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Nexia Ebner Stolz

Einsteigerwelt für Berufseinsteiger

Mein Tag als Associate

So ge­stal­ten sich meine Tage als As­so­ciate in der Rechts­be­ra­tung von Eb­ner Stolz

Seghen Gebrihiwet, Associate Köln

9.30 Uhr: Der Tag star­tet heute später als sonst: Rou­ti­ne­un­ter­su­chung Zahn­arzt. Nicht vergnügungs­steu­er­pflich­tig, wie die Kol­le­gen aus der Steu­er­be­ra­tung es for­mu­lie­ren würden, aber lei­der not­wen­dig und außer­halb der re­gulären Ar­beits­zei­ten nicht gut zu or­ga­ni­sie­ren. Kein Pro­blem nach Ab­stim­mung mit dem Vor­ge­setz­ten.

Recht­zei­tig zur Be­spre­chung und gestärkt mit ei­ner Tasse Tee be­tre­ten Sie ge­mein­sam mit den Kol­le­gen den Be­spre­chungs­raum in der Kon­fe­ren­ze­tage. Ein Kol­lege stellt kurz den Sach­ver­halt dar. Ein Man­dat be­ab­sich­tigt, den Ge­schäfts­be­trieb ei­nes Wett­be­wer­bers zu über­neh­men. Das Ziel­un­ter­neh­men verfügt über Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, ei­nige da­von im eu­ropäischen Aus­land. Ein paar von die­sen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ar­bei­ten der­zeit nicht pro­fi­ta­bel; das Ziel­un­ter­neh­men wird je­doch nur als Ein­heit ver­kauft. Schon schwir­ren Be­griffe wie „As­set Deal“, „Share Deal“, „Er­werb über ein SPV“, „Ver­lust­vor­trag“, „Hal­te­fris­ten“, „Ga­ran­tie­ka­ta­log“, „§ 613a BGB“, „Kon­zern­ab­schluss“, „EBIT“ etc. durch den Raum, so dass einem ganz schwin­de­lig wer­den kann. Die anfäng­lich auf­tre­tende Pa­nik legt sich aber schnell, da Sie aus der Ver­gan­gen­heit wis­sen, dass eine Nach­be­spre­chung mit Ih­rem Vor­ge­setz­ten statt­fin­den wird, in der Sie alle we­sent­li­chen Punkte noch ein­mal kurz ge­mein­sam durch­ge­hen und Sie auf­ge­tre­tene Fra­gen stel­len können. Ihre Auf­gabe: Sie sol­len zunächst eine Über­sicht der Vor- und Nach­teile des „As­set Deals“ und des „Share Deals“ er­stel­len und als Er­geb­nis eine Emp­feh­lung ab­ge­ben, wel­che Va­ri­ante sich für den Man­dan­ten am bes­ten eig­net. Un­ter Zu­hil­fe­nahme von Beck On­line, Ju­ris, Ju­rion und zahl­rei­cher Fach­li­te­ra­tur in den Bi­blio­the­ken ma­chen Sie sich an die Ar­beit.

12.30 Uhr: In der Mit­tags­pause stellt sich zunächst wie­der die Frage: „Hier blei­ben oder raus ge­hen?“ Auf­grund un­se­rer idea­len Lage in der In­nen­stadt ha­ben wir zahl­rei­che Al­ter­na­ti­ven; heute fällt die Wahl auf das all­seits be­liebte thailändi­sche Re­stau­rant.

13.15 Uhr: Fort­set­zung der Ein­ar­bei­tung in die Ge­stal­tung von Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen. Um sich einen Über­blick zu ver­schaf­fen, gilt es zunächst zahl­rei­che Be­grifflich­kei­ten zu klären. Fer­ner ist auch ein Te­le­fo­nat mit dem Kol­le­gen aus der Steu­er­be­ra­tung sehr hilf­reich. Wei­ter geht es mit der Re­cher­che in On­line-Da­ten­ban­ken und Fach­li­te­ra­tur, die Ih­nen be­reits aus dem Stu­dium bes­tens be­kannt ist. Am Ende des Ar­beits­ta­ges be­spre­chen Sie den ak­tu­el­len Stand Ih­rer Er­geb­nisse kurz mit Ih­rem Vor­ge­setz­ten, um ab­zu­stim­men, ob Sie auf dem rich­ti­gen Weg sind oder ggf. eine Kurs­kor­rek­tur vor­zu­neh­men ist.

19.15 Uhr: Es ist et­was später ge­wor­den, da Ihr Vor­ge­setz­ter noch in ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz ge­bun­den war, aber jetzt ist Fei­er­abend. Ihr Vor­ge­setz­ter fand die bis­he­ri­gen Ansätze gut und hat Ih­nen noch Hin­weise ge­ge­ben, wel­che drei ergänzen­den As­pekte Sie noch berück­sich­ti­gen soll­ten. Da­mit geht es dann mor­gen wei­ter.

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