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FG Münster zur Absetzbarkeit der Kosten für einen "Hundesitter"

Urteil des FG Münster vom 25.5.2012 - 14 K 2289/11 E

Bei der Tätigkeit eines "Hundesitters" handelt es sich zwar grundsätzlich um eine haushaltsnahe Dienstleistung i.S.d. § 35a Abs. 2 EStG. Die Kosten sind aber jedenfalls dann nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar, wenn die Hunde außerhalb der Wohnung und des Gartens des Steuerpflichtigen betreut werden.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger hat zwei Hunde, für die er regel­mä­ßig einen Bet­reu­ungs­ser­vice in Anspruch nimmt. Die Hunde wur­den vom "Hun­de­sit­ter" abge­holt und auch wie­der zum Klä­ger zurück gebracht. Eine Bet­reu­ung der Tiere in der Woh­nung des Klä­gers oder in des­sen Gar­ten fand nicht statt. Die hier­für ange­fal­le­nen Auf­wen­dun­gen i.H.v. 2.750 € (2008) und 4.702 € (2009) machte der Klä­ger als haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen gel­tend. Das Finanz­amt lehnte die Aner­ken­nung ab.

Mit sei­ner Klage begehrt der Klä­ger die Aner­ken­nung der Hun­de­be­t­reu­ungs­kos­ten als haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen i.S.d. § 35a Abs. 2 S. 1 EStG. Er ist der Auf­fas­sung, dass schon der Umstand, dass seine Hunde zu sei­nem Haus­halt gehö­ren wür­den, aus­rei­che, um die Haus­halts­nähe der Dienst­leis­tun­gen zu beja­hen, zumal es sich bei der Ver­sor­gung der Hunde ein­sch­ließ­lich Spa­zier­gän­gen um Tätig­kei­ten han­dele, die zum täg­li­chen Leben dazu­ge­hö­ren wür­den und von ihm - dem Klä­ger - übli­cher­weise selbst durch­ge­führt wür­den.

Das FG wies die Klage ab. Die Revi­sion zum BFH wurde nicht zuge­las­sen.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hat die Aner­ken­nung der Hun­de­be­t­reu­ungs­kos­ten als haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen zu Recht abge­lehnt.

Bei der Tätig­keit des "Hun­de­sit­ters" han­delt es sich zwar grund­sätz­lich um eine haus­halts­nahe Dienst­leis­tung i.S.d. § 35a Abs. 2 EStG. Denn das Gesetz erfasst haus­wirt­schaft­li­che Tätig­kei­ten, die übli­cher­weise zur Ver­sor­gung der Fami­lie in einem Pri­vat­haus­halt erbracht wer­den. Dazu gehö­ren u.a. Kochen, Wäschepf­lege, Ein­kauf von Ver­brauchs­gü­tern, Rei­ni­gung und Pflege der Räume sowie des Gar­tens, Ver­sor­gung und Bet­reu­ung von Kin­dern und kran­ken Haus­halt­s­an­ge­hö­ri­gen.

Auch Leis­tun­gen, die für die Ver­sor­gung und Bet­reu­ung eines in den Haus­halt des Steu­erpf­lich­ti­gen auf­ge­nom­me­nen Hun­des erbracht wer­den, sind dem­nach grund­sätz­lich haus­halts­nah, denn Tätig­kei­ten wie Füt­tern, Fellpf­lege und das Aus­füh­ren des Hun­des wer­den regel­mä­ßig vom Steu­erpf­lich­ti­gen oder sons­ti­gen Haus­halt­s­an­ge­hö­ri­gen erle­digt. Die Gewäh­rung der Steuer­er­mä­ß­i­gung des § 35a Abs. 2 EStG schei­tert vor­lie­gend jedoch daran, dass die kon­k­re­ten Dienst­leis­tun­gen nicht - wie das Gesetz ver­langt - "im" Haus­halt des Klä­gers erbracht wor­den sind.

Die Frage, ob Auf­wen­dun­gen für einen "Hun­de­sit­ter", der Tiere eines Steu­erpf­lich­ti­gen in des­sen Haus und Gar­ten ver­sorgt, pflegt und bet­reut, anzu­er­ken­nen sind, brauchte im Streit­fall nicht ent­schie­den wer­den.

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