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FG Münster zu den Voraussetzungen des Abzugs einer Sachspende an einen ausländischen Spendenempfänger nach § 10b EStG

Urteil des FG Münster vom 8. März 2012 - 2 K 2608/09 E

Der 2. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter (FG Müns­ter) hat in sei­nem Urteil vom 8. März 2012 zu den ein­zel­nen Vor­aus­set­zun­gen des Spen­den­ab­zugs an einen aus­län­di­schen Emp­fän­ger Stel­lung genom­men.

Im Streit­fall machte der Klä­ger Sach­spen­den an ein por­tu­gie­si­sches Senio­ren­heim als Son­der­aus­ga­ben gel­tend. Der Heim­be­t­rei­ber ist eine juris­ti­sche Per­son, die mit einem rechts­fähi­gen Ver­ein ver­g­leich­bar ist. Das beklagte Finanz­amt ver­sagte den Abzug zunächst mit der Begrün­dung, dass der Spen­den­emp­fän­ger Inlän­der sein müsse.

Das im ers­ten Rechts­zug ergan­gene Urteil, das die Auf­fas­sung des Finanzamts bestä­tigte, hob der Bun­des­fi­nanz­hof auf (Urteil vom 27. Mai 2009, Az. X R 46/05), nach­dem der Euro­päi­sche Gerichts­hof die Ver­sa­gung der Spende als Ver­stoß gegen die Kapi­tal­ver­kehrs­f­rei­heit für gemein­schafts­rechts­wid­rig erklärt hatte (Urteil vom 27. Januar 2009, Az. C-318/07).

Im zwei­ten Rechts­zug hatte das Finanz­ge­richt Müns­ter nun zu prü­fen, ob der Spen­den­emp­fän­ger nach natio­na­lem Recht die Anfor­de­run­gen an eine gemein­nüt­zige Ein­rich­tung erfüllt; es kam zu dem Ergeb­nis, dass dies nicht der Fall sei. Der Bet­rei­ber des Senio­ren­heims för­dere nach sei­ner Sat­zung zwar gemein­nüt­zige Zwe­cke. Die Sat­zung ent­halte aber keine aus­drück­li­chen Rege­lun­gen zur Mit­tel­ver­wen­dung und auch aus der Aus­le­gung aller Sat­zungs­be­stim­mun­gen sei die erfor­der­li­che Ver­mö­gens­bin­dung nicht erkenn­bar. Über­dies ent­hiel­ten die vom Klä­ger vor­ge­leg­ten Spen­den­be­schei­ni­gun­gen kei­nen Nach­weis dar­über, dass der Emp­fän­ger die Gegen­stände zur För­de­rung der gemein­nüt­zi­gen Zwe­cke ver­wen­det habe.

Der Senat hat im Hin­blick auf die Neu­fas­sung des § 10b EStG die Revi­sion zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des FG Müns­ter Nr. 10/2012 vom 15.05.2012

Das Urteil des FG Müns­ter im Voll­text fin­den Sie hier.



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