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Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verabschiedet

Am 18.11.2021 ver­ab­schie­dete der Bun­des­tag das Ge­setz zur Ände­rung des In­fek­ti­ons­schutz­ge­set­zes und wei­te­rer Ge­setze anläss­lich der Auf­he­bung der Fest­stel­lung der epi­de­mi­schen Lage von na­tio­na­ler Trag­weite. Die Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes er­folgte am 19.11.2021.

Bun­des­tag und Bun­des­rat ha­ben Ände­run­gen am In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) und wei­te­ren Ge­set­zen be­schlos­sen. Diese tra­ten über­wie­gend am 24.11.2021 in Kraft. Die „epi­de­mi­sche Not­lage von na­tio­na­ler Trag­weite“ wurde nicht verlängert. Sie en­dete mit Ab­lauf des 25.11.2021. Das Ge­setz wurde am 22.11.2021 im Bun­des­ge­setz­blatt verkündet (BGBl. 2021 I, S. 4906).

Die wei­ter­hin mögli­chen in­fek­ti­ons­schutz­recht­li­chen Schutzmaßnah­men sind bis zum 19.03.2022 be­fris­tet und können ein­ma­lig durch Be­schluss des Deut­schen Bun­des­ta­ges um drei Mo­nate verlängert wer­den.

Da­nach gel­ten für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer fol­gende bun­des­weit ein­heit­li­che Schutzmaßnah­men:

  • Für Be­schäftigte und Ar­beit­ge­ber gilt am Ar­beits­platz gilt die 3G-Re­gel, d. h. der Ar­beits­platz darf nur von Per­so­nen be­tre­ten wer­den, die ge­impft, ge­ne­sen oder ak­tu­ell ge­tes­tet ist, § 28b IfSG. Ein ent­spre­chen­der Nach­weis muss mit sich geführt, be­reit­ge­hal­ten oder beim Ar­beit­ge­ber hin­ter­legt wor­den sein. Zu­min­dest hin­sicht­lich der Test­nach­weise müssen Ar­beit­ge­ber die Nach­weis­pflicht täglich kon­trol­lie­ren und do­ku­men­tie­ren. Die Ar­beit­ge­ber sind be­rech­tigt, den Impf­sta­tus der Be­schäftig­ten er­he­ben. Die Da­ten über den Ge­impft-, Ge­ne­sen- oder Ge­tes­tet-Sta­tus dürfen von den Ar­beit­ge­bern zur Erfüllung der Kon­troll- und Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten ver­ar­bei­tet, aber nicht lang­fris­tig ge­spei­chert wer­den.
    Hin­weis: Verstöße auf Sei­ten der Ar­beit­ge­ber und der Be­schäftig­ten wer­den mit einem Bußgeld ge­ahn­det und können für Be­schäftigte ar­beits­recht­li­che Kon­se­quen­zen ha­ben.

  • Die Ho­me­of­fice-Pflicht wird wie­der ein­geführt, d. h. Ar­beit­ge­ber müssen im Falle von Büroar­beit Ho­me­of­fice an­bie­ten, wenn keine zwin­gen­den be­triebs­be­ding­ten Gründe ent­ge­gen­ste­hen und die Ar­beit­neh­mer müssen die­ses An­ge­bot bei ih­rer­seits kei­nen ent­ge­gen­ste­hen­den Gründen an­neh­men.

  • Zusätz­li­che Test­pflich­ten gel­ten u. a. für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer in be­son­de­ren Ein­rich­tun­gen wie Reha-Ein­rich­tun­gen oder Pfle­gein­rich­tun­gen. Diese gel­ten auch für Ge­impfte und Ge­ne­sene, al­ler­dings se­hen die Re­ge­lun­gen für diese Per­so­nen eine ge­rin­gere Testhäufig­keit vor. Hier genügt die Wie­der­ho­lung der Tes­tung höchs­tens zwei­mal pro Ka­len­der­wo­che. Auch dürfen ge­impfte Be­schäftigte die er­for­der­li­chen Tes­tun­gen durch An­ti­gen-Tests zur Ei­gen­an­wen­dung ohne Über­wa­chung durchführen. Ar­beit­ge­ber müssen die Ein­hal­tung der Test­pflich­ten über­wa­chen und re­gelmäßig do­ku­men­tie­ren.

