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EuGH-Vorlage des BGH zur Vereinbarkeit der Vorschrift des § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. mit der Zweiten und Dritten Richtlinie Lebensversicherung/EWG

Urteil des BGH vom 28.3.2012 - IV ZR 76/11

Der BGH hat dem EuGH eine Frage zur Ver­ein­bar­keit der Vor­schrift des § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. mit der Zwei­ten und Drit­ten Richt­li­nie Le­bens­ver­si­che­rung/EWG zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt. In dem nun aus­ge­setz­ten Ver­fah­ren be­gehrt der Ver­si­che­rungs­neh­mer Rück­zah­lung ge­leis­te­ter Ver­si­che­rungs­beiträge aus ei­ner Ren­ten­ver­si­che­rung nach einem Wi­der­spruch gem. § 5a Abs. 1 S. 1 VVG a.F.

Der Sach­ver­halt:
Der kla­gende Ver­si­che­rungs­neh­mer be­gehrt Rück­zah­lung ge­leis­te­ter Ver­si­che­rungs­beiträge aus ei­ner Ren­ten­ver­si­che­rung nach einem Wi­der­spruch gem. § 5a Abs. 1 S. 1 VVG a.F.

Die All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und die Ver­brau­cher­in­for­ma­tion er­hielt der Kläger mit Über­sen­dung des Ver­si­che­rungs­scheins. Da­bei wurde er nicht in druck­tech­ni­sch her­vor­ge­ho­be­ner Form über sein Wi­der­spruchs­recht be­lehrt. Den Wi­der­spruch erklärte der Kläger erst nach Ab­lauf der in § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. fest­ge­leg­ten Jah­res­frist.

LG und OLG wie­sen die Klage ab. Der Wi­der­spruch ge­gen das Zu­stan­de­kom­men des Ver­tra­ges sei gem. § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. ver­fris­tet. Der BGH setzte das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren aus und legte dem EuGH in die­sem Zu­sam­men­hang eine Frage zur Vor­ab­ent­schei­dung vor.

Die Gründe:
Der BGH hat dem EuGH fol­gende Frage zur  Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:

Ist Art. 15 Abs. 1 S. 1 der Zwei­ten Richt­li­nie Le­bens­ver­si­che­rung un­ter Berück­sich­ti­gung des Art. 31 Abs. 1 der Drit­ten Richt­li­nie Le­bens­ver­si­che­rung da­hin aus­zu­le­gen, dass er ei­ner Re­ge­lung wie in § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. ent­ge­gen­steht, nach der ein Rück­tritts- oder Wi­der­spruchs­recht spätes­tens ein Jahr nach Zah­lung der ers­ten Ver­si­che­rungsprämie er­lischt, selbst wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht über das Recht zum Rück­tritt oder Wi­der­spruch be­lehrt wor­den ist.

Ver­gleich­bare Ver­fah­ren wur­den im Hin­blick auf die Vor­lage ana­log § 148 ZPO aus­ge­setzt.

Link­hin­weis:
  • Der Voll­text der Ent­schei­dung wird demnächst auf den Web­sei­ten des BGH veröff­ent­licht.
  • Für die Pres­se­mit­tei­lung des BGH mit den maßgeb­li­chen Nor­men kli­cken Sie bitte hier.
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