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FG Köln: Allein die Darstellung des eigenen Bewerbungsprofils rechtfertigt keinen Abzug der Kosten für Fremdsprachenkurse als Werbungkosten

Urteil des FG Köln vom 30.5.2012 - 7 K 2764/08

Der generelle Umstand, dass Fremdsprachenkenntnisse im Berufsleben allgemein als förderlich angesehen werden, um sich auf dem Arbeitsmarkt von anderen Bewerbern abzugrenzen, reicht für den Abzug der Aufwendungen als Werbungskosten nicht aus. Allein durch die Darstellung des eigenen Profils lässt sich noch kein hinreichend konkreter Bezug zu einer späteren Tätigkeit erkennen.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger war im Streit­jahr 2006 bei einer Firma im Inland als Lei­ter der Abtei­lung Per­so­nal/Finan­zen ange­s­tellt. Der Arbeit­ge­ber hatte im Som­mer 2006 besch­los­sen, die Haupt­s­telle in B. auf­zu­ge­ben und voll­stän­dig nach C. umzu­zie­hen. Tat­säch­lich ist der Klä­ger auch bis­her wei­ter­hin in der Haupt­s­telle in B. tätig.

In sei­ner Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung machte der Klä­ger u.a. Auf­wen­dun­gen für einen Sprach­kurs in Rom i.H.v. 1.737 €, Kurs­ma­te­rial (395 €) sowie damit zusam­men­hän­gende Rei­se­kos­ten (Hotel­kos­ten i.H.v. 2.294 € für zwei Per­so­nen sowie Fahrt­kos­ten i.H.v. 855 €) als Wer­bungs­kos­ten bei sei­nen Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit gel­tend. Das Finanz­amt ließ diese Auf­wen­dun­gen aller­dings unbe­rück­sich­tigt. Infol­ge­des­sen machte der Klä­ger gel­tend, dass er auf­grund sei­ner fami­liä­ren Situa­tion nicht nach C. umzie­hen könne. Daher müsse er mit dem Ver­lust sei­nes Arbeits­plat­zes rech­nen. Vor die­sem Hin­ter­grund habe er sich früh­zei­tig um eine zusätz­li­che Qua­li­fi­ka­tion geküm­mert, um Anschluss an inter­na­tio­nale Unter­neh­men oder natio­nale Unter­neh­men mit Aus­lands­be­zug zu erhal­ten.

Das FG wies die Klage ab.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hatte es zu Recht abge­lehnt, die Auf­wen­dun­gen für den Sprach­kurs nebst Kurs­ma­te­rial sowie die damit zusam­men­hän­gen­den Rei­se­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit anzu­er­ken­nen.

Die Vor­aus­set­zun­gen für einen Abzug der Auf­wen­dun­gen als Wer­bungs­kos­ten nach § 9 Abs. 1 EStG waren nicht gege­ben. Hin­sicht­lich der vom Klä­ger als Abtei­lungs­lei­ter Per­so­nal/Finan­zen aus­ge­üb­ten Tätig­keit war eine beruf­li­che Ver­an­las­sung der Auf­wen­dun­gen für den Sprach­kurs und das Lern­ma­te­rial nicht erkenn­bar. Der gene­relle Hin­weis, dass die Ita­lie­nisch-Kennt­nisse auch für den Arbeit­ge­ber all­ge­mein nütz­lich seien, reichte hier­für nicht aus.

Dar­über hin­aus stellte der vom Klä­ger vor­ge­tra­gene Weg­fall sei­nes Arbeits­plat­zes kei­nen hin­rei­chend kon­k­re­ten objek­ti­ven Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang zwi­schen den Auf­wen­dun­gen und spä­te­ren Ein­nah­men dar (vor­weg­ge­nom­mene Wer­bungs­kos­ten). Zwar war dem Klä­ger zuzu­ge­ben, dass Maß­nah­men zur Fort­bil­dung und dabei ins­be­son­dere das Erler­nen einer frem­den Spra­che durch­aus dazu geeig­net sein kön­nen, sich auf dem Arbeits­markt von ande­ren Bewer­bern abzu­g­ren­zen. Der gene­relle Umstand, dass Fremd­spra­chen­kennt­nisse im Berufs­le­ben vor die­sem Hin­ter­grund all­ge­mein als för­der­lich ange­se­hen wer­den, reicht für den Abzug der Auf­wen­dun­gen als Wer­bungs­kos­ten jedoch nicht aus. Allein durch die Dar­stel­lung des eige­nen Pro­fils lässt sich noch kein hin­rei­chend kon­k­re­ter Bezug zu einer spä­te­ren Tätig­keit erken­nen.

Im Übri­gen war zu berück­sich­ti­gen, dass ein Abzug der Reise- und Über­nach­tungs­kos­ten dann nicht in Betracht kommt, wenn es hin­sicht­lich der zugrun­de­lie­gen­den Fort­bil­dungs­maß­nahme (hier: hin­sicht­lich des Sprach­kur­ses) schon an einer beruf­li­chen Ver­an­las­sung fehlt. Denn in einem sol­chen Fall sind auch die mit der Fort­bil­dungs­maß­nahme zusam­men­hän­gen­den Reise- und Über­nach­tungs­kos­ten nicht beruf­lich ver­an­lasst, da inso­weit gerade kei­nen dop­pel­mo­ti­vier­ten - und gege­be­nen­falls auf­zu­tei­len­den - Kos­ten vor­lie­gen. Die vom Klä­ger gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen sind sch­ließ­lich nicht als Son­der­aus­ga­ben nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG abzugs­fähig. Denn Kos­ten für die All­ge­mein­bil­dung, die sich nicht als eine not­wen­dige Vor­aus­set­zung für eine vom Steu­erpf­lich­ti­gen geplante Berufs­aus­übung dar­s­tellt, sind keine Auf­wen­dun­gen für die eigene Berufs­aus­bil­dung i.S.v. § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG.

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