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Volle EEG-Umlage für KWK-Anlagen in der Eigenversorgung ab 1.1.2018?

Gemäß § 61 Abs. 1 EEG 2017 sind die je­weils zuständi­gen Netz­be­trei­ber be­rech­tigt und ver­pflich­tet, von Letzt­ver­brau­chern mit Ei­gen­ver­sor­gung grundsätz­lich die volle EEG-Um­lage (2017: 6,880 ct./kWh, 2018: 6,729 ct./kWh) zu er­he­ben.

Hier­von ab­wei­chend sieht § 61b Nr. 2 EEG 2017 für in sog. hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-An­la­gen i. S. d. § 53a En­er­gie­steu­er­ge­setz (En­er­gieStG) er­zeugte und selbst­ver­brauchte En­er­gie­men­gen bis­her eine Pri­vi­le­gie­rung vor. Letzt­ver­brau­cher müssen in die­sen Fällen nur eine EEG-Um­lage in Höhe von 40 % der oben dar­ge­stell­ten Werte be­glei­chen.

Volle EEG-Umlage für KWK-Anlagen in der Eigenversorgung ab 1.1.2018?© Thinkstock

Das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und En­er­gie (BMWi) hat im Rah­men ei­ner In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung am 6.12.2017 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Eu­ropäische Kom­mis­sion die hierfür vor­lie­gende bei­hil­fe­recht­li­che Ge­neh­mi­gung nicht über den 31.12.2017 hin­aus verlängern wird. So­mit ist für hoch­ef­fi­zi­ente KWK-An­la­gen mit In­be­trieb­nah­me­da­tum nach dem 1.8.2014 ab dem Jahr 2018 die volle EEG-Um­lage zu ent­rich­ten.

Gleich­wohl das BMWi sich bei der EU-Ko­mis­sion um eine dif­fe­ren­zierte Neu­re­ge­lung ab dem Jahr 2018 bemühen wird, muss da­mit ge­rech­net wer­den, dass die zuständi­gen Netz­be­trei­ber be­reits ab dem 1.1.2018 eine Neu­be­mes­sung der Ab­schläge vor­neh­men wer­den.

Während ab dem 1.1.2018 so­mit Ei­gen­ver­sor­gungs-Strom aus hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-An­la­gen nicht mehr 40 % son­dern 100 % der EEG-Um­lage zu ent­rich­ten ha­ben, bleibt die Ei­gen­ver­sor­gung aus Be­stands­an­la­gen, also An­la­gen mit Auf­nahme der Ei­gen­ver­sor­gung vor dem 1.8.2014, wei­ter­hin von der EEG-Um­lage un­ter den im EEG 2017 ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen be­freit.

Ge­neh­mi­gen wird die Eu­ropäische Kom­mis­sion nach den uns vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen je­doch noch vor Jah­res­ende die Pri­vi­le­gie­rung von Be­stands­an­la­gen nach § 61c ff. EEG 2017, die Pri­vi­le­gie­rung für EEG-An­la­gen (40 % der EEG-Um­lage nach § 61 Abs. 1 Nr. 3 EEG 2014), die sog. „Am­nes­tie“-Re­ge­lung für Schei­ben­pacht­mo­delle (§ 61f EEG 2017), die sog. Rechts­nach­folge-Re­ge­lung (§ 61f EEG 2017) und die Pri­vi­le­gien für be­stimmte Fall­kon­stel­la­tio­nen von An­fahrts- und Still­stands­strom. Ob dies tatsäch­lich so er­folgt, bleibt al­ler­dings ab­zu­war­ten.

Nach Ziel­set­zung des BMWi soll die oben erwähnte dif­fe­ren­zierte Neu­re­ge­lung fol­gende Eck­punkte auf­wei­sen:

  • für KWK-An­la­gen ab 1 MW und ei­ner noch zu be­stim­men­den Ober­grenze, soll die 40 %-ige EEG-Um­lage wei­ter maßgeb­lich sein, wenn es sich um Un­ter­neh­men aus strom­kos­ten- oder han­dels­in­ten­si­ven Bran­chen han­delt (vgl. An­hang 4 EEG 2017);
  • für die übri­gen KWK-An­la­gen in die­ser Größenord­nung soll bis zu ei­ner be­stimm­ten noch nicht be­nann­ten Voll­last­stun­den­zahl 40 % der EEG-Um­lage an­fal­len und erst für darüber hin­aus­ge­hende Voll­last­stun­den die volle EEG-Um­lage;
  • für KWK-An­la­gen, die klei­ner sind als 1 MW oder größer als die noch zu be­stim­mende Ober­grenze, soll die bis­he­rige Re­ge­lung (40 % der EEG-Um­lage) bei­be­hal­ten wer­den.
Ob und bis wann diese Ziel­set­zung im Rah­men ei­nes wei­te­ren Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens erfüllt wer­den kann, ist der­zeit nicht ab­seh­bar.

Letzt­ver­brau­cher, die von der Bei­hil­fe­ent­schei­dung zu § 61b Nr. 2 EEG 2017 be­trof­fen sind, müssen sich nun zeit­nah mit den sich hier­aus er­ge­ben­den Kon­se­quen­zen aus­ein­an­der­set­zen.

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