de en
Nexia Ebner Stolz

Aktuelles

FG Düsseldorf zur Aktivierung eines originären Firmenwerts bei Umwandlung einer GmbH in eine KG

Urteil des FG Düsseldorf vom 3.12.2012 - 6 K 1883/10 F

§ 3 S. 1 Um­wStG 1995 be­schränkt den An­satz von Wirt­schaftsgütern in der steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz nicht auf die nach den steu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten über die Ge­winn­er­mitt­lung aus­zu­wei­sen­den Wirt­schaftsgüter. Er be­zieht sich viel­mehr auf alle von der über­tra­gen­den Körper­schaft über­nom­me­nen Wirt­schaftsgüter.

Der Sach­ver­halt:
Die Be­tei­lig­ten strei­ten darum, ob bei der Ver­schmel­zung ei­ner GmbH auf eine KG ein ori­ginärer Fir­men­wert in der Über­tra­gungs­bi­lanz ak­ti­viert wer­den kann oder ob § 3 Um­wStG 1995 der Ak­ti­vie­rung ent­ge­gen­steht.

Die kla­gende KG über­nahm das Vermögen der auf sie ver­schmol­ze­nen GmbH im In­nen­verhält­nis mit Wir­kung zum 1.1.2001, 0 Uhr; al­ler­dings sollte der Ver­schmel­zung die Schluss­bi­lanz der GmbH zum 31.12.2000 zu­grunde lie­gen. Die Ver­schmel­zung sollte han­dels­recht­lich un­ter Fortführung der Buch­werte der GmbH er­fol­gen. In der steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz der GmbH zum 31.12.2000 wurde ein Fir­men­wert zum Zwi­schen­wert i.H.v. rd. 2 Mio. DM. er­fasst.

Das Fi­nanz­amt ver­trat hin­ge­gen die Auf­fas­sung, dass die GmbH in 2001 noch für eine ju­ris­ti­sche Se­kunde exis­tiert habe und des­halb der Über­tra­gungs­ge­winn/-ver­lust in 2001 zu er­fas­sen sei. Der An­satz des selbst ge­schaf­fe­nen Wirt­schafts­guts "Fir­men­wert" sei gem. § 5 Abs. 2 EStG nicht zulässig.

Das FG gab der ge­gen die Körper­schaft­steu­er­ver­an­la­gung für 2001 ge­rich­te­ten Klage statt. Die Re­vi­sion zum BFH wurde we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Sa­che zu­ge­las­sen.

Die Gründe:
Das Fi­nanz­amt ist zu Un­recht der Auf­fas­sung, dass die GmbH in ih­rer steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz zum 31.12.2000 den selbst ge­schaf­fe­nen Fir­men­wert nicht ak­ti­vie­ren durfte.

§ 3 S. 1 Um­wStG 1995 be­schränkt den An­satz von Wirt­schaftsgütern in der steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz nicht auf die nach den steu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten über die Ge­winn­er­mitt­lung aus­zu­wei­sen­den Wirt­schaftsgüter, son­dern be­zieht sich auf alle von der über­tra­gen­den Körper­schaft über­nom­me­nen Wirt­schaftsgüter.

Die Ausübung des um­wand­lungs­steu­er­recht­li­chen Wahl­rechts gem. § 3 S. 1 Um­wStG 1995 ist auch nicht durch den in § 5 Abs. 1 S. 2 EStG ge­re­gel­ten Grund­satz der Maßgeb­lich­keit der Han­dels­bi­lanz für die Steu­er­bi­lanz ein­ge­schränkt. Denn die­ser Grund­satz gilt im Verhält­nis zu § 3 S. 1 und § 11 Abs. 1 S. 2 Um­wStG 1995 nicht. Da der Ge­setz­ge­ber gleich­zei­tig die steu­er­li­chen Wahl­rechte in § 3 S. 1 und § 11 Abs. 1 S. 2 Um­wStG 1995 und ein Ver­bot der Auf­de­ckung der stil­len Re­ser­ven bis auf den Aus­nah­me­fall der Wert­auf­ho­lung in der Han­dels­bi­lanz durch § 17 Abs. 2 S. 2 UmwG 1995 be­schlos­sen hat, lässt dies nur den Schluss zu, dass ein steu­er­li­cher An­satz von Wirt­schaftsgütern ober­halb der steu­er­li­chen Buch­werte von han­dels­recht­li­chen Vor­ga­ben un­be­ein­flusst sein soll.

Ent­ge­gen der An­sicht des Fi­nanz­amts gilt im Rah­men des Wahl­rechts des § 3 S. 1 Um­wStG 1995 auch nicht das Ak­ti­vie­rungs­ver­bot des § 5 Abs. 2 EStG für im­ma­te­ri­elle Wirt­schaftsgüter des An­la­ge­vermögens, die nicht ent­gelt­lich er­wor­ben wur­den. Zwar lau­tet die Über­schrift des § 3 Um­wStG 1995 "Wert­ansätze in der steu­er­li­chen Schluss­bi­lanz der über­tra­gen­den Körper­schaft", dar­aus kann je­doch nicht ge­schlos­sen wer­den, dass sich § 3 Um­wStG 1995 nur auf den Wert­an­satz sol­cher Wirt­schaftsgüter be­zieht, die nach steu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten über die Ge­winn­er­mitt­lung aus­zu­wei­sen sind.


Link­hin­weis:

nach oben