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Pauschalierte Herabsetzung geleisteter Steuervorauszahlungen für 2019

Steuerpflichtige können eine Herabsetzung der Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags aus 2020 beantragen.

Zunächst war ein pau­scha­lier­ter Ver­lu­st­rück­trag in dem BMF-Sch­rei­ben vom 24.4.2020 bei einer ein­kom­men­steuer- oder kör­per­schaft­steu­erpf­lich­ti­gen Per­son vor­ge­se­hen. Mit dem Zwei­ten Corona-Steu­er­hil­fe­ge­setz, das am 30.6.2020 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­öf­f­ent­licht wurde, sind nun gesetz­li­che Rege­lun­gen ein­ge­führt wor­den, die eine Min­de­rung der Ein­kom­men- oder Kör­per­schaft­steu­er­vor­aus­zah­lun­gen für 2019 infolge eines pau­scha­lier­ten Ver­lu­st­rück­trag unter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen vor­se­hen:

  • Der Steu­erpf­lich­tige stellt schrift­lich oder elek­tro­nisch einen Antrag, bei der Bemes­sung der Vor­aus­zah­lun­gen für 2019 eine Min­de­rung des Gesamt­be­trags der Ein­künfte um 30 % vor­zu­se­hen. Dies gilt jedoch nicht, soweit Ein­künfte aus nicht­selb­stän­di­ger Tätig­keit im Gesamt­be­trag der Ein­künfte ent­hal­ten sind.
  • Die Vor­aus­zah­lun­gen für 2020 wur­den bereits auf 0 Euro her­ab­ge­setzt.

Hin­weis: Sofern ein höhe­rer Ver­lust in 2020 glaub­haft gemacht wer­den kann, der in den Ver­an­la­gungs­zei­traum 2019 zurück­ge­tra­gen wer­den soll, kann die­ser höhere Betrag bei der Ermitt­lung der Vor­aus­zah­lun­gen für 2019 berück­sich­tigt wer­den. Der pau­scha­lierte Ver­lu­st­rück­trag dient ledig­lich der Ver­ein­fa­chung, soll die­sen bereits bis­lang beste­hen­den Weg jedoch nicht abschnei­den.

Der bereits bei der Ermitt­lung der Vor­aus­zah­lun­gen für 2019 zu berück­sich­ti­gende Ver­lu­st­rück­trag aus 2020 ist auf den für die Ver­an­la­gungs­zei­träume 2020 und 2021 ange­ho­be­nen Maxi­mal­be­trags eines Ver­lu­st­rück­trags von 5 Mio. Euro (bzw. 10 Mio. Euro bei Zusam­men­ver­an­la­gung) gede­ckelt.

Erfolgt ansch­lie­ßend die Steu­er­fest­set­zung für den Ver­an­la­gungs­zei­traum 2019, kann ent­sp­re­chend zunächst ein vor­läu­fi­ger Ver­lu­st­rück­trag für 2020 berück­sich­tigt wer­den. Dies ist dann mit der Ver­an­la­gung für 2020 auf die tat­säch­li­che Ver­lust­si­tua­tion in 2020 anzu­pas­sen und die Steu­er­fest­set­zung für 2019 ent­sp­re­chend zu ändern. Sollte sich dadurch für 2019 eine Steu­er­nach­zah­lung erge­ben, wird eine Ver­zin­s­ungspf­licht grund­sätz­lich ver­mie­den.

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