  • Im öff­ent­li­chen Nah- und Fern­ver­kehr so­wie im Flug­ver­kehr gilt die 3G-Re­gel für Fahr- bzw. Fluggäste und Kon­troll- und Ser­vice­per­so­nal. Aus­ge­nom­men sind Schüle­rin­nen und Schüler so­wie Ta­xi­fahr­ten. Die Nach­weis­pflich­ten sol­len stich­pro­ben­ar­tig kon­trol­liert wer­den.

Darüber hin­aus können die Bun­desländer zusätz­li­che lan­des­recht­li­che Re­ge­lun­gen tref­fen zu fol­gen­den Be­rei­chen:

  • Ab­stands­ge­bote im öff­ent­li­chen Raum
  • Kon­takt­be­schränkun­gen
  • Mas­ken­pflich­ten
  • Pflicht zu Hy­gie­ne­kon­zep­ten
  • 3G- und 2G-Re­ge­lun­gen so­wie 3-G Plus (Test)- und 2-G Plus (Test)-Re­ge­lun­gen
  • Teil­neh­mer­be­schränkun­gen
  • Auf­la­gen für insb. Schu­len, Hoch­schu­len und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen
  • An­ord­nung der Kon­takt­da­ten­ver­ar­bei­tung zum Un­ter­bre­chen von In­fek­ti­ons­ket­ten

Darüber hin­aus ist eine sog. Länderöff­nungs­klau­sel vor­ge­se­hen, wo­nach die ein­zel­nen Bun­desländer nach dem Aus­lau­fen der epi­de­mi­schen Lage von na­tio­na­ler Trag­weite können stren­gere Re­ge­lun­gen tref­fen können, so­weit und so­lange die kon­krete Ge­fahr der epi­de­mi­schen Aus­brei­tung von CO­VID-19 in einem Land be­steht und das je­wei­lige Lan­des­par­la­ment dies fest­stellt.

Hin­weis: Nicht mehr möglich sind je­doch Aus­gangs­sper­ren, die flächen­de­ckende vor­sorg­li­che Schließung von Schu­len und Ki­tas, der Gas­tro­no­mie oder des Ein­zel­han­dels. Got­tes­dienste und Ver­samm­lun­gen dürfen nicht flächen­de­ckend ver­bo­ten wer­den, die Sport­ausübung darf nicht un­ter­sagt wer­den. Ebenso dürfen Rei­sen und Über­nach­tungs­an­ge­bote nicht un­ter­sagt wer­den.

Für be­reits be­ste­hende lan­des­recht­li­che Re­ge­lun­gen be­steht eine Überg­angs­frist. Da­nach können bis längs­tens zum 15.12.2021 die wei­ter­ge­hen­den lan­des­recht­li­chen Maßnah­men auf Grund­lage des bis­he­ri­gen Um­fangs des Schutzmaßnah­men-Ka­ta­logs an­ge­wen­det wer­den, so­fern die je­wei­lige Rechts­ver­ord­nung oder An­ord­nung bis zum 25.11.2021 in Kraft ge­tre­ten ist.

Zusätz­lich gel­ten wei­ter fol­gende Re­ge­lun­gen:

  • Das Kin­der­kran­ken­geld kann auch 2022 für 30 statt 10 Tage (bei Al­lein­er­zie­hen­den 60 statt 20 Tage) in An­spruch ge­nom­men wer­den.
  • Die be­ste­hen­den Fle­xi­bi­li­sie­run­gen bei Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit und Pfle­ge­zeit blei­ben be­fris­tet be­ste­hen.
  • Der An­spruch auf coron­abe­ding­tes Pfle­ge­un­terstützungs­geld für bis zu 20 Ar­beits­tage wird bis Ende März 2022 verlängert.
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