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Esstischgruppe kann steuerlich nicht abgesetzt werden

FG Rheinland-Pfalz 11.2.2016, 6 K 1996/14

Ein Esszimmertisch mit sechs Stühlen ist auch dann nicht als "Büroeinrichtung" steuerlich absetzbar, wenn der Steuerpflichtige den Tisch auch für betriebliche Arbeiten und vereinzelte Besprechungen mit Kunden nutzt. Derartige Möbel dienen der Einrichtung eines privaten Raumes und können deshalb nicht wie Gegenstände behandelt werden, die ihrer Art nach sowohl für eine unternehmerische als auch eine private Nutzung geeignet und bestimmt sind (etwa ein Kfz).

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist Unter­neh­mer (gewerb­li­che Bau­lei­tung) und hatte im Streit­jahr 2008 einen Ess­zim­mer­tisch aus Nuss­baum mit sechs wei­ßen Leder­stüh­len zum Preis von 9.927 € erwor­ben. Tisch und Stühle wur­den in dem zum Wohn­zim­mer hin offe­nen Ess­zim­mer des Klä­gers auf­ge­s­tellt. Das Finanz­amt lehnte es spä­ter ab, die Anschaf­fungs­kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben anzu­er­ken­nen und den Vor­steu­er­ab­zug (Umsatz­steuer) zu gewäh­ren.

Der Klä­ger war der Ansicht, er sei auf den Tisch und die Stühle ange­wie­sen, denn nur dort könne er Pläne und Akten bear­bei­ten und Besp­re­chun­gen abhal­ten. Sein Büro und sein Sch­reib­tisch seien dafür zu klein. Die Ess­gruppe werde zu min­des­tens 3/7 beruf­lich und nur am Woche­n­ende auch pri­vat genutzt.

Das FG wies die Klage ab. Die Revi­sion wurde nicht zuge­las­sen. Das Urteil ist aller­dings noch nicht rechts­kräf­tig.

Die Gründe:
Die Anschaf­fungs­kos­ten für den Ess­zim­mer­tisch samt Stüh­len waren nicht als "Büro­ein­rich­tung" steu­er­lich absetz­bar.

Die Möbel die­nen der Ein­rich­tung eines pri­va­ten Rau­mes und konn­ten des­halb nicht wie Gegen­stände behan­delt wer­den, die ihrer Art nach sowohl für eine unter­neh­me­ri­sche als auch eine pri­vate Nut­zung geeig­net und bestimmt sind. Hierzu zählt etwa ein Kraft­fahr­zeug.

Bei Berech­nung der pri­va­ten und betrieb­li­chen Nut­zung­s­an­teile müss­ten somit auch die Zei­ten der "Nicht-Nut­zung" berück­sich­tigt wer­den, da der Tisch nebst Stüh­len auch wäh­rend die­ser Zeit der Ein­rich­tung des Ess­zim­mers und damit einem pri­va­ten (nicht unter­neh­me­ri­schen) Zweck dient. Die unter­neh­me­ri­sche Nut­zung betrug somit nur 2,9 % und nicht - wie für eine steu­er­li­che Berück­sich­ti­gung erfor­der­lich - min­des­tens 10 %.

Für vier der sechs Stühle war ohne­hin keine unter­neh­me­ri­sche Nut­zung ersicht­lich, da der Klä­ger nach sei­nen Auf­zeich­nun­gen nur Ein­zel­ge­spräche geführt hatte. Auch die Höhe der Kos­ten ließ dar­auf sch­lie­ßen, dass der Klä­ger den pri­va­ten Ess­be­reich nach sei­nem Gesch­mack hatte möb­lie­ren wol­len und dass nicht nur Zweck­mä­ß­ig­keits­ge­sichts­punkte maß­geb­lich gewe­sen waren.

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