­for­dert, zügig einen ent­sp­re­chen­den Refe­ren­ten­ent­wurf vor­zu­le­gen. Ab wann ggf. die ver­schärf­ten Rege­lun­gen in Kraft tre­ten wür­den, ist der­zeit noch nicht klar.

nach oben