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Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken - Weitere Neuregelungen ab 1.1.2014 in Kraft

Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher so­wie kleine Ge­wer­be­trei­bende sind ab dem 1.11.2014 bes­ser vor un­lau­te­ren Ge­schäfts­me­tho­den ge­schützt. Die Ab­mahn­gebühren bei Ur­he­ber­rechts­ver­let­zun­gen wer­den ge­de­ckelt, un­erwünschte Te­le­fon­wer­bung stärker bekämpft und In­kas­sover­fah­ren trans­pa­ren­ter ge­stal­tet.

Das Ge­setz ge­gen un­seriöse Ge­schäfts­prak­ti­ken ist am 8.10.13 (BGBl. I, 3714) verkündet wor­den. Während die Re­ge­lun­gen zur Er­stat­tungsfähig­keit von In­kas­so­kos­ten und ver­schärf­ten Be­rufs­re­geln schon zum 9.10.13 in Kraft ge­tre­ten sind, gel­ten ab dem 1.11.2014 wei­tere Vor­schrif­ten:

Wer­bung per Te­le­fon-Au­to­ma­ten: Wer­be­an­rufe, die von ei­ner au­to­ma­ti­schen An­ruf­ma­schine getätigt wer­den, sind nun gem. §§ 7, 20 UWG ver­bo­ten und wer­den mit Geldbuße sank­tio­niert. Außer­dem sind am Te­le­fon ein­ge­gan­gene Ge­winn­spiel­verträge in Zu­kunft nicht mehr wirk­sam, son­dern un­ter­lie­gen nun gem. § 675 Abs. 3 BGB dem sog. Text­for­mer­for­der­nis. Hält sich das Un­ter­neh­men nicht an diese Vor­schrif­ten, muss es mit ei­ner Geldbuße von bis zu 300.000 € rech­nen.

Schutz vor überhöhten Ab­mahn­kos­ten: Ur­he­ber­recht­li­che Ab­mah­nun­gen un­ter­lie­gen gem. § 97a UrhG künf­tig einem sog. Re­gel­streit­wert, d.h. der Streit­wert für einen Un­ter­las­sungs- oder Be­sei­ti­gungs­an­spruch darf in der Re­gel nur 1.000 € be­tra­gen, wenn ein Ver­brau­cher erst­ma­lig für eine ur­he­ber­recht­li­che Ver­let­zung ab­ge­mahnt wird. Mahnt ein Un­ter­neh­men einen Ver­brau­cher un­be­rech­tigt oder un­wirk­sam ab, kann die­ser außer­dem seine ei­ge­nen Rechts­ver­tei­di­gungs­kos­ten zurück­for­dern. Der Streit­wert bei wett­be­werbs­recht­li­chen Ab­mah­nun­gen wird eben­falls an­ge­passt.

Mehr Trans­pa­renz bei In­kas­so­schrei­ben: Künf­tig hat ein In­kas­so­un­ter­neh­men gem. § 11a RDG den Ver­brau­cher im In­kas­so­schrei­ben darüber zu in­for­mie­ren, für wen das In­kas­so­un­ter­neh­men ar­bei­tet, wer ihm ge­genüber die For­de­rung gel­tend macht, wor­auf diese be­ruht und wie sich die Kos­ten be­rech­nen. Verstößt das Un­ter­neh­men ge­gen die In­kas­so­vor­schrif­ten, kann künf­tig ein Bußgeld von bis zu 50.000 € fällig wer­den. Auch Rechts­anwälte, die In­kas­so­dienst­leis­tun­gen er­brin­gen, tref­fen seit dem 1.1.2014 um­fang­rei­che Dar­le­gungs- und In­for­ma­ti­ons­pflich­ten. Der neu in die BRAO ein­gefügte § 43d ver­langt u.a. bei der Gel­tend­ma­chung von For­de­run­gen die An­gabe des For­de­rungs­grun­des bei Verträgen, eine kon­krete Dar­le­gung des Ver­trags­ge­gen­stan­des und die Nen­nung des Da­tums des Ver­trags­schlus­ses. Der Rechts­an­walt soll da­ne­ben auch auf An­frage über die we­sent­li­chen Umstände des Ver­trags­schlus­ses in­for­mie­ren.

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