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FG Münster zur Gewerbesteuer: Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen verfassungsgemäß

Urteil des FG Münster vom 28.8.2012 - 10 K 4664/10 G

Die Neureglung zur gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von anteiligen Miet- und Pachtzinsen ist verfassungsmäßig. Die Ausdehnung des Hinzurechnungstatbestands durch die Neuregelung verstößt insbes. nicht gegen das Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Der Sach­ver­halt:
Strei­tig ist, ob bei der Fest­stel­lung des Gewer­be­steu­er­mess­be­tra­ges 2008 gem. § 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG dem Gewinn ein Vier­tel von 13/20 der Miet- oder Pacht­zin­sen für die Benut­zung gemie­te­ter oder gepach­te­ter unbe­we­g­li­cher Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens hin­zu­zu­rech­nen ist und ob die Vor­schrift ver­fas­sungs­ge­mäß ist.

Die Klä­ge­rin ver­mie­tete zahl­rei­che ange­mie­tete Geschäfts­räume an mit ihr ver­bun­dene Unter­neh­men wei­ter. Das beklagte Finanz­amt rech­nete dem Gewer­be­er­trag der Klä­ge­rin für das Jahr 2008 ein Vier­tel von 13/20 (16,25 Pro­zent) der von ihr getra­ge­nen Miet­zin­sen hinzu. Hier­ge­gen trug die Klä­ge­rin vor, dass die Vor­schrift nach ihrem Sinn und Zweck die Wei­ter­ver­mie­tung nicht erfasse und über­dies ver­fas­sungs­wid­rig sei.

Das FG wies die Klage ab. Die Revi­sion der Klä­ge­rin wird beim BFH unter dem Akten­zei­chen I R 70/02 geführt.

Die Gründe:
Die Miet- und Pacht­zin­sen sind bei der Berech­nung des fest­zu­set­zen­den Gewer­be­steu­er­mess­be­tra­ges zutref­fend nach § 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG ein­be­zo­gen wor­den.

Die für ange­mie­tete Grund­stü­cke gezahl­ten Miet­zin­sen sind nach dem Geset­zes­zweck auch dann antei­lig hin­zu­zu­rech­nen, wenn die Grund­stü­cke wei­ter­ver­mie­tet wer­den. Die Hin­zu­rech­nung des in den Mie­ten ste­cken­den Finan­zie­rung­s­an­teils führt zu einer Gleich­stel­lung mit sol­chen Betrie­ben, die eigene Immo­bi­lien ver­mie­ten.

Das FG hält § 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG - anders als das FG Ham­burg in sei­nem Vor­la­ge­be­schluss vom 29.2.2012, 1 K 138/10 - nicht für ver­fas­sungs­wid­rig. Die Aus­deh­nung des Hin­zu­rech­nung­s­tat­be­stands durch die Neu­re­ge­lung ver­stößt ins­bes. nicht gegen das Gebot der Besteue­rung nach der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fähig­keit.

Die in der frühe­ren Rege­lung ent­hal­tene Beschrän­kung, nach der die Hin­zu­rech­nung der Miet­zin­sen von der gewer­be­steu­er­li­chen Behand­lung beim Ver­mie­ter abhing, ist nicht zwin­gend gebo­ten, da für die Gewer­be­steuer als Objekt­steuer die steu­er­li­che Belas­tung Drit­ter nicht maß­geb­lich sei. Der Gesetz­ge­ber hat mit 16,25 Pro­zent auch kei­nen rea­li­täts­f­rem­den Finan­zie­rung­s­an­teil berech­net.

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